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Aiumeen Basoa: Iraganeko Bide Malkartsutik

Gefühlvolle, talentierte Stimmen mit Pagan-Untermalung
Wertung: 8/10
Genre: Folk / Pagan Metal
Spielzeit: 53:43
Release: 28.05.2010
Label: Erzsebet Records

Wer behauptet „Metal ist Krach“ und „Im Metal kann sowieso keiner richtig singen“, der wird bei Aiumeen Basoa eines Besseren belehrt. Diese Band aus der baskischen Region Spaniens versteht sich nämlich durchaus auf eine klare Musik mit einprägsamen Melodien. Das Album bietet viel Abwechslung und kann vom Stil her dem Folk und Pagan Metal zugeordnet werden. Hinzu kommen wirklich beeindruckend gute Vocals – von weiblicher wie auch männlicher Seite. Passend zu ihrer Herkunft singen Aiumeen Basoa ihre Texte auf Euskaria, sprich der baskischen Sprache. Da sie als Thema ihrer Musik die baskische Mythologie wählen, wirkt dies sehr stimmig. Obwohl die Band seit 1994 besteht, bildet „Iraganeko Bide Malkartsutik“ das erste Full-length Album von Aiumeen Basoa und ist nicht nur dafür beeindruckend überdacht und detailliert.

Sie verknüpfen in ihren Liedern immer wieder sehr gefühlvollen Folk mit energetischem Pagan Metal wie gleich beim ersten Lied „Kantauriko Trabain Erruak“ deutlich gemacht wird. Der urtümlich klare Gesang wirkt genauso passend zu dem Song wie das paganhafte Krächzen. Geigen und Flöten sorgen für eine gewisse Schankstimmung, während die weiblichen Vocals mit ihren ruhigen und verträumten Melodien dem Ganzen eine sehr sensible Note geben. Besonders in diesem Lied ist auch die Rhythmik sehr ausgeprägt.

Im Song „Jentil Odola“ kommt zum ersten Mal auch der klare Männergesang deutlich zum Einsatz. Die Qualität dieser Vocals steht der des weiblichen Gesangs in nichts nach, wobei die männlichen Vocals auf diesem Album des Öfteren in Kitsch abdriften, was von dem Frauengesang nicht zu behaupten ist. Daher wirkt auch das sehnsüchtige Duett am Ende von „Jentil Odola“, obwohl gut gemacht, im Metal anfangs etwas befremdlich. Vielleicht ist man aber auch einfach nur nicht auf ein Liebeslied gefasst, wenn man eine Metal-CD einlegt.

Insgesamt wirkt die Musik sehr locker, frisch und leicht. Zudem geben die Instrumente den Stimmen genug Raum, um sich zu entfalten. Gerade innerhalb der Überlänge aller Lieder auf diesem Album prägen Aiumeen Basoa ihre Vielseitigkeit aus und schrecken auch vor Breaks nicht zurück, die die Stücke meist in mitreißende und ruhige Abschnitte teilen.
Auf diese Weise schaffen sie es auch bei dem ruhigen Lied „Ekaitzaren Begitik“ in aller Romantik gerade zum richtigen Zeitpunkt noch das Ruder herum zu reißen und mit ordentlichem Pagan loszupreschen, bevor man vom Kitsch überrollt wird. Durch den Einsatz der Ziehharmonika in diesem Lied kommt zwar der Abwechslungsreichtum von Aiumeen Basoa noch mal deutlich zur Geltung, der Klang hat aber etwas doch sehr matrosenhaftes, was nicht ganz zu dem Rest des Albums passen will.

Ein wirklich interessant klingender Kunstgriff hingegen ist zum Ende des Albums hin das Lied "Arlekina". Nachdem man sich bei „Ekaitzaren Begitik“ schon manchmal fragt, ob man diese Musik überhaupt noch zum Metal zählen kann, drehen die Basken mit „Arlekina“ noch einmal richtig auf. Das Tempo wird schneller und die Drums energischer. Dazu gibt es aber weiterhin ruhig gehaltene, sanfte Klänge der Sängerin Oihane. Gerade dieser Kontrast lässt aufhorchen. Die Kombination wirkt sehr gelungen.

Aiumeen Basoa schaffen mit ihrem Debütalbum eine Scheibe voller Abwechslung und interessanten Verknüpfungen. Ihr Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Vocals, die sich der Aufmerksamkeit durchaus als würdig erweisen. Dieses Album ist im Ganzen ein eher sanftes und gefühlvolles Folk-Album und weniger ein wildes Pagan-Treiben. Wer sich darauf einlässt, wird belohnt werden. Fans von paganlastigeren Bands wie Equilibrium oder Helrunar müssen sich aber wahrscheinlich erst daran gewöhnen.

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