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Accuser: Dependent Domination

Accuser dominieren, und wir sind abhängig
Wertung: 9/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 49:37
Release: 15.07.2011
Label: Red Shift

Knapp ein Jahr nach der annähernd perfekten und reibungslosen „Agitation“-Wiedergeburt tauchen die Siegener Accuser mit ihrem mittlerweile achten Studioalbum auf und mischen mal so mir nichts dir nichts die komplette Thrashszene auf. Schon bei den Liveshows hatten sie eindrucksvoll ihre vertonte Aggression auf die Bühne gebracht, doch dass sie mit „Dependent Domination“ auch im Studio zum wiederholten Male ein derartiges Brett zustande bringen, ist aller Ehren wert.

Nun sind Accuser ja nicht irgendwer, denn Alben wie das Debut „The Conviction“ oder auch „Who Dominates Who?“ dürften selbst im eigenen Stall für ordentlich Feuer unterm Hintern gesorgt haben. Doch von Nervosität keine Spur – Dominanz auf allen Ebenen halt.

Dabei haben sie zuerst 2011 noch einen Personalwechsel über die Bühne bringen müssen – der langjährige Wegbegleiter und Gitarrist René Schütz hat die Klampfe an Uwe Schmidt übergeben (der schon irgendwann um 2002 zur Demophase am Tieftöner werkelte). Das Endergebnis jedoch leidet darunter kein bisschen, denn Accuser legen ein Thrashbrett vor, welches man auch gerne im Shuffle-Modus laufen lassen kann  - ein Riffmonster löst das andere ab. Zusätzlich haben sie ihre teutonischen Trademarks mit ein paar Bay Area-Einflüssen gekreuzt und durch eine moderne Produktion abgerundet.

Schon der Opener „Beneath Your Dignity“ ist ein Riffmassaker vor dem Herrn, und bei den Vocals klingt Frontmann Frank dermaßen angepisst, dass er wohl Buttersäure als Leibspeise angeben sollte - zumindest in den tieferen Stimmlagen brüllt er auf einem Level mit Chuck Billy. Bei „Torn To Pieces“ braten Accuser in bester Slayer-Manier los, als ob sie die Stehgeiger aus den US von A nicht nur aus der Gelsenkirchener Arena, sondern gleich ganz aus dem Geschäft thrashen wollen. Die eingeflochtenen Moshparts kontrastieren die aggressiv voranpeitschenden Gitarren, und das Double-Bass-Gehämmer nagelt die geschundenen Headbangerknochen gleich wieder zusammen.

Überhaupt haben Accuser es einfach raus, immer wieder von den moshenden Abschnitten in die pure Raserei zu verfallen, ohne dass der Aha-Finger nach oben zeigt und mit einem „alles nur konstruiert“-Memozettel winkt – eine Blaupause für flüssiges und trotz aller Härte gelungenes Songwriting. Da schreit Frank sein „Desolate Shape“ heraus und wird von einer fast fröhlichen Leadgitarre begleitet – ein perfekter Song, der live ganz sicher zum Pommesgabelschwingen und lautstarken Mitgrölen animiert.

Es fällt schwer, bei dem hochklassigen Material einzelne Tracks hervorzuheben – da wäre das etwas vertracktere, aber trotzdem eingängige „Mastering Punishment“ oder auch der zumindest gesanglich von Metallica abgeschaute Titeltrack „Dependent Domination“, das wieder mit moshenden und rasenden Parts spielende „Death To The Traitor“ – Accuser liefern eine Scheibe aus einem Guss. Punkt.

Schwachstellen? Wenn überhaupt, dann muss man schon mit der Lupe suchen und wird doch kaum fündig. Accuser zeigen mit ihrem achten Studio-Album mal eben locker auf, wie der Thrash-Hammer zu schwingen hat – nicht mit einem lapidaren „Pling“ auf gewöhnlichem Baustahl, sondern mit einem fetten „Krawumm“ auf Edelstahl. „Dependent Domination“ hämmert von der ersten Sekunde an, hat genügend Moshparts eingebaut, um nicht stumpf zu klingen, und so weisen die Siegener nach, dass sie fähig sind, ihre aggressive Spielweise auf der Bühne auch im Studio umzusetzen. Besser noch: Das, was sie im Studio einspielen, bringen sie auch live. Accuser dominieren, und wir sind abhängig. Danke dafür.

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