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Acârash: In Chaos Becrowned

Leider nur Mittelmaß
Wertung: 6/10
Genre: Doom Metal, Black Metal, Occult Hardrock
Spielzeit: 40:44
Release: 08.06.2018
Label: Dark Essence Records

Irgendwie war es ja schon gut, die aktuelle Platte der Norweger Acârash so lange liegen zu lassen, wenn auch unbeabsichtigt: Veröffentlicht wurde „In Chaos Becrowned“ nämlich eigentlich schon im Juni, das derzeitig verfrühte Winterwetter passt aber doch ungleich besser zu der okkulten Mischung aus Doom, Hardrock und Black Metal als die im Juni noch vorherrschenden schweißtreibenden Temperaturen.

Jetzt mag die Temperatur von knapp minus zwei Grad zwar dazu beitragen, in entsprechende Stimmung zu kommen, zu Begeisterungsstürmen hinreißen lässt man sich aber nur aufgrund der Jahreszeit dann aber doch nicht. Knapp 40 Minuten und acht Songs bieten die Norweger auf ihrem Debütalbum, das gerade mal knapp zwei Jahre nach der Gründung in den Läden steht.

Primär fällt der erstaunlich leise Sound auf, da muss man im Vergleich zur vorher gehörten Platte den Regler erst mal ordentlich nach rechts drehen, allein schon um die schwarzmetallisch angehauchten Vocals von Fronter und Bassist Anlov P. Mathiesen hören geschweige denn verstehen zu können. Da fehlt schon beim ersten Song die Knackigkeit, die man sich zumindest im Black Metal immer wünscht, stattdessen verschwindet man in der musikalischen Ursuppe aus fadenscheinigen Gitarren, grummeligem Bass und kaum erwähnenswerten Drums. Halt mal: Erwähnenswert sind die technischen Finessen allemal, die das Trio da abfeuert, nur muss man dazu die Lautstärke derartig hochdrehen, dass die Nachbarn drei Häuser weiter sicherlich auch noch was davon haben. Und wir reden hier nicht vom BM-typischen „Ich befinde mich im Nebenzimmer und schreie von dort aus in ein schlechtes Mikro“-Sound. Es ist schlicht zu leise.

Aber gut, wir haben ja gesunde Finger sowie funktionierende Regler und scheuen uns nicht beides einzusetzen: Hat man den Dreh erst mal raus, kann man auch bereits beim zweiten Track „Shadows Roam“ zumindest die cleveren Drumfills bewundern, außerdem pendelt Sänger Anlov immer wieder zwischen fiesem Keifen, tiefen Growls, die aber nur sporadisch eingestreut werden, und teils geflüsterten Passagen, die ein stimmiges, düsteres Bild ergeben, teils jedoch eine Spur zu gewollt wirken. Instrumental gesehen hat die Truppe aber einiges drauf: Sogar ein ordentlicher Part für die HeadbangerInnen unter uns wird eingestreut, bevor wieder in doomigeren Gefilden gewildert wird.

Tempotechnisch bleibt die Truppe meist im gemütlichen Midtempo angesiedelt, was an sich ein bisschen schade ist, aber hier scheint ganz klar der Doom zu regieren. Lediglich Drummer Solve scheint sich gelegentlich mal kurzzeitig austoben zu dürfen, wird aber gerade bei Songs wie „Ashes Of The Mortal Mind“ in den Hintergrund gemischt oder von der Leadgitarre übertönt. Die, seien wir ehrlich, der Platte mehr als einmal den Arsch rettet („Cadaver Dei“ und „Shadows Roam“ seien als Beispiele genannt).

„Sacrifice The Winter Wolf“ gestaltet sich dann zeitweise richtiggehend mächtig mit ordentlich Druck machenden Gitarren und Drums, aber an der Punktevergabe kann der Track nicht mehr allzu viel ändern: Acârash haben viele spannende Anteile, bringen diese aber nicht so recht zusammen. Umso trauriger, da die Truppe aus der Asche von u.a. The Void entstanden ist, hier also vergleichsweise alte Hasen am Werke sind. Schade, aber zumindest ist „In Chaos Becrowned“ kein völliger Absturz geworden, sondern macht es sich im Mittelfeld gemütlich.

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