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Acid Muffin: Bloop

Gute Ansätze, aber da ist noch Luft nach oben
Wertung: 6/10
Genre: Grunge/Alternative Rock
Spielzeit: 50:13
Release: 07.11.2016
Label: K2 Music

Manchmal nimmt man, um neue Bands zu entdecken, schlicht den Namen der jeweiligen Combo als Grundlage, einfach weil er möglicherweise suggeriert, mit welcher Musikrichtung man es in etwa zu tun hat, oder auch einfach, weil man ihn lustig oder cool findet. Die geschätzte Kollegin Katharina Neuert hat meine Wenigkeit auf die Kapelle Acid Muffin aufmerksam gemacht und insistiert, dass ich eine Band dieses Namens unbedingt besprechen müsse. Da lasse ich mich natürlich nicht lumpen – allerdings stellt sich schnell heraus, dass diese Truppe aus dem schönen Rom keineswegs Psychedelic Rock oder ähnliches fabriziert, wie man vielleicht annehmen könnte.

Vielmehr ist das Trio – wie es auch auf der Website notiert – von alten Grunge-Recken à la Alice In Chains, Pearl Jam und Nirvana beeinflusst sowie von Alternative und Space Rock. Frontmann Marco Pasqualucci (Gitarrist und Sänger in Personalunion) hört sich allerdings eher ein bisschen wie der Barde einer jener meist ziemlich nervigen amerikanischen College-Rock-Bands an, dazu ein paar raue Töne der Marke Wes Scantlin von Puddle Of Mudd untergerührt – not my cup of tea, um ganz ehrlich zu sein, zumal die Töne des Öfteren etwas wackelig geraten sind.

„Bloop“ markiert die Debüt-Full-Length der Italiener, nachdem man 2012 eine Demo und danach eine Fünf-Track-EP veröffentlichte, und die Scheibe erweist sich als zwiespältige Angelegenheit. Irgendwie nicht Fisch und nicht Fleisch. Eine gewisse Schwere, die Grunge-Acts allgemein anhaftet, ist zweifelsohne hier und da vorhanden, und man will den drei Jungs auch ganz bestimmt nicht absprechen, dass sie mit Herz und Leidenschaft an diese Platte herangegangen sind. Dennoch kann das Gesamtpaket am Ende (noch) nicht wirklich überzeugen, denn letztlich fehlt es am Funken, der nicht recht überspringen will, und an Authentizität.

Dass die Produktion recht dünn ausgefallen ist, kann man verzeihen oder beim Debüt einer mit sicherlich bescheidenen Mitteln ausgestatteten Band wenigstens nachvollziehen, trotzdem klingt die Gitarre mitunter etwas schrammelig und das Schlagzeug ein wenig pappig, was auf Dauer dann doch etwas stört. Außerdem wirkt ein Großteil des Materials erzwungen und einfach nicht durchschlagskräftig genug. Es fehlt die Lässigkeit und obwohl die Band spielen kann, kommt das häufig etwas hölzern und steif daher. Immerhin der Opener „Down To You“ stellt sich als einigermaßen kraftvoll heraus und auch das folgende, in den Strophen mit Melancholie überzogene, im Refrain dann ganz gut rockende „Never So Near“ ist relativ okay.

Dauerhaft hängen bleibt das meiste jedoch nicht. Songs wie „Stain“ oder „Wicked Woman“ besitzen gute Ansätze, sind auf lange Sicht aber einfach nicht stark genug, insgesamt rauscht die Chose zum einen Ohr rein und zum anderen wieder hinaus. Auch das Dramatische im ebenfalls nicht per se schlechten „The Last Illusion“ wirkt irgendwie affektiert. Schön hingegen sind die akustischen Einsprengsel wie bei „Movie“ und „Overload“, diese haben das Fluffige von Alice-In-Chains-Balladen, machen sich gut und wirken deutlich glaubwürdiger und besser in Szene gesetzt. Mehr davon wäre wünschenswert gewesen.

Nette Ansätze offenbaren auch die letzten drei Stücke: Der „Exotic Song“ macht mit seinem entspannten Flair an sich eine gute Figur, auch wenn bei den ruhigen Stellen die gesanglichen Defizite leider erneut recht deutlich werden, während das über sechs Minuten lange „Mellifluous Desire“ in der Mitte mit einem wunderschön relaxten Part mit sehr hübschen Gitarrenlicks aufwartet. Das vielsagend betitelte „Smoking My Little Soul“ hingegen bietet Klavierspiel und Streicher, die sich gut integrieren, und bildet so einen schöngeistigen Abschluss. Solche originellen Ideen retten die Platte vor dem Absturz in tiefere Punkteregionen, alles in allem ist da aber noch viel Luft nach oben. Gesanglich muss der gute Signore Pasqualucci definitiv an sich arbeiten und das Songwriting darf ebenfalls auf konstanterem Niveau sein. Ein durchwachsenes Debütalbum.

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