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Agrypnie: F51.4

Ein sehr gutes Debütalbum
Wertung: 8.5/10
Genre: Black Metal, Avantgarde
Spielzeit: 51:51
Release: 29.09.2006
Label: Supreme Chaos Records

Aufgrund der baldigen Stilllegung von Nocte Obducta, dürften viele Fans der deutschen Avantgarde Black Metal - Pioniere sehr gespannt auf diese Veröffentlichung sein. Denn nach einer Split - CD mit den Death Metallern von Fated, erscheint mit “F51.4” nun endlich das erste “richtige” Album von Agrypnie, dem Soloprojekt des Nocte Obducta - Sängers Torsten Hirsch.

Wer besonders die etwas geradlinigeren / melodischeren Black Metal - Parts von Nocte Obducta mag, wird mit Sicherheit sein Vergnügen an diesem guten und vor allem vielseitigen Album haben, dass gleichermaßen zum wilden Headbanging, als auch zum Genießen der poetischen Songtexte und der verschiedenen Keyboardsounds einlädt. Wo wir schon bei den Songtexten sind; diese wurden von niemand geringerem als Nocte Obducta - Mastermind Marcel Breuer verfasst und man erkennt seine typische Handschrift sofort.

Nach einem ausgedehnten und atmosphärischen Intro, welches den Hörer schon fast einschlummert, wird jener vom folgenden “Und führet mich nicht in Versuchung” sofort wachgerüttelt. “Und führet mich nicht in Versuchung” startet mit einer unbändigen Kompromisslosigkeit, doch mit zunehmender Spielzeit, gesellen sich immer mehr melodische Elemente zum derben Riffgewitter. Zunächst wirkt diese Vielschichtigkeit, die eigentlich das gesamte Album aufweist, etwas schwer erfassbar. Auch wenn sich Torsten nicht wirklich in ultra - progressiven Gefilden bewegt, so muss man den Songs einfach Zeit lassen, sich zu entwickeln. Erst dann erkennt man wie stark Songs, wie “Auf den nackten Korridoren” oder “Masken” eigentlich sind.

Das größte Highlight der Platte ist für mich das zehn Minuten lange “Cogito ergo sum”, dessen verzweifelter Songtext perfekt auf die bedrückende Atmosphäre des Songs zugeschnitten ist. Selbst wenn mindestens fünf Minuten des Songs gänzlich ohne Gesang auskommen, so verliert der Song nichts von seiner fesselnden Spannung, durch welche die zehn Minuten wie im Flug vergehen.

Ähnlich überragend ist auch das harte “Spiegel?”, das mich besonders durch die packenden Instrumental - Parts zwischen den Strophen überzeugen kann. Auch die Struktur des Songs gefällt mir sehr gut, da bereits im Mittelteil des Songs damit begonnen wird, dass große, wütende “Spieglein, Spieglein an der Wand” - Finale vorzubereiten.

Somit kann man natürlich von einem sehr gelungenen Debüt sprechen, bei dem angefangen von der druckvollen und glasklaren Produktion, bis hin zu den guten Songs wirklich alles stimmt. Ausfälle oder Schwachpunkte bei den Songs lassen sich nicht ausmachen, was auch daran liegt, dass “F51.4” sehr abwechslungsreich geworden ist. Toll ist auch das Booklet des Albums, dessen Fotos perfekt die musikalische Grundstimmung einfangen.

Einzig kleine Anmerkung: Für einen Drumcomputer ist der Schlagzeugsound eigentlich recht ordentlich, aber mit einem organischen Drumsound würde das ganze noch eine ganze Ecke besser klingen.

Fazit: “F51.4” ist ein sehr gutes Debütalbum und jeder Fan von Nocte Obducta und des atmosphärischen Black Metals sollte hier einmal hereingehört haben. Ich jedenfalls bin schon jetzt auf die nächsten Veröffentlichungen von Agrypnie gespannt, vielleicht ja dann als “echte” Band [mit richtigem Schlagzeug]. Die Idee soll ja durchaus existieren.

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