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Adept: Silence The World

Unumstritten eine der Genregrößen
Wertung: 8,5/10
Genre: Post-Hardcore, Metalcore
Spielzeit: 39:31
Release: 22.03.2013
Label: Panic & Action Records

Ex-Kollege Core-Oli beschrieb die letzte Adept-Scheibe “A Year Of Disaster” ziemlich treffend als “eine perfekte CD, um nachts im Auto zu sitzen und die Lichter der Stadt zu beobachten“. Geändert hat sich an dem Gefühl, dass einen bei der Musik der Schweden durchströmt, erstmal nicht allzuviel – von Gänsehaut über ein breites Grinsen stellen sich einige Gefühlsregungen ein, wenn man die neue Scheibe „Silence The World“ zum ersten Mal hört. Und auch beim zweiten und dritten Durchlauf verflüchtigt sich der gute erste Eindruck nicht.

Durch die ständige Anwesenheit von härterer Musik im schwedischen Radio haben die Jungs sich ihren ganz eigenen Stil zusammengebraut: Heftige Emotionen müssen verarbeitet werden, aber so, dass möglichst viele Musikfans angesprochen werden können. Schon seit Anbeginn der Bandhistorie verpacken die Schweden diese Anforderungen in eine Mischung aus kraftvollem Geschrei und hohem Klargesang, der allen Fans der modernen Coreszene mittlerweile bekannt ist – und oftmals auch zum Hals raushängt.

Bei Adept wie auch bei Kollegen wie Alesana kommt es auf die richtige Mixtur und den passgenau richtigen Moment an, den Klargesang einzusetzen. Beispielhaft hierfür sei auf „Silence The World“ der Track „Established 2004“ genannt, ein heftig startendes, autobiografisches Bild der Bandgeschichte mit dem abschließenden Versprechen, sich nicht unterkriegen zu lassen, und einem kleinen Dank an die Fans – selbiges vorgetragen in einem absolut perfekt austarierten, klar gesungenen Part, der in so krassem Kontrast zum restlichen Song steht, dass man augenblicklich eine fette Gänsehaut bekommt. Spätestens hier muss man neidlos anerkennen, dass Fronter Robert Ljung zu einem der talentiertesten Sänger der Szene gehört.

Dass Metal und Mainstream in Schweden oftmals Hand in Hand gehen und auch vor Ausflügen in poppigere Gefilde nicht zurückgeschreckt wird, zeigt ausgerechnet das recht brutale, mit ordentlichen Growls versehene „Means To An Ende (The Great Betrayer)“, bei dem die Jungs die schwedische Newcomerin Melanie Wehbe mit ins Boot geholt haben. Die 21-jährige Sängerin schaltet sich im letzten Drittel des Songs ein, das von gequälten Schreien des Sängers und einer sehr atmosphärischen Gitarrenbasis eingeleitet wird und macht tatsächlich einen so guten Job, dass man sie im ersten Moment für The Dirty Youth-Fronterin Danni Monroe halten könnte, allerdings mit einem niedlichen schwedischen Akzent.

Ein Kracher, der dann auch direkt beim ersten Durchlauf hängen geblieben ist, ist das treibende „Friends That Used To Be“, das wieder die Hauptvorzüge der Truppe unterstreicht: Ein vor Wut nahezu platzender Sänger in den Strophen, epischer Klargesang im Refrain. Man könnte meinen, das würde einem langweilig werden, aber hier und heute läuft „Silence The World“ Gefahr, der Dauerrotation anheim zu fallen. Auch „The Toughest Kids“ (gleichfalls der Name einer Adept-Tour vor drei Jahren) bleibt längerfristig hängen, nicht nur wegen dem bereits bekannten Titel. Zu Anfang gibt es recht großflächig angelegte Breakdowns und fiese Shouts, im Verlauf brodelt die Aggression immer mehr, obwohl die Leadgitarre mit einem sehr schönen Riff gegensteuert. Songwriting können die Jungs also auch (immer noch).

Man kann nun von der Musik an sich halten was man möchte, technisch und auch songwriterisch machen Adept kaum jemanden etwas vor. Zwar stellt sich mit eher durchschnittlich guten Tracks wie „Secrets“ ein bisschen Langeweile zwischendurch ein, das Gesamtniveau ist aber gewohnt hoch - und eignet sich immer noch für nächtliche Beobachtungen.

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