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Ajuna: Prisoners Of The Sun

Für aufgeschlossene Black Metaller
Wertung: 7/10
Genre: (Post) Black Metal
Spielzeit: 34:31
Release: 27.09.2013
Label: Quality Steel Records

Schon seltsam, denn während alle Bands nur so davor lechzen, auch noch die letzte kleine Randnotiz aus der Muckerkarriere auf Fratzebook und Co zu verbreiten, gehen die (post)-metallischen Schwarzwurzeln Ajuna aus Kopenhagen einen komplett anderen Weg und lassen die Wissbegierigen einfach im ätzenden Regen stehen. Gut, Jacob Bredahl (früher mal bei Hatesphere, jetzt bei The Kandidate am Mikrofon aktiv) war für die Aufnahmen, das Mischen und Produzieren zuständig, dann aber verlassen sie einen auch schon, denn vorbei ist der Informationsfluss, versiegt im geheimnisvollen Dickicht der exzentrischen Bandphilosophie.

Als Kollektiv kommen sie daher, das haben wir jetzt verstanden, was auch dafür sorgt, dass sich Ajuna nicht in die Karten schauen lassen, wer denn für welchen Part auf dem Longplayer „Prisoners Of The Sun“ so zuständig ist. Dass sie anno 2012 wenigstens schon mit der Vinyl-12“ „Death In The Shape Of Winter“ vorgelegt hatten, erfährt man nur dann, wenn man hartnäckiger nachliest. Sogar beim Coverartwork sind sie mehr als spartanisch und lassen genug Raum für Interpretationen.

Das Wichtigste aber ist noch immer die gebotene musikalische Darstellung, und hier wird schnell klar, dass sich die Dänen nicht auf klassischen Black-Metal-Pfaden einfinden, sondern auch gerne ein bisschen Sludge einbinden und sich dabei ein Tröpfchen modern anhören – da darf für die kleinkarierte Diskussion das Wörtchen Post vor der Schwarzwurzel nicht fehlen. „Suntomb“ zum Beispiel repräsentiert diesen Eindruck ganz famos: Bedrohlich wirkende schleppende Passagen mit dem besonders gelungenen ineinander greifenden Gesang (haben sie hier wirklich mit zwei Sängern gearbeitet?) gehen in langen Instrumentalparts auf. Das hat man auch schon vorher bei „Medicin“ gespürt, wechseln sich doch hier schon schwermütig atmosphärische Einheiten mit der puren Lust zur Raserei ab.

Als wohl ungewöhnlichste Nummer des Albums entpuppt sich „Death“, treffen hier doch rockige Drumbeats auf eine fast schon noisige Ausrichtung mit leichtem Sludge-Unterton, zwischendurch aber verfallen Ajuna dann doch noch in blackmetallische Raserei, kehren aber immer wieder zum rockigen Grundgerüst zurück. Während „Invisible Cut“ von der fetten Sludge-Schlagseite lebt, so wirkt der Rauschmeißer „Winter“ deutlich harscher und aus Black-Metal-Sicht zielgerichteter, wobei hier die Gitarre für einen Hauch Melancholie sorgt, die Growls aber immer wieder eher die passende Kellerstimmung einläuten. Die immer wieder abwechslungsreichen Vocals irgendwo zwischen infernalischem Kreischen und tiefen Derbgrunzern sorgen dafür, dass hier alles im grünen Bereich ist, und auch das Wechselspiel zwischen Blastbeat und Doom-Sludge-Modus sorgt dafür, dass sich keine Langeweile einstellt.

Warum auch immer Ajuna so geheimnisvoll tun, kann man nur raten, nur verstecken müssen sie sich wahrlich nicht, haben sie doch ein ordentliches, mit reichlich Sludge beladenes Schwarzwurzelwerk eingetrümmert. Natürlich werden sich Old-School-Black-Metal-Fans wegen der zahlreichen moderneren Einflüsse grausend abwenden, aber auch dieser Subszene tut es gut, den Blick ein wenig mehr über den Tellerrand schweifen zu lassen – die Dänen machen es prima vor.

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