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Aiden: Some Kind Of Hate

Kein Vergleich zu den Frühwerken
Wertung: 6.5/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 30:26
Release: 25.10.2011
Label: Victory Records

Aiden haben die Verfasserin dieser Zeilen vor einigen Jahren sprichtwörtlich vor den Boxen gefesselt, als die damals noch blutjungen Amis erst ihr Debüt „Our Gang’s Dark Oath“ veröffentlichten und direkt mit dem zweiten Album „Nightmare Anatomy“ auf das Label Victory Records wechseln konnten. Irgendwie verlor man sich aus den Augen; die Band war und ist hierzulande einfach nicht sonderlich bekannt und es gab Massen von Alben, die gehört werden wollten. 2011 schmissen die Jungs direkt zwei Alben auf den Markt: Im Frühjahr klopfte das elf Tracks umfassende „Disguises“ an, jetzt gab es kurz vor Halloween mit „Some Kind Of Hate“ einen Nachschlag. Zwei Alben in einem Jahr ist eine mutige Aktion, zumal Fans heutzutage ja schnell mal übersättigt die Kopfhörer zur Seite legen oder sich dann einer anderen Band widmen.

Wenn man mal die Anfänge der Band mit dem neuen Material vergleicht, kommt es einem beinah wie zwei verschiedene Combos vor. Zu Debützeiten überwog das düstere Horrorpunk-Gewand, heute gibt man sich beinah radiotauglich mit einer Mischung aus Post-Hardcore und Alternative Rock, wobei zumindest das Misfits-Cover „London Dungeon“ noch an die Wurzeln erinnert. Trotzdem bleibt zumindest der Sound in der Familie: Sänger William Control hat sich auch dem Feinschliff und Mixing angenommen. Schlecht ist die Idee nicht, sich selbst darum zu kümmern, denn „Some Kind Of Hate“ stellt das letzte Album auf Victory Records dar – ob Aiden schon ein neues Plattenlabel haben, steht noch in den Sternen, im Zweifel kann ein bisschen DIY aber sicherlich nicht schaden.

Das Thema Old School wird aber doch noch mal aufgegriffen und zwar in Form eines Joy Division-Covers, das beinah besser ist als das Original: „Transmission“ erinnert in Aiden-Form ganz frappierend an die alten Bush-Scheiben und gehört damit zu den besten Songs auf „Some Kind Of Hate“. In eine ähnliche, nur schnellere Richtung geht auch „Deactivate“, das ohne weiteres von Gavin Rossdale und Co. stammen könnte; leicht kratzige Vocals werden mit rockigen, erdigen Gitarren und viel Snare gemischt und ergeben einen richtig tanzbaren und dennoch ein bisschen deprimierenden Song.

„There Will Be Blood“ mag als Opener ganz okay sein, spiegelt aber bei Weitem nicht das wider, was man sonst so von Aiden gewöhnt ist. Zwar entwickelt der Song nach ein oder zwei Durchläufen bereits ein hohes Ohrwurmpotenzial, wirkt gerade dadurch aber gewöhnlich und austauschbar. Lustigerweise (oder auch nicht) gestalten sich die folgenden beiden Songs „Broken Bones“ (übrigens die erste Single, welche Überraschung) und auch „Irony In The Shadows“ sehr ähnlich, einzige Abweichung innerhalb der drei Songs scheinen Gangshouts und „Woohoos“ zu sein. Ob die Jungs sich dabei was gedacht haben? Oder waren zwei Alben im Jahr doch zuviel und ihnen sind während dem Songwriting die Ideen ausgegangen?

„Freedom From Religion“ rettet die ein wenig in Ungnade gefallenen Jungs wieder einigermaßen, obwohl der Song auch nicht unbedingt zu den komplexesten der Bandhistorie gehört. Dafür stimmt aber die Grundstimmung und der Refrain, obwohl recht wortkarg, überzeugt dann glücklicherweise auch. Ausgerechnet am Ende der CD findet sich dann endlich mal ein aggressiver Song: „In The End“ haut noch mal richtig schön rein und beschließt das Album einigermaßen würdig.

Fazit: Aiden haben ihre unzähligen Fans ganz zu Recht, allerdings dürften sich diejenigen, die auf die älteren Werke stehen, an der neuen Scheibe sehr schnell satt hören. Zu einfach sind die Songs gehalten, lediglich drei der zehn Stücke können komplett überzeugen – für eine solch versierte Band ist das definitiv zu wenig, daher gibt’s nur 6,5 Pünktchen.

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