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ADX: Non Serviam

Frischer, nicht auf Teufel komm raus auf Old School getrimmter, zeitloser Metal
Wertung: 8,5/10
Genre: Heavy Metal / Speed Metal
Spielzeit: 48:05
Release: 10.06.2016
Label: Ultim' Records

Herrlich, wenn man daran denkt, welche fantastischen Bands alle so dem französischen Musikerherzen entsprungen sind, man denke nur mal an die alle noch aktiven alten Hasen wie Trust, Blaspheme, Killers oder auch Satan Jokers, und auch alle Fans mit dem entsprechenden Old-School-Gen werden an frische Emporkömmlinge à la Hürlement sicherlich mit Freude denken. Und nun grätschen erneut ADX in die Parade, die seit ihrer Reunion (und das dann bitte alle auch in francais aussprechen) in schöner Regelmäßigkeit neue Album veröffentlichen und endlich nach dem Comeback-Scheibchen „Division blindée“ auch an die ganzen Vinylfreaks denken – très jolie.

Im Grunde sind sich die Franzherren treu geblieben und es ist schon erstaunlich, dass sie bei so wenig Neuraderfindung noch immer wissen, wie man sich einfach stilistisch treu bleibt und trotzdem frisch und unbeschwert klingt. Der Titeltrack „Non serviam“ steckt da mit seiner ständigen guten Laune regelrecht an, sie lassen keine Ruhepause zu, liefern immer noch feinsten, mit schön melodischer Leadklampfe ausgestatteten Heavy-Stoff in Reinkultur ab, wobei man im hymnischen Refrain trotz Doublebass-Dauerfeuer gemächlich schunkelnd am Chateau d`ADX nippen kann. Vergessen kann man dagegen das Intro, das ist nicht wirklich der Rede wert und wirkt uninspiriert, das war es dann aber auch schon mit den Ernüchterungen.

Ganz gleich, ob man sich nun auf die erneut zackigere, melodische und auch zugleich einpeitschende Nummer „L'Énigme sacrée“ mit der besten Soliarbeit des ganzen Albums einschießt, lieber den dann auch für alle Nichtmuttersprachler mitshoutbaren, treibenden Headbanger „B-17 Phantom“ mit erneut gut zündenden und sogar mal mit fein abgestimmten zweistimmigen Klampfensoli bevorzugt oder sich das ungebändigt galoppierende, mit schönen Bassläufen garnierte „La Complainte du demeter“, wo Frontmann Phil Grélaud sogar recht aggressiv shoutet und nur im Refrain zu seinem gewohnten Stil übergeht, als Favoriten auserkoren hat, ADX haben irgendwie immer die richtige Antwort auf alle Old-School-Fragen und riffen das alles mit einem lächelnden „je ne comprends pas“ hinweg – wenn einem das mal nicht spanisch vorkommt.

Man muss auch nicht lange überlegen, denn allein der Opener ist hier jeden Euro wert; da haben wir die Franzosen, wie ihnen mittlerweile Generationen schon verfallen sind, da schneiden die Gitarren wie das Messer durchs Brioche, sie singen wie gewohnt auf französisch und man mag gar nicht mehr an den „Weird Visions“-Ausrutscher denken - hier stimmen beim speedigen (Ver)Treter einfach Drive, Melodie und Spielfreude gepaart mit dem inbrünstigen, pathetisch epischen im Refrain durchklingenden Gesang. Im Gegensatz dazu darf man dann nach dem ganzen Headbangen bei der packenden Midtempo-Nummer „Cosaques“ die nach oben geöffnete, zur Kralle verformte Hand kraftstrotzend in die Höhe heben, lauthals mitsingen und sich über die dezenten, übergangslosen Tempoverschärfung erfreuen.

So, wie ADX als Urgestein die ganze Chose angehen, dürfen sie gerne noch ein paar Jahre/ Jahrzehnte weitermachen. Nicht nur „allez diable“ Old School, sondern frech und frisch von der Leber, so stellt man sich „Non serviam“ vor. Chapeau et corné.

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