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Addiction: Stench Of Decay

Rumpelt gut los, aber läuft sich mit der Zeit tot
Wertung: 7/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 39:25
Release: 06.06.2014
Label: Eigenproduktion

Puristischen Death Metal aus Deutschland präsentieren die fünf Mannen von Addiction (nicht zu verwechseln mit den gleichnamigen Bands aus Chile und Italien). Nach einem Demo 2011 kam nun die erste Langrille in die Stores. „Stench Of Decay" ist eine blütenreine Death-Metal-Platte, die man nicht nur als artenrein, sondern durchaus auch als puristisch bezeichnen kann. Es gibt brachial sägende Gitarren, einen hyperaktiven und leicht wahnsinnigen Drummer und einen Shouter, der zum Frühstück garantiert Schotter frisst. Insgesamt ergibt das eine gute Grundlage für ein richtiges Brett.

Der erste Eindruck täuscht nicht: Addiction rumpeln furios durch alle neun Songs und nehmen sich nur ganz selten Zeit, einen Gang runter zu schalten. Bei „Pestilence“ wird man mal etwas ruhiger (der Song beinhaltet auch ein geiles Gitarrensolo), aber sonst geht es größtenteils wild zu. Auch nicht ganz so wild, aber mit einem fetten Gitarrenlauf versehen präsentiert sich der gleich auf „Pestilence“ folgende Titel, „Nothing“. Hier zeigen Addiction eindrucksvoll, dass sie auch Melodien beherrschen. Sogar Frontröhre Dennis, der nicht durch Variationen glänzt, zeigt hier so was wie den Ansatz verschiedener Klangfarben. Im Großen und Ganzen bleibt der Shouter während der ganzen Platte nämlich ziemlich monoton. Er grölt zwar schon ziemlich geil und heiser, aber ein bisschen mehr Experimentierfreude hätte hier definitiv nicht geschadet. Während der ersten paar Songs fällt diese Problematik noch gar nicht auf, aber im Verlauf und vor allen Dingen, wenn man sich die Scheibe öfter gibt, wird der Gesang schon eintönig.

Das trifft nach einigen Hördurchgängen aber auch auf die ganze Platte zu. So sehr der coole Sound und die relativ einfach und eingängig gestrickten Muster am Anfang überzeugen können, so sehr waschen sie sich auch aus. Für eine langfristige Laufzeit auf dem Plattenteller sind die Songs dann einfach doch zu rhythmusorientiert aufgebaut. Nach drei bis fünf Mal anhören kann man die Texte mitgrölen und die Soli mitsummen. Später entwickeln sich ein paar Soli und Riffs sogar zu Kopfschmerzgeneratoren. Es sind zwar sicherlich keine Füller auf der Scheibe verbaut worden, man kann aber schlicht und einfach irgendwann nicht mehr erkennen, wo ein Song beginnt und der andere aufhört.

„Stench Of Decay“ ist kein schlechter Einstand. Addiction haben einiges zu bieten und Songs wie „You Will Be Damned“ sind schon ganz schöne Nackenbrecher. Jetzt fehlen nur ein paar Alleinstellungsmerkmale, um nicht in der Suppe der abertausend Death-Metal-Bands abzusaufen. Man sollte der Formation mal ein Ohr leihen, wenn man es gerne deftig hat, denn hier gibt es ganz schön auf die Mütze. Wenn einem die Musik gleich ins Blut geht, dann sollte man die Truppe unterstützen und gespannt auf die nächste Platte sein.

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„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“