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Accept: Restless & Live

Klassisch infektiös
Wertung: 8/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 74:03/70:59
Release: 13.01.2017
Label: Nuclear Blast

Die noch immer als Teutonen-Stahl-Vertreter geltenden Wahl-Amerikaner Accept kann man als ein sehr gutes Beispiel für die geltenden Marktmechanismen hernehmen: Mit „Blind Rage“ auf Platz eins der Charts gelandet, mit Uwe Lulis (ex-Grave Digger, Giftdwarf) einen neuen Gitarristen für den abgewanderten Herman Frank sowie mit Christopher Williams den Kesselersatz für Stefan Schwarzmann – und trotzdem rennen die Fans der titanischen Institution die Bude ein, sodass nicht nur die anfänglichen bandeigenen Befürchtungen schnell pulverisiert werden, sondern im Grunde sind da fast schon viele Personalien auf diesem Niveau austauschbar geworden.

Drei Studioalben später dürfte sich dann endlich auch der letzte Accept-Fan damit abgefunden haben, dass mit Mark Tornillo halt auch ein Guter am Mikrofon zu finden ist und eben nicht „uns U.D.O.“ zurückkehrt; da werden sich wie bei Sepultura die Fanherzen weiter spalten und die „früher war alles besser“-Verteidiger weiterhin aufs Pro-und-Contra-Diskussionsschachbrett treten – Bullshit halt, es gilt eben auch mal zu akzeptieren, dass das Rad der Zeit sich weiterdreht.

Und genau in diesem Moment kommen Accept mit einem neuen Livealbum daher und ziehen nach dem Comebackalbum „Blood Of The Nations“, dem Nachfolger „Stalingrad: Brothers In Death“ sowie dem oben schon gewürdigten „Blind Rage“ eine Art Resümee seit der Wiedervereinigung und haben sicherlich mit die schwierigste Aufgabe zu bewältigen, die eine Truppe dieses Formats mit zahllosen Klassikern eben so hat: Welche Songs packen wir auf dieses Livescheibchen? Wohl wissend, dass kein noch so gut abgemischtes Livealbum oder keine noch so gute DVD/Blu-ray das wirkliche, hautnahe, schweißtriefende Erlebnis eines Konzertbesuches einfangen kann.

Und so geht es eben auf „Restless & Live“ um das authentische Feeling, welches sie mit dem auf Platte und auch live unglaublich gut funktionierenden „Stampede“ erst einmal gut einleiten – Sound stimmt, dass sie tight wie Arsch sind, weiß der geneigte Fan auch, doch auf der ersten CD sind es dann eher andere Tracks wie „London Leatherboys“, wo Mark nicht nur mit Udo mithalten, sondern ihn auf die Plätze verweisen kann, dagegen aber unmittelbar bei „Living For Tonite“ deutlich Federn lassen muss, oder aber die Uptempo-Nummer „Final Journey“ sowie der Doublebass-Treter „No Shelter“ mit seinem Jampart sowie das eh emotional belegte „Midnight Mover“, die die Gunst der Stunde nutzen, sich in den Vordergrund spielen und die emotionalen Zäpfchen im Großhirn wie eine auf ärgste gespannte Saite anreißen.

Auf der zweiten CD wird dann in die ganz große Klassiker-Trickkiste gegriffen, unverzichtbar sind natürlich Tracks wie „Metal Heart“, „Fast As A Shark“ oder die pure Metalhymne „Balls To The Wall“. Am Ende ist es dann sogar recht gleich, ob die Tonspuren nun von den Shows in Polen, Russland oder Deutschland stammen, denn Accept sind multinationale Globetrotter, die jeden in einem noch so verwinkelten Fleckchen dieses Erdenballs versteckten Fan erwischen und infizieren. Und genau das zeigen sie auch hier sehr schön auf, nicht mehr und nicht weniger. Für Accept-Fans ein Muss, für Neueinsteiger eine sehr schöne Übersicht über eine mehrere Dekaden prägende Band.

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„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“