Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Adept: Another Year Of Disaster

Mitreißend, emotional, aggressiv
Wertung: 9/10
Genre: Post-Hardcore
Spielzeit: 43:19
Release: 04.02.2009
Label: Panic & Action Records

Ob es in Schweden wohl Steuererleichterungen gibt, wenn man in einer Band spielt? Wäre auf jeden Fall eine Erklärung dafür, dass von dort so wahnsinnig viele gute Bands stammen. Eine davon nennt sich Adept und hat 2009, nach drei vielversprechenden EPs – „Hopeless Illusions“ von 2004, „When The Sun Gave Up The Sky“ aus dem Jahr 2005 und der 2006 erschienenen CD „The Rose Will Decay“ - endlich ihr Debüt-Album veröffentlicht, „Another Year Of Disaster“.

Dieses „Year Of Disaster“ dauert zwar genau genommen nur knapp 43 Minuten, ist dafür jedoch sehr aufregend und geschmückt mit vielen schönen, aber auch ernüchternden Momenten voller Hoffnung, Qual und Freude. Die Gitarren erheben den Begriff „mitreißend“ auf eine ganz andere Stufe – das Niveau, auf dem diese Songs den Hörer unaufhaltsam gefangen nehmen, ist fantastisch. Aber auch der Sänger ist ein Phänomen, so schafft er es wie kaum ein Zweiter von emotionalen, stark verzerrten Screams zu perfektem Klargesang mit herrlichen Melodien zu wechseln.

Die Songs „At Least Give Me My Dreams Back, You Negligent Whore!“ und „Grow Up, Peter Pan!“ strotzen nur so vor Energie und schaffen es ohne Blasts oder übertrieben harte, altbekannte Mosh-Beats einen Bewegungsdrang zu erschaffen, der nicht zu bändigen ist. Die Gitarren sind generell polyphon gehalten und werden mit verschiedensten Techniken malträtiert, am häufigsten schiebt jedoch eine Rhythmus-Gitarre, die gelegentlich für sehr clever eingebaute Breakdowns verantwortlich ist, die Songs nach vorne, während eine zweite Gitarre schnelle Melodie-Abfolgen runterspielt, die eine Extraportion Energie und Melodie mit einbringen.

Doch nicht nur Energie und Spaß sind in den Songs, nein, auch Emotionalität und sogar ein gewisser Grad an Epik sind nicht zu leugnen. Beispielsweise verfügt der Song „Let’s Celebrate, Gorgeous! (You Know Whose Party This Is)“ über eine sehr ruhig gehaltene, harmonische Bridge, während der die fantastischen Lyrics nur gesprochen werden, sich die Spannung langsam aufbaut und letztendlich in einem furiosen, brutalen Finale explodiert, das immer wieder Gänsehaut-Effekte verursacht. Dass diese Band aus Perfektionisten besteht, zeigt sich auch hier: so ist sogar der Text noch im Vergleich zur alten Version der letzten Demo-EP verbessert worden, so dass die Worte samt Metrum besser zur Musik passen und der Text dennoch das richtige Feeling hervorruft.

Das Händchen der Band für einprägsame Ohrwurm-Melodien kann man sehr schön anhand des Endes des Songs „An Era Of Treachery“ belegen, welches mit Chören untermalt eine zum Mitsingen einladende, herrliche Hookline offenbart. Zum Schluss wird den Fans mit dem Track „Everything Dies“ noch einmal ein letzter, sechs-minütiger Hit offenbart, den man wohl als aggressivsten Song beschreiben kann, sodass das Album letztendlich mit einem großen Knall endet.

Adept sind eine Klasse für sich im Post-Hardcore – ich kann nur jedem Fan dieses Genres empfehlen, sich diese CD zuzulegen. Selten gab es derart emotionalen und geladenen Post-Hardcore ohne überladene Keyboards oder enorm hohen Klargesang. Auch sollte man sich diese Band auf der kommenden Europa-Headliner-Tour keinesfalls entgehen lassen. „Another Year Of Disaster“ ist eine perfekte CD um nachts im Auto zu sitzen und die Lichter der Stadt zu beobachten, während man eine Reise der Emotionen mitmacht – von Wut und Aggression bis hin zu Trauer, Apathie und Hoffnung.

comments powered by Disqus

Neues Album und Tour im nächsten Jahr

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen