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Accid Reign: Awaken

Sicher nicht lange ohne Plattendeal
Wertung: 9.5/10
Genre: Melodic Heavy Rock Metal
Spielzeit: 45:37
Release: 16.03.2007
Label: Eigenproduktion

Accid Reign, so heißt eine Newcomerband aus Hamburg. Und manchmal fragt man sich, wie schön doch ein Zufall sein kann. Also, kennen gelernt habe ich die Band Ende 2006 über die Internetplattform Track4. Da mich ihr Song „Accid Reign“ geradezu umgehauen hat, nahm ich den ersten Kontakt auf. Nun gut … lange Rede, kurzer Sinn, nun liegt mir endlich die erste Demo „Awaken“ der Band vor.

Und allein der erste Anblick lässt eigentlich nun gar nicht auf eine Demoscheibe schliessen. Professionelles Coverartwork mit ebensolchem Booklet. Auch die CD wartet gleichermaßen auf, gut designt und mit CD-Text versehen. Erste zumindest für mich positive Überraschung ist, dass Sängerin Tony auf eine extravagante Frisur verzichtet hat, dies war mir auf den bisherigen Promofotos eigentlich eher negativ aufgefallen, aber das ist natürlich Geschmacksache.

Also, CD aus der Verpackung und rein in den Player, die Lautsprecher aufgerissen und den Klängen gelauscht. „Feeling“ nennt sich der erste Song. Perfekter glasklarer Sound für ein Demo, welches sich nun wirklich nicht hinter Labelproduktionen verstecken muss. Der Song ist, auch wenn man es vielleicht vermuten könnte, keine Ballade. Tony`s Gesang schwebt über allem und die Gitarren von Christian und Paul sorgen für eine gelungene abwechslungsreiche Mischung aus Power, Melodie und Groove. Der Song treibt schön, wenngleich die Band eigentlich nie richtig auf`s Gaspedal tritt. Auffällig ist, dass Tony in Englisch und Deutsch singt. Dies findet hier allerdings nicht nervend oder gekünstelt statt, sondern passt wie der Fuss in den Popo.

„He“ lässt Tonys Stimme in noch höhere Regionen entschwinden, das Ganze dann auch immer mit einem gewissen klassischen Teil von operettenhaftem Charme. Obwohl ihre tolle Stimme über allem schwebt, bleibt genug Raum, in dem die Gitarren deutliche Akzente setzen können. Sehr zu loben ist auch Joe`s Gespühr dafür, die Keyboards zwar bestimmt, aber immer wohl dosiert einzubringen. Generell gibt es keine Musikinstrumente, die versuchen, hier einen Egotrip zu fahren.

Nach den ersten beiden Highlights geht es auch schon mit dem nächsten weiter: “Awake“. Kaum zu glauben, dass sich die sechs Musiker erst im Frühjahr 2005 gefunden haben. Hier wird nicht einfach schlichte Kost geboten, die Songs haben viele unterschiedliche Passagen und werden deshalb nicht so schnell langweilig. Ja, irgendwo ist auch so ein kleiner progressiver Touch in der Musik versteckt, der aber auf melodischem Niveau und nicht durch Gitarrenakrobatik inszeniert wird.

„In My Eyes“ gerät dann zu einer einfach nur superb zu nennenden Ballade. Trotz der Überdosis Gefühl und Melancholie trieft hier kein Schmalz aus den Speakern. Mit Akustikgitarre neben der klassischen Heavy Rock Axt und perfekt eingestreuten Pianopassagen entwickelt sich die Gänsehaut von selbst.

Dann kommt der mir schon bekannte Song „Accid Reign“. Schön treibend rockt der Song drauflos, um im Mittelteil trotz des Antriebs von Drummer David etwas das Tempo raus zu nehmen. Gelungen arrangiert und auch mit den Keyboardpassagen aufgewertet.

„Forgive Me“ beginnt mit einem Piano, und wie regelmässige Besucher unseres Magazins schon bemerkt haben sollten, mag ich dieses Instrument sehr, wenn es richtig eingesetzt wurde. Hier gibt es praktisch ein Duett zwischen dem Tasteninstrument und Tony`s Stimme, bei der es um Trennungsschmerz geht. Da dieser herausstechende Song wohl auch der Band sehr viel bedeutet, hat man auch den melancholischen Text mit ins Booklet übernommen. Hölle, hier kann ich melancholisch verträumt davon treiben, wenn ich die Augen schliesse.

„This Is Me“ reisst mir dann aber wieder die Augen auf, denn hier wird sauber abgerockt. Die Rhythmusfraktion in Form von Jan am Bass und David an den Drums arbeitet präzise und druckvoll. Insgesamt eine wirklich gute Nummer, welche trotz seiner Qualität aber auch schon den Bodensatz des Albums darstellt. Dies zeigt aber auch schon, auf welchem Niveau sich diese Band bewegt.

„Why“ beginnt mit Joe`s Keyboards und der Gitarre, bevor Tony den Song mit ihrer Stimme wieder zu etwas Besonderem macht. Sehr gelungen finde ich auch den wohldosierten Einsatz des Vibratos bei den Vocals. Denn zuviel davon verhagelt immer wieder schnell die gute Stimmung.

Weiter geht`s mit „Trust In You“, welches ja schon vorab als Video veröffentlicht wurde. Toller Song, der schon richtig Appetit auf dieses Album gemacht hat. Trotz aller Melodie und Melancholie vergisst die Band es nie, kraftvolle Parts, welche natürlich hauptsächlich von den Gitarren erzeugt werden, mit einzubauen.

„In The Dark“ wird mt viel Kraft und vielleicht einer etwas zu grossen Prise des klassischen Gesanges intoniert. Aber die Breaks sind wirklich nicht von schlechten Eltern.

Grosses Kino bietet die Band aber auch noch dadurch, dass das Video zu „Trust In You“ mit draufgepackt wurde.

Fazit: Hier hat eine sehr erfolgversprechende neue Band einen großen Fußabdruck hinterlassen. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass hier nicht in Kürze erste Anfragen von Plattenlabels auf die Band hereinprasseln. Die Band hat es auf Anhieb geschafft, sich in meine Favoritenliste zu spielen.

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