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Accept: Blind Rage

Auch der dritte Neustreich funktioniert
Wertung: 8/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 58:39
Release: 15.08.2014
Label: Nuclear Blast

Während die eine oder andere Reunion funktioniert, viele Wiedervereinigungen aber wenig gewünscht sind oder gar den Bach runtergehen, so haben die Solinger (auch wenn das bei den teutonischen Amerikanern ja nicht mehr so ganz stimmt) seit ihrer erneuten VÖ-Geburt „Blood Of The Nations“ nicht nur allen Kritikern das Maul mit klassischem Metal zugerifft, sondern auch gleich mit dem Folgealbum „Stalingrad: Brothers In Death“ noch ein Schippchen an Sympathie draufgelegt. Im schön praktischen Zwei-Jahres-Rhythmus legen sie also ihr drittes Langeisen vor, welches ganz sicher ebenfalls heiß erwartet wird, ohne aber mit dem „das dritte Album entscheidet“-Faktor befrachtet zu sein.

Und natürlich kann man bei „Blind Rage“ einmal mehr davon ausgehen, dass auch Accept drin sind, wenn Accept draufstehen. Ein bisschen melodischer vielleicht, um Nuancen weg von dem knallharten Stahl der sonst so gediegenen Schmiede. Aber auf das typisch acceptsche Rifffeuerwerk muss man nicht verzichten. „Dying Breed“ bietet die richtige Grundlage für eine Powerfaust gestählte Vollbedienung, die genau den richtigen hymnischen Beigeschmack abbekommen hat und unverwechselbar so nur aus dem Accept-Lager kommen kann. Dabei erinnern nicht nur hier die Backgroundgesänge immer wieder an die „Russian Roulette“-Phase, sondern auch bei dem hymnisch angelegten Stampfer „Fall Of The Empire“, der sich fortan balladesker ins Gedächtnis ruft, dann aber wieder mehr Wucht abbekommt und ebenfalls durch 1986 inspiriert scheint.

Eine gänzlich andere Note bringen Accept mit „From The Ashes We Rise“ ein und sind mehr denn je auf einem bluesigen Trip, der Rausschmeißer „Final Journey“ ist dann wieder ganz großes Zitat-Kino, lässt doch Wolf Hoffmann in diesen Riffkracher zur letzten Reise die „Morgenstimmung“ von Edvard Grieg (Anitras Tanz in der Halle des Bergkönigs, Suite Nr. 1, op. 46; Anm. d. Verf.) auferstehen – was für ein Schlitzohr. Mit „Wanna Be Free“ allerdings begeben sich die Solinger und Wahl-Amerikaner auf pathetische Rockpfade und säuseln sich so durch ein paar Minuten halbballadeskes Mittelmaß, und auch „The Curse“ bietet uninspirierte Rockkost in durchschnittlicher Alltagskost kurz vor dem Schunkelbereich.

Aber keine Panik, die zwei Ausrutscher werden durch den Double-Bass-Wuchter „Bloodbath Mastermind“ sowie die Uptempo-Nummer „Trail Of Tears“ wieder getilgt, und auch durch das weg vom Stahl in mehr rockigere Gefilde stoßende „Dark Side Of My Heart“ schlagen Accept eine Brücke zu Werken der rebellischen Frühphase. Die schon im Juli veröffentlichte Single „Stampede“ schließen wir hier einmal aus, da der Accept-Fan schon lange mit dem Song vertraut sein sollte, ist er doch aller Ortens von „gut gemacht“ bis „austauschbar“ mit allen nur erdenklichen Titeln bedacht worden. Und doch muss man neben den Soli von Wolf Hoffmann, die wohl einen der größten Wiedererkennungswerte der kompletten Szene besitzen, die Gesangsleistung von Mark Tornillo hervorheben – seine bisher wohl beste und abwechslungsreichste Performance. Nur wenig Neues bei Accept, und das ist auch gut so, schließlich basiert darauf auch ihr Erfolg.

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