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Adrian H. And The Wounds: Dog Solitude

Dunkle Stimme für dunkle Gedichte
Wertung: 6.5/10
Genre: Dark Poetry
Spielzeit: 54:46
Release: 18.11.2011
Label: Danse Macabre

Zwölf Kapitel werden hier von Adrian H. And The Wounds aufgeschlagen und das, was uns hier präsentiert wird, könnte wirklich ein ganzes Buch sein. Der aus Portland stammende Sänger Adrian H. trifft beim ersten Song „Memory“ mit seiner tiefen, sonoren Stimme direkt ins Mark. Seine Band im Hintergrund untermalt das Erzählte, wie es passender nicht gemacht werden könnte. Nach diesem Einstieg hat man das Gefühl, man steckte mitten in einem Gruselmärchen oder einem stilisierten Comicstrip. Der Sprechgesang wird immer wieder von instrumentalen Parts unterbrochen, so dass der Hörer das vorher gesungene auf seine Weise interpretieren mag.

Interpretationen sind bei Adrian H. And The Wounds gar nicht so unwesentlich. Abrupte Enden und keine Happy Ends gehören ebenso zum Gesamtpaket wie die durchgängig tiefe Stimme des Sängers. Vergleiche fallen da selbstverständlich direkt ein, besser gesagt ein Vergleich: Nick Cave könnte Schirmherr der Gruppe sein, ohne dass es ein müder Abklatsch ist.

An vierter Stelle reiht sich dann der Titelsong „Dog Solitude“ ein und nach einem ausführlichen instrumentalen Intro, welches seinesgleichen sucht, tippen dem Hörer eiskalte, knöcherige Töne auf die Schulter, äh, ans Ohr. Die Einsamkeit wird kunstvoll transportiert, wenn auch die verzerrten Parts gar nicht hätten sein müssen. Ein würdiger Titelsong für die amerikanischen Gruselrocker Adrian H. And The Wounds.

„Chim Chim Cheree“ - na das kennt man doch?! Genau hier wurde bei Mary Poppins geliehen, und ehrlich gesagt wird an dieser Stelle deutlich, dass  Adrian H. And The Wounds auch würdig wären, Tim Burtons Filme mit ihrer Musik auszustatten und schon erscheint Mary Poppins von Tim Burton gezeichnet vor dem inneren Auge. Aber es gibt noch eine weitere Parallele zu Mary Poppins. Denn manchmal hat man den Eindruck Adrian H. And The Wounds würden die Vielfalt der Instrumente und der Ideen aus der bekannten und unendlich tiefen Tasche Mary Poppins' holen. Song für Song kommen neue Ideen zum Vorschein.

Auch „Bad Man“ schleicht sich in Ohr und hinterlässt ordentlichen Grusel. Hoffnung ist generell nicht Adrian H. And The Wounds' Sache und somit reihen sich traurig-gruselige Songs aneinander und auch wenn Adrian H.s Stimme nicht großartige Flexibilität aufweist, so schafft er es dennoch, Song um Song zu packen und wieder in den Bann zu ziehen Wunderschön anzuhören ist auch „The Night My Mother Screamed“; das Stück gehört eher zu den ruhigeren Vertretern des Albums, wenn auch die anderen bei weitem nicht mit brachialem Tempo daherkommen. Ruhig lässt es sich am besten gruseln. Die Jungs aus Amerika nennen ihre Richtung „Dark Poetry“ und das trifft als Zusammenfassung wirklich den Punkt. Auch nach zwölf Songs ist man nicht müde weiter zu hören, es kommen neue Effekte hinzu. Hat man mal das Gefühl mitten auf einem Friedhof zu stehen, überkommt einem dann das Gefühl einen Spinnenweben verhangenden Dachboden. Und plötzlich entweicht einem dann ein Schrei während des Hörens, dann merkend, dass man es gar nicht selber war, sondern auch das Part der dunklen Dichtkunst gewesen ist.

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