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Age Of Torment: Dying Breed Reborn

Zündet erst nach mehrmaligem Hören
Wertung: 7.5/10
Genre: Modern Thrashcore
Spielzeit: 39:03
Release: 21.05.2010
Label: Ultimhate Records

Eigentlich machen Age Of Torment alles genau richtig: Die schnappen sich das Beste aus dem Old School-Thrash der Bay Area, und die absoluten Leckerbissen der aktuellen Deathcore-Szene, nämlich heftige Breaks und beneidenswert stabile Stimmbänder. Dabei klingen die Instrumentals ein bisschen nach Slayer, während Sänger Niko sich wie eine Mischung aus Bury Tomorrow-Sänger Dani Winter-Bates und einem wilden Bullen, dem man in die Eier gekniffen hat, anhört. Freunde hat die Band anscheinend auch, denn neben Enthroned-Sänger Ross geben sich hier auch die Vokalisten von In Quest, When Blood Burns, Bloodshot und Dark Sensation das Mikro in die Hand. Dass das alles ein wenig chaotisch wirkt, ist abzusehen, aber wir wollen ja nicht vorausgreifen.

Erst seit einem Jahr knüppelt sich die Band durch den Untergrund, mit „Dying Breed Reborn“ steht das erste Werk in den Startlöchern. Ebenso wie bei den Kollegen von The Last Shot Of War hat sich hier Phorgath von Enthroned im Nachhinein an den Reglern ausgetobt, was für einen fetten Sound und kristallklare Instrumente sorgt. Drummer Jonas Sanders, Bassist Nicolas Prygiel, die beiden Gitarristen Giel Devits und Shaun Van Calster und unser Bulle am Mikro – der übrigens nicht ganz so aussieht, wie er klingt – hätten aber sicher auch ohne die Hilfe des Mischers ihre Arbeit gut gemacht, denn alle fünf sind Meister auf ihrem Gebiet.

Dass technisches Können kein Garant für ein großartiges Album ist, hat man schon des Öfteren schmerzlich erfahren müssen, und die fünf Belgier stellen da keine Ausnahme dar. Natürlich knallt ihr Sound derbe aus den Boxen, die Saitenfraktion hämmert wie verrückt auf die geliebten Instrumente, der Drummer überschlägt sich beinah und auch Fronter Niko gibt alles – aber irgendwas fehlt, zumindest anfangs. Nach mehreren Durchläufen findet man immer mehr Feinheiten, die Abwechslung in die Songs bringen, aber nach dem ersten Hören fühlt man sich a) erschlagen und b) erschöpft.

Die Erschöpfung rührt vor allem daher, dass Age Of Torment fast 40 Minuten ohne Pause Gas geben – live sind die Jungs sicherlich eine Macht. Nach einem kurzen Intro legt der Mann am Mikro auch direkt mit „Our Revolution“ los und überrascht mit einer recht Old Schooligen, kratzigen Stimme, die eine angenehme Abwechslung zu dem sonstigen Thrash-Gekreisch bietet. Im Refrain wird das Tempo allerdings deutlich angezogen, der Sänger keift sich die Seele aus dem Leib und auch tiefe Growls kommen zum Einsatz, von denen ich aber nicht weiß, ob der Kerl sie selbst produziert oder ob er Hilfe hat.

Bei „Perished Remains“ gehen die Jungs fast genauso rasant zu Werke wie zuvor, haben sich aber einer geschickten Technik bedient: Ein kaum zu hörender Nachhall bläht die Growls zusätzlich auf, lässt sie noch tiefer, noch mächtiger klingen – nicht, dass das nötig gewesen wäre, aber cool ist das allemal. Zwar blieben die großen Überraschungen bisher aus, das ändert sich aber bei „Kill Your Fate“ relativ schnell, denn hier ist Enthroneds Sänger am Zug; der Song versprüht eine Menge Rock’n’Roll und die Kombination aus Growls und klarem Gesang passt perfekt.

Überhaupt machen die Jungs ihrem „Thrashcore“ jetzt alle Ehre und betonen bei „Love What You Fear“ eher die Core-Attitüde. Der Song hat eine sehr geile Dynamik, die auf Platte schon ordentlich zur Geltung kommt – wenn das Stück live präsentiert wird, werden sicherlich Köpfe rollen. Ähnlich Core-lastig, wenn auch mit einer großen Portion mehr Drive und Breakdowns, gestaltet sich „Child Of Misfortune“, nach dem eisige Stille vorherrscht. Da haben sich die Jungs einen Spaß gemacht: „Fears Of Yesterday“ trägt seinen Zusatz „Ghost“ in Klammern zu Recht, denn es tut sich die nächsten fünf Minuten erstmal gar nichts, bevor sehr leise, sphärische Instrumentals ansetzen und Niko zu einem klaren Gesang ansetzt, dem man ihm so gar nicht zugetraut hätte. Das Beste kommt also doch zum Schluss.

Age Of Torment sind garantiert noch für die eine oder andere Überraschung gut, wenn sie sich bei ihrem nächsten Album ein wenig mehr Abwechslung gönnen. Erst bei der Hälfte der Platte macht die Musik wirklich Spaß, obwohl die ersten Songs keineswegs schlecht sind – erwarten kann man von den Belgiern sicherlich noch einiges. 

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