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Agent Side Grinder: Hardware

Taugt als Hintergrundbeschallung, für tiefergehende Studien aber fast zu seicht
Wertung: 6/10
Genre: Post-Punk, EBM, Electro
Spielzeit: 42:36
Release: 16.03.2012
Label: Headstomp Productions

Die Schweden können ja so ziemlich alles: Von fiesem Black Metal über Melodic Death der ganz großen Gefühle bis hin zu Electro-Gewummer, irgendwie scheinen die Musiker dort schon als Babys mit Steroiden gefüttert worden zu sein. Die gut angezogenen Herren von Agent Side Grinder verdingen sich eher mit der softeren Variante der elektronischen Musik, zumindest findet sich auf ihrem aktuellen dritten Album „Hardware“ eine recht chillige Mischung aus Post-Punk, EBM und Wave. Tanzen kann man zwar zu fast jedem der acht Songs ohne Weiteres, von stampfenden Beats und trommelfellzerstörenden Samples wurde aber dankenswerterweise abgesehen. Damit bietet das Album eigentlich genau den richtigen Soundtrack für einen entspannten Abend Zuhause.

Liest man sich ein bisschen in die Materie ein, fallen gerne Namen wie Depeche Mode und Joy Division – Bands, die zum Vergleich bei jeder dahergelaufenen Kellerband aus den betreffenden Genres herhalten müssen, die aber in diesem Fall nicht so sehr weit hergeholt sind. Zeitweise bietet sich dem Hörer nämlich wirklich die leicht verkorkste Melancholie von Joy Division (beispielsweise bei „Bring It Back“), außerdem klingt Agent-Side-Grinder-Sänger Kristoffer Grip teilweise ein wenig wie Dave Gahan – allerdings: Welcher Sänger aus der Szene tut das nicht?

„Look Within“ leitet die Platte mit perlenden Samples und irgendwie verspielten Beats ein, das Verspielte wird aber ganz schnell von Kristoffers tief-monotoner Stimme und dem leicht verirrt wirkenden Bass verdrängt. Dafür findet man sich in den düster-melancholischen Untiefen des Post-Punk wieder. Es klingt nicht übel, wenn man sich dort zurechtfindet, allerdings nichts für Leute, die eher auf die fröhlichere Seite der Elektronik stehen.

Sobald man sich ein wenig stärker auf die einzelnen Lieder konzentriert, wird es ein wenig fad – bestes Beispiel hierfür ist „Rip Me“, das als Hintergrundbeschallung großartig taugt, einen bei näherem Hinhören aber nicht so recht vom Hocker hauen kann. „Mag 7“ kommt mit reichlich wenig Gesang aus, dafür wabern die Samples aber so psychedelisch durch die Boxen, dass man meinen könnte, man befände sich in einer Siebziger-Version des Post-Punk. Wenn man sich mal die ein oder andere Tüte reinpfeifen will, ist der Track (eigentlich das ganze Album) ganz gut geeignet, richtig auf Trab kommt man aber auch hier nicht

„Pyre“ bietet zwar eine ebenso ruhige Grundlage, wartet aber mit einem schönen Chorus auf und dürfte im schwarz-gothischen Tanzschuppen für sanftes Wiegen auf der Tanzfläche sorgen - ein schöner Song; Tracks dieser Art hätten auf „Hardware“ ruhig häufiger vertreten sein können.

Auch gegen Ende ziehen die Schweden mit „Stranger Stranger“ fast nochmal mit beschwingter Motivation ins Feld, das reißt aber nicht mehr so wirklich viel raus und gibt höchstens noch ein Anstandspünktchen. Alles in allem ist die Scheibe wirklich nicht übel und wie gesagt zum Nebenbei-Hören ganz angenehm. Tiefergehend muss man sich aber erst einmal nicht unbedingt damit befassen.

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