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Accept: The Rise Of Chaos

Fortsetzung der starken Vorgängeralben
Wertung: 9/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 46:22
Release: 04.08.2017
Label: Nuclear Blast

Nach der klassischen Drei-Alben-Phase (und ein Live-Album) beginnt mit der neuen Mannschaft keineswegs eine Neuorientierung, sondern genau im Gegenteil bleibt die Marke „Accept“ weiterhin stark. Die Band liefert die gewohnt hohe Qualität und weicht kein bisschen vom seit „Blood Of The Nation“ eingeschlagenen Kurs ab, weder musikalisch noch soundtechnisch. Die Fans können sich auf jeden Fall freuen, denn der Mannschaft um Hoffmann und Baltes herum ist es gelungen, wieder einmal ein starkes Album hinzulegen, auf dem alle Markenzeichen der Band vertreten sind wie stampfende Midtempo-Nummern mit reichlich Abwechslung, Uptempo-Fahrten, rauer/schneidender Gesang, bandtypische melodische Refrains, Klassik-Einschlag slawischer Prägung, einheitlicher transparenter Bandsound und was man sonst noch so gewohnt ist.

Thematisch beschäftigt sich die Platte mit gesellschaftlichen Themen in verschiedenen Varianten, ohne dabei wirklich klischeehaft zu wirken, jedoch kommen Eigenzitate des Öfteren vor. Am Songwriting merkt man deutlich, dass das Duo Hoffmann/Baltes am Werke ist, denn im Gesamtpaket ist alles vorhanden, was man an der Band liebt, allerdings ohne dabei neue ergänzende Elemente aufzuweisen. Aber braucht man diese unbedingt, wenn sowohl Fans als auch die meisten Kritiker die Alben abfeiern? Die hohen Besucherzahlen sind ebenfalls garantiert. Die Maschinerie läuft heiß. Also warum nicht auf dieser Stelle verweilen? Von etablierten Bands erwartet man schließlich auch nicht, dass sie ihre Erfolgsformeln ablegen und etwas gänzlich anderes abliefern wie im extremsten Beispiel Metallica mit „Lulu“. Selbstmord wird hier nicht begangen.

Mitgrölfaktor ist in den Refrains ebenfalls enthalten wie bei „Die By The Sword“ oder „Koolaid“ beispielweise. Letzteres beinhaltet eine wahre Geschichte, deren Story ihr im Wolf Hoffmann-Interview lesen könnt. Das ist hier die Nacherzählung des Massenselbstmordes von ca. tausend Leuten in einem südamerikanischen Dschungel im Jahre 1978. Dies geschah natürlich manipulativ unter der Führung eines Sektengurus. Die Situation lässt sich auf heutige politische Verhältnisse in manchen Ländern ummünzen, wie Staatsmänner ihre Landsleute im übertragenen Sinne behandeln.

Das Lied „Hole In The Head“ setzt sich etwas in der Reihe der Songs ab, denn dieses wirkt im Vergleich zur explodierenden Energie der anderen Stücke ein bisschen schleppender, aber verleiht wiederum eine andere Stimmung. „Analog Man“ erinnert ein bisschen im Refrain-Teil an „Balls To The Wall“, aber ohne dabei als Kopie zu gelten. Der Sound tönt fett und ausgewogen aus den Boxen, daher trägt die Dynamik ideal mit. Andy Sneaps Handwerk erkennt man auf Anhieb. Analoge Oldschool-Einstellung auf der Bandseite paart sich hier mit moderner digitaler Technik auf der Produzentenseite. Das sind Accept in den 2000er Jahren.

Fazit: Hier geht es um zehn gleichmäßig ausgearbeitete Songs, die unterschiedlich zünden. In der Gesamtbiografie wird das Album höchstwahrscheinlich keinen Klassiker-Status erreichen, denn dafür setzt es sich zu wenig von der bewährten Linie von „Blood Of The Nations“ ab. Dafür ist es aber ein starkes Album in der Reihe der bandeigenen Veröffentlichungen! Die Platte gehört mit all den genannten Kritikpunkten dennoch zu den sehr guten Leistungen von 2017.

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