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Adora-Diana: Adora-Diana

Von jedem Etwas - aber dennoch alles andere als greifbar
Wertung: 6.5/10
Genre: Avantgarde (Gothic) Industrial
Spielzeit: 48:10
Release: 30.11.2007
Label: Stagefight Records

Die vorliegende Presseinfo „warnte“ bereits im Vorfeld - und dies sicherlich nicht zu Unrecht: “Adora-Diana“ - so der Name des selbst betitelten Debüts der 1979 geborenen Münchnerin - bedient sich weder den gängigen Konventionen der Musikindustrie, noch lässt es sich einem bestimmten Genre zuordnen. “Adora-Diana“ ist von jedem Etwas - aber dennoch alles andere als greifbar…

Genauso wenig „schlicht und kalkuliert“ wie ihr musikalisches Erzeugnis liest sich auch der berufliche Werdegang der jungen Bayerin: So absolvierte die ursprünglich gelernte Schneiderin nach ihrer Lehre die Fachoberschule für Sozialwesen. Parallel dazu absolvierte sie eine klassische Gesangsausbildung sowie ausgiebigen Gitarren- und Klavierunterricht, nur um danach im Jahre 2001 ihr Studium zum Audio-Engineer an der SAE München mit Diplom abzuschließen.

Wie man also sieht, ist Madame Adora-Diana ein ziemliches Energiebündel. Um ihrer kreativen Ader aber vermehrt (und vor allen Dingen dauerhaft) Ausdruck zu verleihen, arbeitete sie nahezu in Eigenregie an ihrem ersten Silberling. Was in diesem Falle bedeutet, dass sie das Songwriting (nebst Gesang), und die Gestaltung des Coverartworks selbst übernahm. Aber auch vor einer kompletten Nachbearbeitung des Albums machte sie nicht halt, da sie mit dem vorläufigen Ergebnis einfach nicht zufrieden genug war…

Ein Faktum, das durchaus repräsentativ für die vorhandene Komplexibilität des knapp 50-Minüters ist: So wird eine kompositorische Vielfalt aus getragener Avantgarde, sensiblem Elektrosound, vertracktem Gothic Industrial und zeitlosem Cold Post Punk aufgeboten, die so mühselig ineinander verschachtelt wurde, dass sie eine vorschnelle Bewertung eigentlich unmöglich machen. Entsprechend viel Zeit sollte man bei “Adora-Diana“ dann auch mitbringen, um sich mit dem dargebotenen Spektrum aus Kunst, Trash und sozialkritischer Rebellion respektvoll auseinanderzusetzen.

Lyrisch nimmt die quirlige Dame jedenfalls kein Blatt vor den Mund, wenn es um politische Missstände, von der Gesellschaft unterdrückte Individualität und psychische Tiefschläge geht. Ihre Interpretationsformen reichen hierbei über wehklagende Gesänge, bis hin zu aggressiverem Keifen und klassischen Erzählvorträgen. Nicht minder facettenreich die musikalischen Unterhaltungswerte, die regelmäßig zwischen (zeitgenössisch-)modern, expressionistisch und klerikal schwanken. Durchaus also oftmals eher „verstörend“ anmutend - aber dennoch niemals in Extreme abgleitend: So das durchaus passende Credo dieser ungewöhnlichen, aber dennoch ziemlich interessanten Darbietungskunst von Adora-Diana.

Fazit: Sicherlich lebt “Adora-Diana“ nicht von seiner kompositorischen Hitdichte (obwohl Titel wie beispielsweise “Going Mad“ und “Crazy World“ Dank ihrer vertrackten Rhythmuspeitschen durchaus locker das Potenzial dazu hätten) - eher sollte man sich als Hörer auf ein vielseitiges (teils nihilistisches, teils ernsthaft fortschreitendes) Werk einstellen. Denn wenn man sich wirklich ernsthaft mit den „freigeistigen Darbietungsformeln“ auseinandersetzt, bleiben im Nachhinein weit mehr als nur ein paar „interessante Ansätze“ im Gedächtnis haften.

Jedenfalls sollte man sich aber - wie bereits im Vorfeld schon erwähnt - durchaus darüber im klaren sein, dass die Schwerpunkte bei “Adora-Diana“ nicht auf der Tanzfläche, sondern im experimental-anspruchsvollen Ballungsraum gesetzt sind.

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