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Adrian Weiss: Big Time

Überraschend stark
Wertung: 8.5/10
Genre: Instrumental Rock
Spielzeit: 47:05
Release: 15.09.2011
Label: Eigenproduktion

Mit „Big Time“ legt der aus Düsseldorf stammende Gitarrist Adrian Weiss anno 2011 sein Solo-Debut vor. Aktiv ist Weiss seit 1996 in zwei eher unbekannten deutschen Metalbands und hat mit eben diesen (Thought Sphere und Forces At Work) insgesamt sieben CDs veröffentlicht. Das Ganze wirft natürlich ein wenig die Frage nach der Grundlage für diesen Solo-Ausflug auf, schließlich sind solche Releases doch meist eher den bekannten Guitar-Heroes vorbehalten.

Die Rechtfertigung liefert Adrian Weiss jedoch postwendend, denn technisch ist er einfach ein wirklich guter Musiker. Von gefühlvollen Tönen über catchy Melodiebögen bis hin zu schnellen Shred-Passagen - all das entlockt Weiss seiner Gitarre spielend. Insgesamt kann sich der Mann problemlos  mit der Riege an Gitarristen messen lassen, die in den letzten Jahren mit Solo-Ausflügen auf sich aufmerksam machten. Nur um zu den Titanen des instrumentalen Gitarren-Rocks, wie Satriani, Vai oder Gilbert aufzuschließen, fehlen noch ein paar Feinheiten, was jedoch für einen Debut-Release ganz natürlich ist. 

Ein weiterer Knackpunkt bei Soloalben von Gitarristen ist häufig das Songwriting. Leider verkommen die Songs bei solchen Veröffentlichungen nur all zu oft zum Hintergrund, vor dem der Protagonist sein Können zur Schau stellt, was dann meist dem Hörgenuss abträglich ist. Aber auch hier ist Adrian Weiss der Spagat glänzend gelungen. Alle Songs, vom Opener „Summer Drive“ bis hin zum abschließenden „The Progressive Society“, sind kurz gehalten und vermeiden es, in reine Selbstdarstellung zu verfallen. Viel mehr liefert Weiss regemäßig Melodien und musikalische Themen, die den Hörer durch wiederholtes Aufgreifen durch den Song führen und die einzelnen Titel leicht zugänglich machen.

Allerdings kann das Album leider nicht in seiner Gesamtheit vollständig überzeugen. Zwar gibt es immer wieder einzelne Songperlen wie z. B. „Desert Sanctuary“, das getragene „Bright Awakening“ oder der lockere Opener „Summer Drive“, die alle schon nach dem ersten Hördurchlauf echten Ohrwurmcharakter offenbaren. Aber auf den gesamten 47 Minuten Spielzeit schafft es Weiss dann doch nicht, dem Album einen Spannungsbogen mitzugeben, der den Hörer so richtig fesselt. Die Songs sind meist eher offen arrangiert und es fehlt etwas die Abwechslung. Zum Ende der CD kommt dann auch öfter mal der Metal-Musiker in Adrian Weiss durch und die Songs werden etwas temporeicher. Einige mehr solcher Stücke hätten dem Album gut getan und hätten auch besser auf die gesamte Spielzeit verteilt werden können, um das Interesse des Hörers zu fokussieren.

Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist der Sound des Albums. Dieser betrifft keinesfalls die Lead-Gitarren. In diesem Bereich wurde nämlich klasse Arbeit geleistet. Von singenden Melodien über akustische Einschübe bis hin zu Ausflügen in effektreichere Gefilde, sind die Gitarren immer glasklar und druckvoll produziert. Die Kritik bezieht sich eher auf die begleitenden Instrumente wie Schlagzeug oder Rhythmus-Gitarren. Diese klingen oftmals drucklos und weit in den Hintergrund gemischt, was den Songs alles in allem viel Dynamik nimmt und sie so gleichförmiger wirken lässt. Dieser Punkt liegt eventuell auch darin begründet, dass die Aufnahmen über einen Zeitraum von fast vier Jahren verteilt eingespielt wurden.

Die hier geäußerte Kritik soll aber insgesamt die Leistung von Adrian Weiss auf keinen Fall schmälern, denn mit „Big Time“ ist ihm ein verdammt starker Release gelungen, der sich vor dem Großteil der Veröffentlichungen in diesem Genre auf keinen Fall verstecken muss. Schließlich schütteln sich auch Großmeister wie Satriani einen Meilenstein à la „Surfing With The Alien“ nur alle Jubeljahre aus dem Ärmel. Für alle Fans des Genres bleibt daher nur ein Rat: Reinhören.

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