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Agathodaimon: Phoenix

Der Phönix untertreibt
Wertung: 9.5/10
Genre: Dark Metal
Spielzeit: 72:37
Release: 20.03.2009
Label: Massacre Records

Schon wieder ein Release, den man nicht mehr für möglich gehalten hätte. Das letzte Lebenszeichen namens „Serpent’s Embrace“ von Agathodaimon durfte man im Jahr 2004 in den Händen halten, also vor ganzen fünf Jahren. Auch davor gab es drei Jahre lang nichts auf die Ohren, so dass von 2001 bis 2009 nur ein einziger Output den Weg aus dem Studio fand. Doch die viel zu lange Durststrecke ist nun beendet. Der „Phoenix“ hebt sich aus der Asche, die guten Geister sind zurück - zwar nicht in selber Besetzung, dafür aber in absolut genialer Verfassung.

Das Besetzungkarussell scheint vorerst gestoppt und mit Ashtrael wurde sogar eine Stimme für die Band gefunden, die der ihres Vorgängers in keinster Weise nachsteht. Es kreischt 2009 etwas weniger extrem, dafür aber deutlich kehliger und wütender aus den Boxen. Das passt sehr gut, denn auch die Musik ist über weite Strecken langsamer und erhabener geworden. Black Metal-Passagen sind seltener, die Band scheint sich im mittelschnellen Dark Metal wohl zu fühlen – und addiert noch eine kräftige Portion Modern Metal hinzu. Passend dazu darf Gitarrist und Clean-Vokalist Sathonys nun auch öfters ans Mikro, so dass sich die beiden Sänger das ein oder andere abwechslungsreiche Stimmduell liefern.

In mitreißenden Songs wie „To Our Ashes“ oder der absolut überragenden Nummer „Amongst The Vultures“ liefert Sathonys seine eindeutig stärksten Gesangsparts in der Geschichte von Agathodaimon ab. Gerade wenn die beiden Sänger sich ergänzen oder gleichzeitig loslegen, läuft einem schnell mal ein kalter Schauer über den Rücken.

Dem groovigen, fast fröhlichen Opener „Heliopolis“ stehen mitreißende („Winterchild”), experimentelle („Time Is The Fire“) oder brettharte Tracks („Throughout The Fields Of Unshaded Grace”) gegenüber, die teils einen fast progressiven Flair vermitteln. Gerade letztgenannter Song und „Ghost Of A Soul“ zeigen, dass Agathodaimon durchaus noch in der Lage sind, Black Metal zu spielen, wenn die Knüppelpassagen im Gesamtbild der CD auch eher spärlich eingesetzt wurden.

„Oncoming Storm“ wiederum zeigt sechseinhalb Minuten lang starke symphonische Fähigkeiten auf und besticht durch intelligente Arrangements,  überraschende Wendungen und grandiose Melodien. Hier, wie auch an jeder anderen Stelle des Albums, ist der Keyboard-Einsatz genau bedacht und perfekt ausbalanciert. Die synthetischen Klänge vermitteln stets den Eindruck, dass beim Hören exakt der Effekt eintritt, den die Band damit hervorrufen wollte. Jeder Song scheint seine Einzigartigkeit zu bewahren und seine Position auf dem Album zu legitimieren; die Suche nach Lückenfüllern läuft schnell ins Leere.

Bedenkt man, dass Agathodaimon fünf Jahre gebraucht haben, liefern sie mit diesem 72-Minüter dennoch mehr ab, als ich von ihnen erwartet hätte. Kitschige Anflüge von „Serpent’s Embrace“ wurden erfolgreich verbannt, das Songwriting in absolut positiver Weise weiterentwickelt. Rechnet man die Abstände zwischen den Erscheinungsterminen der Alben hoch, ist mit dem „Phoenix“-Nachfolger nicht vor 2016 zu rechen. Wenn dies allerdings wieder eine derartige Steigerung bedeutet, sollten uns die lächerlichen sieben Jahre gepflegt am Allerwertesten vorbei gehen.

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