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Accuser: Diabolic

Thrash, bis das Zahnfleisch blutet
Wertung: 9/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 61:44
Release: 12.04.2013
Label: Red Shift Records

Wer vor ein paar Jahren dachte, dass sich da ein paar Herren nicht mehr mit ihrem musikalischen Rentenabteil zufrieden geben wollen, um mal schnell in der ganzen Reunionswelle ein überflüssiges Album auf den Markt zu werfen, der lag schon damals meilenweit daneben, denn Accuser hatten bereits mit „Agitation“ aus dem Jahre 2010 nur eines im Sinn: Thrash Metal, bis das Zahnfleisch blutet. War „Dependent Domination“ eine klare Weiterentwicklung ihrer Stärken, so gehen die Siegener auf dem nun dritten Album nach der Wiedervereinigung einfach einen kompromisslosen Schritt weiter. Gebot der Stunde ist dabei noch immer die fette Thrash-Metal-Lehrzeit mit modernem Martin-Buchwalter-Sound; doch auf Nummer sicher gehen Accuser nicht gerade, wenn die Songs allesamt wenigstens immer die Fünf-Minuten-Marke knacken, wobei „World Wide Violence“ mit etwas mehr als siebeneinhalb Minuten sogar den Schnitt noch ein wenig anhebt – zehn Songs in mehr als sechzig Minuten purer Thrash-Power.

Lobenswert im heutigen Musikbusiness ist darüber hinaus, dass sie sich weiterhin beim kleinen Ein-Mann-Label Red Shift Records wohl fühlen, dort alle Aufmerksamkeit bekommen und vielleicht das eine oder andere lukrativere Geschäft ausgeschlagen haben – hier scheinen freundschaftliche Bande endlich mal wieder stärker zu sein als die sonst so üblichen Worthülsen. Seit ein paar Jahren sind Accuser dazu auch wieder live unterwegs, wobei sie sich auch nicht zu schade dafür sind, in ganz kleinen Clubs wie z.B. beim NRW Underground Metalfest III – Summer Edition zu spielen – Respekt, da kennt man andere, verzogene Bands, die mit Hinweis auf ihre Vergangenheit eher als Snobs durch den Musikzirkus tingeln.

Zurück aber zu „Diabolic“, so der Titel der neuen Platte, und irgendwie scheint die Frontröhre genau das auch wörtlich zu Herzen zu nehmen, denn noch etwas mehr als schon angepisst brüllgrowlt er seine Vocals, wobei er da durchaus das eine oder andere Mal auch in Chuck Billys Hinterlassenschaften hineingreift. Egal, an den Vocals gibt es nichts zu meckern, es sei denn, der bisher unbeteiligte Fan wartet auf neumodischen Kram wie wechselnden Klargesang.

Geboten werden zehn Tracks mitten in die Thrashfresse, voll auf die Zwölf sozusagen, ganz in der Tradition der letzen beiden Outputs. Der Titeltrack „Diabolic“ ist mit einem schönen Groove unterlegt, ballert immer wieder frech davon, baut einige sanfte Verzögerungen ein und neben dem angepissten Gesang, der auch mal mit ein bisschen Hall ausfadet, sind es gerade die nicht immer wie irr flitzenden Soli, die herrlich passende Akzente setzen und den Songs einen erhöhten Wiedererkennungswert verpassen. Bei allem Thrashbrett muss der Fan aber nicht auf ein wenig Abwechslung verzichten, wenn man dafür mal die immer wieder überraschend ausgefeilten Tempiwechsel ausklammert: In „Cannibal Insanity“ konkurrieren akustische und elektrische Gitarre für einige Sequenzen, „Dethroned“ schiebt sich durch den fast schon melodischen Ansatz der Leadgitarre in den Vordergrund, wobei der Track auch glatt allein durch die Gitarre eingeleitet wird.

Auch wenn die Songs in aller Regel mit überlanger Spielzeit daherkommen, so sind Worte wie Langeweile oder totgedudelt hier ein Fremdwort, denn wenn auch das fette Thrashbrett über allem thront, so sind es gerade die kleinen melodischen Ansätze, die für die entsprechende Auflockerung sorgen. Großer Pluspunkt auf „Diabolic“ ist zum einen der ein wenig tiefer angelegte Gesang, zum anderen sind es gerade die ständig hervorragenden Gitarrensoli, mal gefühlvoll, mal irre flitzend, aber immer stimmig mit dem Song abgeschmeckt. Accuser nutzen ihre Chance und legen mit „Diabolic“ ein unerwartet starkes Album nach, was nach „Dependent Domination“ ganz sicher so nicht erwartet werden konnte. Thrashheads mit Hang zu modernen Produktionen werden diese Scheibe lieben, Old-School-Metalheads werden zumindest die perfekte Leistung anerkennen müssen.

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