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Agalloch: Ashes Against The Grain

Agalloch sind zurück, besser als je zuvor
Wertung: 9.5/10
Genre: Progressive Folk Doom Metal
Spielzeit: 59:49
Release: 11.08.2006
Label: Grau

Agalloch sind alles andere als das, was man als gewöhnlich bezeichnet. Agalloch sind mehr, als viele Metalbands je sein werden. Agalloch sind eigenständig, Agalloch sind vielseitig und Agalloch berühren.

Die US-Amerikaner bringen nach vier Jahren endlich ihr drittes Full Lenght-Album heraus (dazwischen 3 EP's), welches sich, wie auch nicht anders zu erwarten war, wieder einmal stark von den Vorgängern unterscheidet. Das meine ich positiv! Wo mich die starken Akustik-Elemente bei „The Mantle“ gestört haben, sind diese bei „Ashes Against The Grain“ auf das Wesentliche reduziert worden. Im Mittelpunkt stehen die wundervollen Riffs und Soli, in denen man regelmäßig versinkt. Härter, verzerrter und vertrackter präsentieren sich die insichgekehrten Musiker, die scheinbar in anderen Sphären zu schweben scheinen. Doch sind sie immer noch düster, (an)klagend und der Monotonie frönend, wobei sie doch nie die Abwechslung zu kurz kommen lassen.

Die Essenz des Silberlings sind zweifelsfrei die Gitarren – und diese in allen erdenklichen Variationen. Ob akustisch oder elektrisch, ob verzerrt oder clean, ob hoch oder tief, ob gezupft oder mit Plektrum. Diese Bandbreite macht das Hörerlebnis von „Ashes Against The Grain“ noch intensiver und vielfältiger, obwohl man bei den auf acht Songs verteilten 60 Minuten Langeweile auf Konsumentenseite erwarten könnte. Wie gesagt, Langeweile ist wohl eines der Worte, mit denen das neue Agalloch-Album am seltensten beschrieben werden wird.

Wenn man nun aber einmal die Saiteninstrumente außer Acht lässt, dann bleiben noch Gesang und Schlagzeug. Ersteres besticht durch seine Variabilität. Sowohl durch Mark und Bein dringendes Gekeife, als auch überraschend guter monotoner Klargesang. Der Gesang übernimmt aber zu keiner Zeit das Ruder, sondern ist nur emotionales Beiwerk. Der Mann hinter der Schießbude macht seinen Job auch verdammt gut. Immer passend, keine nervtötenden Double Bass-Attacken und auch kein Highspeed-Geklimper an einem der Becken. Trotzdessen kein Minimal-Drumming.

Was Agalloch neben den schon beschriebenen Elementen ausmacht, sind die Songstrukturen. Lange, ausbalancierte Spannungskurven treffen auf perfekt abgestimmte Melodiebögen und energetische Riffkulturen. Einziger Negativpunkt der Langrille ist das knapp siebenminütige Industrial/Ambient-Outro, welches zwar nicht schlecht ist, aber sich leider nicht so recht in das Vorhergegangene einpassen will.

Leider vermisse ich die Texte bei meiner Promoversion von „Ashes Against The Grain“, sodass ich den sonst lyrisch sehr versierten Mannen diesbezüglich keine Wertung aussprechen kann. Des Weiteren wird zu dem Song „Not Unlike The Waves“ ein Video gedreht. Wie dieses weiter verwendet wird, ist unklar. „Ashes Against The Grain“ ist ein Album, das bewegt. Es rüttelt einen auf, es entführt einen auf andere Ebenen und es verzaubert mit seinen wundervoll dargebotenen Gitarrenkünsten. Agalloch sind zurück, besser als je zuvor.

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