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Adorned Brood: Asgard

Re-Release des 2000er Werks der Pagan-Papas
Wertung: 7/10
Genre: Black Metal, Pagan Metal, Folk Metal
Spielzeit: 49:33
Release: 09.10.2009
Label: Black Bards Entertainment

Adorned Brood sind die Väter von Equilibrium - oder könnten es zumindest sein, denn die Grevenbroichener Pagan Metaller formierten sich ganze acht Jahre früher als die spielfreudigen Bayern. Seit ihrer ersten Platte "Hiltia", die 1996 erschien, gehört das Quintett zu den bekanntesten deutschen Pagan beziehungsweise Black Metal-Bands. Nachdem sich die Band 2005 von ihrem damaligen Label Moonstorm Records trennte, wurden nach und nach einige ältere Alben auf dem neuen Label Black Bards Entertainment veröffentlicht; dieses Jahr steht das Re-Release des vor neun Jahren erstmals erschienenen Albums "Asgard" vor der Tür.

Nach einem schwindelerregenden Besetzungskarussell ist schlussendlich nur Sänger und Bassist Markus Frost von der ursprünglichen Formation übriggeblieben. Hatte sich die Band in ihren Anfangstagen noch dem Black Metal verschrieben, so haben Adorned Brood sich inzwischen irgendwo zwischen Pagan, Black und Folk Metal eingenistet. Im Gegensatz zu vielen anderen Bands, die männlichen und weiblichen Gesang Seite an Seite erklingen lassen, fällt hier Flötistin und Sängerin Ingeborg durchweg positiv auf - ihre angenehme Stimme bildet eine willkommene Abwechslung zu all den professionell geschulten Opernsängerinnen, die in der Szene herumgeistern.

Zu Anfang ist von der Dame gesanglich noch nichts zu hören; dafür liefert sie uns allerdings ein wunderschönes Intro, in dem sie uns mit ihrem Flötenspiel verzaubert. Man kann förmlich die weiten grünen Wiesen und Wälder riechen, durch die man gedankenvoll wandelt - bis das musikalische Gewitter hereinbricht: "A God Ruled Time" protzt mit sehr präzisen, genial getimten Instrumentals, einer satten Produktion und englischen Texten, was für deutsche Paganbands doch eher ungewöhnlich ist. Tatsächlich befindet sich überhaupt nur ein komplett deutscher Song auf der Platte. Die Black Metal-Wurzeln springen einem in Form von Frosts Growls geradezu ins Gesicht, während sein klarer Gesang im Refrain eher etwas unsicher wirkt.

Das größte Talent der Band liegt eindeutig darin, eine mystische, fast verzauberte Stimmung zu erzeugen und diese über die gesamte Länge des Albums halten zu können. Bestes Beispiel hierfür sind die Instrumentalpassagen: "Black Beasts" startet mit einer stimmungsvollen Kombination aus Ingeborgs klarem Gesang und urigen Trommeln, bevor - man muss fast sagen leider - Frost wieder mit seinen Growls daherkommt.

Irgendwie stört das Black Metal-Geschrei nach einiger Zeit etwas - umso schöner präsentiert sich "Twilight In Midgard", ein Instrumentalstück, bei dem zuerst das Keyboard im Vordergrund steht, bevor sich fast zaghaft Flöte und Gitarre dazugesellen. Da lässt sich auch das sehr derbe "Pride Was My Desire" verschmerzen, das von der ersten Sekunde an reinhaut und die durchschnittliche Geschwindigkeit des Albums in schwindelerregende Höhen treibt.

Dass er durchaus auch klangvolle leisere Töne anschlagen kann, beweist Herr Frost gleich bei zwei herausragenden Songs: "The Ambush" wird getragen von einer wunderschönen Flötenmelodie, und überrascht im Refrain mit sehnsuchtsvollem klaren Gesang des Bandgründers. Auch "Magic Nights" überzeugt mit seiner Melancholie auf der ganzen Linie und entwickelt sich zu einem sehr traurigen Stück, das ein wenig nach Abschied klingt.

"Die Wiederkehr" stellt wie erwähnt untypischerweise den einzigen Song mit durchgängig deutschem Text dar. Ingeborg setzt sich stimmlich gegen die Doublebass durch und Frosts Growls erinnern zwischendurch stark an Eisregen, was allerdings bei deutschem Black Metal ja durchaus öfter mal der Fall ist.

Fazit: Zwar ist Adorned Blood schon vor fast einem Jahrzehnt mit "Asgard" ein musikalischer Streich gelungen, der auch heute noch seine Daseinsberechtigung hat - dennoch hätte man schon damals gut und gerne auf einen Teil der fiesen Growls verzichten können. Zu viele starke Eindrücke prasseln hier gleichzeitig auf den Hörer ein, um sich voll auf jeden Aspekt der Platte konzentrieren zu können. Dennoch: "Asgard" gehört definitiv zur auditiven Pflichtlektüre eines jeden Paganisten!

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