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Agent Blå: Medium Rare

Tanzbarkeit und Depression perfekt verknüpft
Wertung: 9,5/10
Genre: Death-Pop, Indie, Post-Punk, Shoegaze
Spielzeit: 13:44
Release: 01.06.2018
Label: Through Love Records

Die norwegische Formation Agent Blå scheint sich hierzulande bereits eine beträchtliche Fanbase erspielt zu haben, dabei steht mit „Agent Blue“ bislang nur ein einziges Full-Length-Album zum Verkauf. Auch der neue Output „Medium Rare“ legt es nicht auf die Größe an, sondern auf Qualität, handelt es sich doch „nur“ um eine Vier-Track-EP – begossen mit dem von der Band selbst betitelten „Death-Pop“, der im wesentlich unkonventionelle Indie-Spuren mit New Wave, Post-Punk und Shoegaze mischt, zusammengehalten von der honigsüßen Stimme von Sängerin Emelie Alatalo. Vergleichsweise kommt einem spontan Roxette-Sängerin Marie Fredriksson ins Hirn – nicht der schlechteste Vergleich.

Dass die Band vergleichsweise noch jung klingt, liegt nicht nur daran, dass die Truppe gerade mal vor drei Jahren die erste Single veröffentlichte, ganz nebenbei sind die Bandmitglieder auch gerade mal knapp über die Volljährigkeit hinausgewachsen. Entsprechend überschwänglich gestalten sich Songs wie das träumerische „Seasick“ mit seinen verspielten Gitarrenspuren.

Schon beim Opener „Another Reason To Cut Off An Ear“ wähnt man sich ein bisschen in einem The Cure-Fanclub, könnte das Intro mit den charakteristischen Gitarren doch ebenso von den Altherren des Post-Punk stammen – statt der Kultcombo suhlen sich aber hier die norwegischen Jungspunde in perlenden Arrangements, die gleichzeitig mehr als nur ein bisschen frech klingen und nicht nur die Tanzbeine in Bewegung halten, sondern auch einen Begeisterungskloß im Hals formen, der nur durch lautes Mitsingen gelöst werden kann.

Überhaupt haben Agent Blå trotz noch junger Bandgeschichte bereits den Bogen raus, wie man in kürzester Zeit mitreißt; keine Viertelstunde werkeln die Herren und die Dame auf „Medium Rare“ vor sich hin und trotzdem – oder gerade deswegen – hat die EP das Potential, das restliche Wochenende in der heimischen Anlage zu rotieren. Zwar kann „Forget Me Not“ nicht ganz an den Vorgängersong heranreichen, kann der Song trotzdem unter grundsolide verbucht werden, zumal sich hier leicht depressive Züge Bahn brechen, die der Truppe ohnehin gut zu Gesicht stehen.

„Hindsight“ klingt dann überraschenderweise schon zu Beginn deutlich beschwingter, hält die Fröhlichkeit aber nicht lange aufrecht, stattdessen wendet sich das Blatt schon vor dem Refrain und kreiert einen beinah poppig zu nennenden Song, der aber trotzdem an der Gänsehautzone kratzt, was sicherlich auch Emelies bezaubernder Stimme zuzuschreiben ist.

Faszinierend, wie eine klitzekleine Band aus Norwegen es schafft, sich mit gerade mal vier Tracks in Herz und Bewegungsapparat zu schlängeln. Selten wurden Depression und Tanzbarkeit so gut verknüpft und so authentisch verpackt wie bei Agent Blå. Wer die Band noch nicht kennt und in seinem Plattenregal schon Kollegen wie The Cure oder Placebo findet, der sollte hier dringend mal reinhören.

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