Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Adrenaline Mob: Men Of Honor

Solide Platte, allerdings ohne wirkliche Weiterentwicklung
Wertung: 7.5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 51:34
Release: 21.02.2014
Label: Century Media

Adrenaline Mob haben in ihrer noch jungen Karriere bereits einige Line-up-Wechsel durchmachen müssen: Gitarrist Rich Ward und Bassist Paul Di Leo verließen die Combo noch vor Release des Debütalbums „Omertà“ schon wieder und Ex-Dream Theater-Drum-Oktopus Mike Portnoy ist bekanntermaßen mittlerweile ebenfalls weg vom Fenster. Für ihn trommelt jetzt Ex-Twisted Sister-Felleverdrescher AJ Pero. Bei der Saitenfraktion allerdings wurde nur Di Leo am Bass (durch Disturbed-Mann John Moyer) ersetzt und für die Gitarren ist nun nur noch Mike Orlando verantwortlich, so dass sich naturgemäß die Frage stellt, ob bzw. wie sich das auf die Kompositionen der brandneuen Full-length-Scheibe „Men Of Honor“ ausgewirkt hat.

Tatsächlich unterscheiden sich die Arrangements verglichen mit dem Debüt nicht weltbewegend, wie überhaupt der eingeschlagene Kurs auf „Omertà“ weitestgehend beibehalten wird. Schon optisch ähnelt das Cover dem des Vorgängers, wobei man sich wie bereits seinerzeit im Review hierzu erwähnt, eben ein sehr konzeptionelles Image zugelegt hat und es somit nur logisch ist, damit auch fortzufahren. Allerdings sind die Bandfotos im Booklet wirklich sehr klischeehaft auf supercoole Machos getrimmt – posieren auf Motorrädern und sonnenbebrillt die harten Typen geben, die ganze Palette. Dass dies von pathetischen, an die Grenze zur Peinlichkeit stehenden Aussagen wie „wir sind eine musikalische Gang“ und „wir werden diese Band ehren, bis wir sterben“ (bezogen auf den Albumtitel) begleitet wird, passt natürlich wunderbar ins Bild.

Sieht man sich die Songtitel an, strotzen die bei Bezeichnungen à la „Fallin’ To Pieces“, „House Of Lies“, „Judgment Day“ oder „Let It Go“ auch nicht gerade vor Einfallsreichtum – man kann also nur hoffen, dass da musikalisch etwas mehr Substanz vorhanden ist. Der Start jedoch mit „Mob Is Back“ und „Come On Get Up“ ist zwar nicht schlecht, aber auch kein Auslöser für Begeisterungsstürme – ein Phänomen, das sich schon bei manchen Songs auf „Omertà“ zeigte. Dafür lässt das drittplatzierte „Dearly Departed“ mit seinem sehr rockigen Mainriff dann ernsthaft aufhorchen, auch der mehrstimmige Gesang im Refrain macht sich glänzend. Wobei, was die Vocals anbelangt, ohnehin klar sein dürfte, dass hier alles mehr als im grünen Bereich ist; wer einen Russell Allen als Frontmann hat, braucht sich keine Gedanken zu machen, denn der Mann ist und bleibt einer der besten zeitgenössischen Metalsänger, der – auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen – mit seiner Power-Röhre für diese Art Musik wie geschaffen ist und wie immer sowohl mit rauer als auch melodischer Stimme absolut überzeugt.

Apropos überzeugen: Das tut die Band ironischerweise am meisten, wenn sie den Härtegrad zurückfährt und wahlweise rockiger (oben genanntes „Dearly Departed“) oder akustischer agiert: „Behind These Eyes“, „Crystal Clear“ und „Fallin’ To Pieces“ wandeln auf den Spuren von „All On The Line“ und „Angel Sky“ vom Debüt und markieren die Highlights auf „Men Of Honor“. Von den metallisch geprägten Nummern sticht insbesondere „Feel The Adrenaline“ hervor, das durch seine Tempowechsel recht vielseitig daherkommt; der schwere, walzende Part in der Mitte besitzt einen grungigen Einschlag, der nicht wenig an Alice In Chains erinnert, und das kleine, sich daran anschließende Basssolo ist eine nette, gut umgesetzte Idee. Auch das gnadenlos groovende, aufs Nötigste reduzierte „Judgment Day“ ist besser als sein ausgelutschter Titel und dürfte live für ein Meer von wehenden Haaren sorgen.

An sich ein guter Einfall ist auch die Geige bei Intro und Outro des Titelstücks – schade nur, dass daraus nicht mehr gemacht wurde, da der Song schnell zu einem zwar soliden, aber eben letztlich doch standardmäßigen Metaltrack mutiert. Mehr Mumm zu dieser Art Experimente wäre wünschenswert, so ist bedauerlicherweise überhaupt keine Weiterentwicklung erkennbar. Trotzdem hat die Scheibe viele gute Momente und macht Spaß, nur damit keine Missverständnisse aufkommen. Ein wenig feilen sollte man übrigens ebenfalls an den Texten, die zum Teil erschreckend stumpf sind; ob eine Zeile wie „I wanna fuck you till you scream“ wirklich sein muss, sei mal dahingestellt.

comments powered by Disqus

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend