Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Adept: Sleepless

Ein Album für Genrefans
Wertung: 8/10
Genre: Post Hardcore/Metalcore
Spielzeit: 42:31
Release: 19.02.2016
Label: Napalm Records

Es sollte nicht passieren, irgendwie bleibt von Zeit zu Zeit aber doch immer mal wieder eine Neuerscheinung liegen. Bisweilen sind die Gründe dafür an der Qualität der Veröffentlichung selbst festzumachen. Bei Adept‘s neuem Album „Sleepless“ verhält sich das gottseidank anders. Auf ihrem vierten Longplayer und gleichzeitigem Napalm Records-Debüt, präsentieren die Schweden grundsoliden Post-Hardcore, verpackt in eine ausgeglichen klare Produktion.

Genregrenzen werden auf „Sleepless“ zwar keine gesprengt, ein durchdachtes und abwechslungsreiches Songwriting muss man den Skandinaviern dennoch zusprechen. So beweist gerade der Album-Opener, mit einem szenesetzenden Einleitungsgedicht, sowie harten Riffs, brutalen Shouts und gut gesetzten Breaks, dass Adept die gesamte Palette an Stilelementen beherrschen und macht dementsprechend Hoffnung auf eine durchweg starke Platte.

Ganz so kommt es dann aber leider doch nicht. Zum Verhängnis werden „Sleepless“ vor allem die ruhigeren Passagen, die in Songs wie „Carry The Weight“ ein bisschen zu sehr auf Ohrwurm gebügelt ins Ohr gehen, sowie die immerhin metaphorischen, oft aber zu platitüdenhaft daherkommenden Songtexte. Beispiele gefällig? Aber gerne: „There is an ocean between us now, but we can't swim with our heavy hearts”, “Breathe in. Breathe out. Even though it hurts on the inside”, und so weiter – sündhaft peinliche Lyrik-Schandflecken sind das zwar nicht (da wurde dann doch schon wesentlich schlimmeres geschrieben), mehr als Genre-Durchschnittskost aber eben auch nicht.

Auf der anderen Seite macht aber genau das den Charme der Scheibe aus. „Sleepless“ erzählt die genretypische Geschichte von Schmerz, Selbstzweifel und Enttäuschung – und das bisweilen mit einer emotionalen Dichte, die Gänsehaut macht. Dazu kommt das eingangs erwähnte, grundsolide Songwriting und ein besonderes Faible der Schweden, ihren Hörern hart hämmernde Riffsalven mit brutalem Schlagzeugsound entgegenzuschleudern.

Songs wie „Wounds“, bei denen die treibenden Riffs und wütenden Shouts im Vordergrund stehen und songdienlich von atmosphärischen Elementen unterstützt werden, funktionieren dementsprechend ausgezeichnet. Schön auch, dass Kompositionen der Marke „Down And Out“, beweisen, dass die Band durchaus in der Lage ist, das Tempo ein wenig zu verschleppen, ohne (vom Refrain abgesehen versteht sich) an Härte zu verlieren. Mit dem ultrawütenden „The Choirs Of Absolution“, dem bis auf Bridge und Refrain brutalen „Lights“ und dem drückenden „The Sickness“ verliert die Scheibe auch zum Ende hin nicht an Durchschlagskraft. Zumindest bis zum abschließenden Titeltrack, der die Platte softer, aber atmosphärisch dicht abrundet. 

Wer sich ohnehin schon am typischen Metalcore/Post-Hardcore-Sound totgehört hat, für den sollten Adept aller Qualität zum Trotz mit maximal ein bis zwei Durchläufen gegessen sein. Genrefreunde, die nicht unbedingt auf der Suche nach zwanghafter Abwechslung sind, bekommen mit „Sleepless“ allerdings ein durchweg solides Album, das trotz leichter Schwächen mit einer fesselnden Atmosphäre, abwechslungsreichem Songwriting und, gerade in den härteren Passagen, dem ein oder anderen Highlight aufwarten kann. 

comments powered by Disqus

Top-Stimmung in der Markthalle auch an einem Mittwochabend

Auch die unsägliche Informationspolitik kann einem den Spaß nicht verderben

Stimmungsvoller Abend mit zwei motivierten Bands