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After Forever: After Forever

Diese Band steht für sich.
Wertung: 7/10
Genre: Symphonic Gothic Metal
Spielzeit: 58:23
Release: 20.04.2007
Label: Nuclear Blast

Bald hat das Warten ein Ende und der Welt wird die Frau präsentiert werden, die den vakanten Sängerinnen Posten bei Nightwish übernommen hat. Stand After Forever Sängerin Floor Jansen auch auf der Wunschliste von Tuomas und Co.?! Spekulationen gab es ja viele. Aber nicht, dass das hier klingen soll, als wären After Forever eine billige Kopie der finnischen Megaseller! Das ist schon alleine aus dem Grund nicht möglich, da sie diesen Stil schon mindestens ebenso lange spielen. Die Zielgruppe dürfte aber schon umrissen sein und jetzt, da die Holländer ein starkes Label wie Nuclear Blast im Rücken haben, dürfte ja nicht mehr viel schief gehen können.

Ich gebe es zu, bisher stach die Band für mich kaum aus der Masse der „Frau am Mikro“ Metalbands heraus. Und die ersten Klänge von „Discord“ klingen schon alleine wegen dem Orchester verflucht nach „Once“. Gesanglich gibt sich Floor aber keine Blöße und singt sehr facettenreich. Da stört es auch weniger, dass der männliche Gesang nicht viel mehr als ein Nuscheln und Brummeln darstellt. In dieselbe Kerbe haut auch das nachfolgende „Evoke“, was mit starken Gitarren punktet, die nicht im restlichen Bombast untergehen (was übrigens auch für den Rest der Platte gilt).

Bei „Transistory“ wird das Gaspedal durchgedrückt und wenn die Band hier mal nicht den perfekten Opener für ihre nächsten Konzerte geschrieben hat, dann weiß ich auch nicht. Diese Ehre sollte auf jeden Fall nicht der zahnlosen Single(!) „Energize Me“ zuteil werden, die ohrenscheinlich auf Airplay getrimmt ist. Solche Songs klingen zu sehr nach Within Temptation. Wirklich schlecht ist der Song zwar nicht, aber wie gesagt eben belanglos.

After Forever können den Hörer aber jederzeit mit Songs wie dem leicht progressiven „Withering Time“ versöhnen, was unter anderem einen fantastischen Double Bass Teil hat. Und mit ordentlich Dampf geht es weiter. Laut Infoblatt haben After Forever für ihr fünftes Album nämlich auch zwei Gaststars gewinnen können, jedoch wird nicht erwähnt, bei welchem Song. Das irre Gitarrenspiel bei „De-Energized“ lässt mich aber vermuten, dass der gute Jeff Waters (Annihilator) hier seine Finger im Spiel bzw. am Griffbrett hatte. Die nachfolgende Ballade „Cry With A Smile“ hat bis auf einen kitschigen Titel nicht viel zu bieten und kann getrost übergangen werden.

Wisst ihr, ich respektiere Doro Pesch wirklich. Für all das, was sie für die Szene getan hat, gebührt ihr nichts anderes. Ein Fan ihrer Musik war ich nie und werde es auch niemals werden. Deswegen ist auch nicht so wild, dass sie nur beim schwächsten Song des Albums mitwirkt. „Who I Am“ kommt zusammengeflickt rüber, hat langweilige Gesangslinien und der angedeutete, orientalische Mittelteil reißt den Song auch nicht aus dem unteren Qualitätsdrittel heraus.

Zum Abschluss packen After Forever aber noch einmal alles aus! Der Longtrack „Dreamflight“ zeigt sämtliche Facetten des Bandsounds und hat stellenweise etwas von ähnlichen Liedern von Sonata Arctica oder sogar Savatage. Inwiefern das live umsetzbar ist, wird sich zeigen, auf „Konserve“ klingt das Lied aber mehr als beeindruckend. Das verzichtbare „Empty Memories“ nimmt man danach fast gar nicht mehr wahr.

Also, ich muss zugeben: After Forever haben mich mit ihrem selbst betiteltem neuen Album mehr als überrascht. Vor allem liegt das daran, dass die Band Wert auf gute und harte Gitarren legt und diese nicht durch Tonnen vom Bombast erschlägt. Ausreichend Breitwandformat bietet „After Forever“ aber dennoch, so dass Fans der üblichen Verdächtigen wie Nightwish, Within Temptation oder auch Evanescence genügend neues Futter finden dürften. Den Ruf, ein billiges Plagiat zu sein, widerlegen die sechs Holländer aber erneut vehement. Überraschend starke Scheibe, die auch mir als „Genre-Fremden“ gefällt.

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