Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Aeon Spoke: Aeon Spoke

Voller Leidenschaft und Emotionen
Wertung: 8/10
Genre: Progressive Rock, Artrock, Indie
Spielzeit: 45:9
Release: 30.03.2007
Label: Steamhammer/SPV

Auch wenn der Name Aeon Spoke wohl kaum einem von Euch etwas sagen dürfte, so verbergen sich hinter dieser Band keine Unbekannten, schliesslich waren drei der insgesamt vier Bandmitglieder (Paul Masvidal, Sean Reinert und Chris Kringel) bereits mit der ehemaligen Metal - Band Cynic erfolgreich unterwegs.

Nachdem Paul und Sean Miami den Rücken kehrten und nach Los Angeles zogen, gründeten sie dort gemeinsam mit Gitarrist Evo die Formation Aeon Spoke, zu welcher Chris dann etwas später ebenfalls hinzugestossen ist. Nun versuchen sie unter neuem Banner und mit ihrem selbstbetitelten Album im Gepäck für reichlich Aufsehen zu sorgen. Und dies könnte ihnen wirklich gelingen.

Mit ihrem Sound, der irgendwo zwischen Progressive, Art und Indie Rock anzusiedeln ist, treffen sie exakt den Nerv der Zeit, denn genau diese Musik scheint ja momentan sehr gefragt zu sein. Als Referenzbands könnte man Pink Floyd, Radiohead, Blackfield, aber durchaus auch Jimmy Eat World angeben. Im Vordergrund steht genretypisch Pauls klarer und eindringlich zarter Gesang, während die Instrumente eher für ein Klangkonstrukt im Hintergrund zuständig sind. Letzteres kommt dabei gleichermaßen progressiv und verträumt wie bodenständig und rockig daher. Für reichlich Abwechslung ist folglich gesorgt.

Der Eröffnungstrack "Cavalry Of Woe" untermauert gleich zu Beginn des Albums das eben Angeführte. Nach einem kurzem und sehr düsteren Intro erklingen himmlische Akustikgitarren und Pauls beindruckender, äusserst emotionaler Gesang, der zunächst leicht verzerrt ist und den Hörer in andere Sphären entführen möchte, bevor Aeon Spoke sich im gelungenen Refrain von ihrer rockigeren Seite zeigen. "No Answers" ist nicht nur der indie - lastigste, sondern vielleicht auch der beste Song der Platte. Im hitverdächtigen Refrain wird man an die ruhigeren, süsslicheren Songs der Genregötter von Jimmy Eat World erinnert und damit kann eine Band eigentlich nur gewinnen.

"Sand And Foam" führt Aeon Spoke dann wieder zurück zu progressiveren Klängen und gefällt vor allem durch seine ausgetüftelte Gitarrenarbeit, obwohl der Refrain nicht ganz die Qualität der Refrains in den ersten beiden Songs erreichen kann.

Mit "Nothing" folgt dann ein eher entspannter Song, der zwar über verschachtelte Soundspielereien verfügt, doch aufgrund des eingängigen Refrains und der erneut gefühlvollen Vocals recht schnell ins Ohr geht.

Der nächste Song "The Fisher Tale" ist eine zunächst rein akustisch gehaltene Ballade, die eigentlich sehr schön ist, aber durch den unkonventionellen Songaufbau einen leicht merkwürdigen, unzufriedenstellenden Eindruck hinterlässt. Die Band versucht ab dem Mittelteil die Spannung drastisch anzuheben und man wartet als Hörer eigentlich nur darauf, dass dieser Song, der über fast schon „singende“ Gitarren verfügt, endgültig explodiert. Doch die Explosion bleibt leider aus, auch wenn man dieser am Ende des Songs ganz nah zu sein scheint.

Bei "Emmanuel", welches schon als Gratis - Download auf der offiziellen Homepage auf Euch wartet, kann man dann wieder von einem sehr gelungenen Song sprechen, der zwar erneut das ruhigere und progressivere Gesicht der Band zeigt, aber mit dem perfekt inszenierten mehrstimmigen Gesang einen guten Vorgeschmack auf das Album bietet. Nun hätte ich mir eigentlich wieder einen kräftigeren und vor allem rockigeren Song von der Band gewünscht, doch dieser Wunsch wird mir mit der Ballade "Grace" nicht erfüllt, welche dennoch zu den Highlights der Platte gehört.

Leider möchten mir Aeon Spoke meine Sehnsucht nach einem rockigeren Song nicht mehr so richtig nehmen. Das macht aber nichts, denn stark sind die Songs auch ohne riesige Gitarrenwände. Zumindest als Teilerfüllung wartet allerdings "Pablo At The Park" ungeduldig auf sich. Dieses verdeutlicht nochmals die Vorliebe der Band für Indie - Sounds und ist eigentlich ein perfekter Song für den Sommer, auch wegen des poppigen, stimmungsvollen Refrains. Das Finale des Albums mit der Ballade "Yellowman" und dem sich gegen Ende hin stetig steigernden "Silence" kann erneut clevere Ideen und stimmige Melodien aufweisen.

Der Sound auf "Aeon Spoke" überzeugt ebenfalls, kein Wunder da dieser von Warren Riker gemischt wurde, welcher bereits mit Erfolgsgaranten wie Korn oder Santana zusammenarbeitete.

Fazit: Aeon Spoke bieten knapp ca. 45 Minuten besten modernen Progressive Rock, der nicht nur sehr abwechslungsreich ist, sondern auch voller Leidenschaft und Emotionen steckt. Auch wenn etwas mehr Rock - Power dem Album besonders gegen Ende hin gut gestanden hätte, ist hier von einem absolut gelungenen Album zu sprechen, welches Genrefans einfach antesten müssen.

comments powered by Disqus

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen