Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Airbag: Identity

Ein starkes Erstlingswerk
Wertung: 9/10
Genre: Atmospheric Progressive Rock
Spielzeit: 54:35
Release: 22.06.2009
Label: Karisma Records

Wenn es etwas gibt, das auf Musik-CDs sehr selten ist, dann ist es Stille. Legt man jedoch „Identity“, das Debütalbum der norwegischen Progressive Rock-Band Airbag, in den CD-Player, so muss man – vermeintlich – eine gute Minute darauf warten, dass es endlich losgeht. Nur wenn man die Anlage weiter aufdreht, vernimmt man ein leises Ticken einer Uhr, das diese Zeit ausfüllt.

Sorgt diese einminütige Ruhe schon für Entspannung beim Hörer, so verschwindet diese Stimmung beim Einsetzen der Instrumente auch nicht: Airbags Musik, deren Stil sich gut als Atmospheric Progressive Rock beschreiben lässt, lädt den Zuhörer durch die ruhigen, bedächtig wirkenden Klänge zum Zurücklehnen auf und ermöglicht eine Reise durch die Gedanken, da man unwillkürlich fortgetragen wird.

Bereits das Stück „Prelude“, das durch die bereits beschriebene annähernde Stille eingeleitet wird, erreicht dies durch spärlich gesetzte klare Gitarrentöne, die von leisen Keyboard-Streichern getragen und mit einer unauffälligen Basslinie unterlegt werden. Auf einer Länge von über fünf Minuten ist dieses „Prelude“ für ein Vorspiel lang; es bietet damit genug Zeit, sich auf die folgenden sieben Songs einzustellen.

Beim folgenden Song „No Escape“ steht wieder die Gemächlichkeit im Vordergrund: Bei Airbag gibt es keine Hektik, auch wenn Gesang hinzukommt. Ein leichter Keyboardhauch hängt über allem, während Sänger Asle Tostrup ansonsten mal nur von einem erneut dezenten Bass inklusive Schlagzeug begleitet wird und mal seine Gesangslinie in ein langsames, unkompliziertes Gitarrenlick singt.

Einen etwas anderen Einstieg wählte die Band beim achtminütigen Lied „Steal My Soul“. Hier kommt das Keyboard gleich in mehreren Arten zur Geltung. Einerseits durch atmosphärische Effekte, andererseits durch das klar im Vordergrund stehende, sogar lauter als der Gesang ertönende Piano. Diese Gewichtung der Lautstärke ist nicht schlecht gewählt: Gesang und Klavier ergänzen sich melodisch sehr gut und trotz der niedrigeren Lautstärke ist es kein Problem, Sänger Tostrup zu verstehen. Ist dieser Pianoteil vergangen, folgt eine Überleitung auf einen ähnlich atmosphärischen Bandteil, wie er schon in „No Escape“ vorlag – allerdings durch einen Orgelsound aufgepeppt.

Der zweite Achtminüter des Albums, „Colours“, variiert den Einstieg erneut: Von einer einzelnen Akustikgitarre entwickelt sich der Song zu einem streicherbasierten Epos, das schwer zu übertreffen ist, wenn es um raumfüllenden Sound geht.

Mit „Identity“ legen Airbag ein starkes Erstlingswerk vor, bei dem vor allem eines klar wird: Hektik gibt es bei der norwegischen Band nicht. Durchdachte Melodien und eine tiefgründige Atmosphäre machen es hörenswert. Hierbei wirkt jeder Song in sich anders, auch durch wechselnde Schwerpunkte in der Instrumentierung, wobei man jedoch sofort Airbag als Urheber des Songs erkennen kann.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna