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Aeveron: Esistential Dead End

Eine etwas unausgereift klingende Zusammenstellung unterschiedlicher Stile
Wertung: 6/10
Genre: Melodic Black Death Metal
Spielzeit: 48:17
Release: 24.10.2008
Label: Battlegod Productions

Eine deutsche Band mit Plattendeal bei einer australischen Plattenfirma, im 21. Jahrhundert nicht mehr schwierig. In diesen Genuss sind auch Aeveron gekommen. Und nun liegt inzwischen deren zweites Album „Existential Dead End“ vor. Melodic Black / Death Metal wird da angegeben und sorgt doch eher für ein paar Sorgenfalten in meinem Gesicht. Aber egal, das Schlachtencover zeugt auch von einer gewissen blutrünstigen Einstellung der Band.

Recht kräftig in den oben genannten Sparten steigt die Band dann auch ohne Umschweife ein. Die Bassdrum von Paul rattert wie ein Maschinengewehr. Zu meinem Glück begibt man sich unter dem sehr harten Rhythmusteppich generell etwas melodischer auf die musikalische Reise. Irgendwie wird hier mit sehr viel skandinavischem Touch gearbeitet. Die Gitarren könnten ebenso von einer Power Metal-Band stammen, der Gesang ist recht variabel und springt zwischen Clean- und Growl-Parts hin und her, wobei man sogar beides gleichzeitig zu hören bekommt. Wie man das live umsetzen will, ist für mich fraglich, da ja nur Thomas am Mikro für die Vocals zuständig ist.

Mit deutlich zu lauten Keyboards, welche schon recht mainstreamartig daherkommen, startet „Catharic Rain“. Und mich beschleicht der Gedanke, dass hier – denn bei diesem Song fehlen die Black Metal-Attribute - eher eine Power Metal-Combo musiziert, welche gerade durch die eigentlich gar nicht mal schlechten Vocals extrem in die Death Metal-Ecke gedrückt wird. Klingt nicht unbedingt sehr eigenständig, und gerade bei den clean gesungenen Parts des Sängers wird doch die Power recht kräftig ausgebremst. 

„Take Heed Of Trust“ wird dann nicht ganz so stark von den Keyboards dominiert. Stattdessen knallen hier die eher rauen Gitarren von Mathias durch und sorgen für Nackenmuskulaturtraining.  

„Bound For Victory“ startet dann mit ein wenig Viking Metal-Flair. Gefällt, auch wenn irgendwie trotz der gegrowlten Vocals, die aber auch schon mal stellenweise ein wenig im Sound untergehen, eine positive, freundliche Stimmung rüberkommt. Irgendwie etwas seltsam, aber es hat seinen Reiz, zumal die Band zwischendurch auch wieder stahlhart zockt. Die Vocals kurz vor Ende hätte man sich aber sparen können, diesen quäkig-verzerrten Effekt mögen meine Ohren gar nicht.

Flüsternderweise beginnt „Autoapotheosis”, um dann nach einer kurzen Bridge ins Gemetzel überzugehen. Ein Break weiter wird das Tempo wieder runtergeschraubt, um dann wiederum das nächste Klangbild zu erzeugen. Dies zeigt, dass Aeveron sehr wohl recht differenziert an die Musik gehen und eigentlich keine Möglichkeit aufkommen lassen, um langweilig zu wirken. Das ist gut, wenngleich es sich manchmal ein wenig schroff anhört. 

„Anger Complex” überzeugt mit seinem starken Beginn, bevor man ins eher unmelodische Death Metal-Fahrwasser abdriftet. Hinzu gesellt sich dann ein recht melodischer Refrain im Cleangesang-Gewand und ich bin mir nicht sicher, ob es nicht besser wäre, sich doch eher konsequent für eine Richtung zu entscheiden. 

Eher hymnenhaft beginnt dann „Contemplation“. Aeveron schaffen es, das Stück recht erhaben klingen zu lassen, bevor man dann das Tempo schlagartig erhöht und einen Black Death / Metal-Part einstreut. Nichts für meines Vaters Sohnemann. Die krassen Klangwidersprüche zum Beispiel mit den kurz angespielten melodischen Gitarren versprühen wirklich Flair und sorgen für Überraschungsmomente.

„A Hymn To Mortality” begeht den gleichen Weg, wobei hier wieder mit deutlich mehr Clean-Vocals gearbeitet wird. Insgesamt wirkt der Song aber eigentlich doch eher recht lau, da hilft auch das gelungene Gitarrensolo nichts, welches aber auch mal wieder kräftig aus dem Rest des Songs heraus sticht.

Den Abschluss bildet dann der Titelsong „Existential Dead End“. Etwas eingängiger, aber nicht herausstechend genug von der Qualität, wissen Aeveron leider nicht noch ein Ausrufezeichen hinter das Album zu setzen. Trotzdem ist dies einer der besseren Songs.

Fazit: Eine etwas unausgereift klingende Zusammenstellung unterschiedlicher Stile. Durchaus interessant, aber insgesamt mit deutlich zu unausgeprägten Einzelsongs. Da bleibt leider zu wenig hängen, das immer wieder mal ins Gedächtnis zurück kommt. Schade, handwerklich haben es die fünf Musiker drauf. Aber auf „Existential Dead End“ lässt sich aufbauen. Wahrlich kein schlechtes Album, aber auch nicht wirklich der Heilsbringer.

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