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Aeonian Sorrow: Into The Eternity A Moment We Are

Beeindruckendes Debütalbum von emotionaler Tiefe und musikalischem Können
Wertung: 8,5/10
Genre: Funeral Doom Metal
Spielzeit: 58:42
Release: 28.03.2018
Label: Eigenproduktion

Aeonian Sorrow – der Name könnte für eine Funeral-Doom-Band treffender kaum gewählt sein. Musiker mögen es ja meist nicht, wenn von „Projekten“ die Rede ist, vor allem wenn sie unter einem Band- und nicht ihrem bürgerlichen Namen firmieren, doch man darf wohl mit Fug und Recht behaupten, dass diese Truppe einzig und allein dem Geist der griechischen Sängerin/Keyboarderin/Songwriterin Gogo Melone entsprungen ist. Nicht nur, dass sie sämtliche Musik und Texte des sperrig getauften Debütalbums „Into The Eternity A Moment We Are“ geschrieben hat, sie zeichnet außerdem für das Bandlogo, das Layout des Booklets sowie das Coverartwork verantwortlich – was alles äußerst stilvoll gehalten wurde und bestens zum Spirit der Musik passt.

Es ist schön mal zu sehen, dass in einer Band, in der sonst nur Männer zu finden sind, die einzige Frau die Hosen anhat, und damit jegliche leider immer noch häufig kursierenden misogynen Klischees von Frauen in der Metalszene widerlegt. Vor allem, wenn es sich um derart starkes Material handelt, das atmosphärisch, handwerklich und produktionstechnisch hervorragend in Szene gesetzt wurde – und dies alles in Eigenregie ohne Labelunterstützung.

Klischeehaft zumindest für dieses Genre muten lediglich Titel der Marke „Forever Misery“ an, mit dem die Scheibe auch eröffnet. Der Song wurde zuvor bereits als erste Single und Vorgeschmack ausgekoppelt; eine gute Wahl, bündelt das Stück doch anschaulich schleppendes, schweres Doom-Riffing mit einer gewissen Eingängigkeit (soweit das bei dieser Art Musik möglich ist), und stellt dabei außerdem gleich die besonderen Merkmale der Band heraus: Der Gesang steht eindeutig im Vordergrund, wirkungsvoll wird das Wechselspiel zwischen Gogos klarem Gesang und den grabestiefen Growls ihres Counterparts Alejandro Lotero zelebriert.

Im Gothic ist dieser „Beauty and Beast“-Gegensatz bekanntermaßen nun wirklich nichts Neues – im Zusammenhang mit Funeral Doom dürfte dies hingegen sicherlich nicht so gängig sein. Erfreulicherweise verzichtet Gogo auf Pathos und unnötige Redundanz, sondern glänzt mit einer unter die Haut gehenden, ebenso schnörkellosen wie elegischen Performance, während das Gegrunze ihres männlichen Vocal-Partners zwar mit seiner Tiefe beeindruckt, manchmal jedoch etwas zu eindimensional wirkt.

Andererseits ist Monotonie natürlich ein Stilmittel in diesem Subgenre – selbstverständlich muss man in der richtigen Stimmung für solch ein Album voller Trauer und Finsternis sein. Tatsächlich haben vor allem die dem Eröffnungstrack folgenden „Shadows Mourn“ und „Under The Light“ ein paar Längen; es ist vor allem die zweite Hälfte des Rundlings die interessantere und kompositorisch stärkere: Schon „Memory Of Love“, das den Hörer zunächst in dem Glauben lässt, es handle sich hier um eine reine Ballade, die Gogo allein mit zerbrechlicher Stimme und Pianobegleitung herzzerreißend vorträgt, bevor am Ende dann doch noch ein Ausbruch erfolgt, berührt die Seele, mit „Thanatos Kyrie“ hat die griechisch-finnische Formation anschließend jedoch einen pechschwarzen Monolithen allererster Güte parat.

Der längste und langsamste Song des Albums punktet mit einer wahnsinnig dichten, fesselnden Atmosphäre und nimmt einen völlig gefangen; das betonte Schneckentempo und die teils reduzierte Instrumentierung, die die so gegensätzlichen Stimmen noch mehr in den Fokus rückt, sorgen für maximale Wirksamkeit. Als ein ebensolches Gänsehaut-Epos darf auch der Album-Closer „Ave End“ verbucht werden (eingeleitet vom kurzen Instrumental „The Wind Of Silence“), bei dem man tatsächlich wie gebannt und regungslos lauscht – pure Verzweiflung tropft hier aus den Boxen und Gogos erstaunlich tiefer und intensiver Gesang fasziniert völlig.

Beim sich dazwischen befindlichen „Insendia“ wird dagegen ein bisschen mehr das Tempo angezogen; der wiederum betörende Gesang der Frontfrau findet sich zum Finale in einer ebenso hypnotischen wie tanzbaren Passage mit stetiger Steigerung wieder und für ein wenig mehr Abwechslung im Funeral-Doom-Kontext ist so ebenfalls gesorgt. Daher kann das Fazit auch nur positiv sein: Die sporadischen Langwierigkeiten sind verschmerzbar, insgesamt liegt hier ein beeindruckendes Werk von emotionaler Tiefe und musikalischem Können vor, das sich verhältnismäßig vielfältig präsentiert, ohne großartig aus dem Genre-Korsett auszubrechen und das daher garantiert nicht als nur irgendein weiteres Doom-Album irgendeiner neuen Doom-Band in die Annalen eingehen wird.

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