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AC Angry: Appetite For Erection

Hier strömt nur so die rotzrockige Energie
Wertung: 8,5/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 37:55
Release: 25.11.2016
Label: Steamhammer/ SPV

Zahlreiche Shows später, der Wechsel zum Branchenriesen Steamhammer/ SPV, ganz schön viel los, was sich da bei AC Angry aus Saarbrücken ereignet hat. Nur in einem bleiben sie dann zum Glück konstant: ihrer Rotzrock-Linie mit einer gehörigen Portion Danko Jones, Motorjesus und Eat The Gun. Drei Jahre haben sie nun für das zweite Langeisen „Appetite For Erection“ gebraucht, um das Debüt „Black Denim“, damals noch via Dust On The Tracks Records in Umlauf gebracht, abzulösen, drei Jahre, an denen sie hörbar an ihrer Rotzig-, aber auch an ihrer Eingängigkeit gefeilt und so ein abwechslungsreiches neues Dingen mit reichlich Unterbuchsenschmalz aus den Proberaumuntiefen gesogen haben.

„Appetite For Erection“ ist dabei von zwei richtigen Abgehrockern umrahmt: Was bitte schön ist das für eine gleich mal gut in die Kauleiste ballernde, doublebass-gestählte Abriss- und Eigenironienummer „I Hate AC Angry“ mit geil eingebautem Mundharmonika-Solo von James Boyle (Honey Creek), einfach ein breitbeiniger, frecher, Rotz und Galle spuckender Song? Eben. Und auch beim Rausschmiss wird auf energetischem „Testosterone“ mit derart viel Schmackes alles und jeder in Grund und Boden gerockt, dass man schon jetzt von einem wahren Livefeger sprechen kann – die Saarbrücker haben damit schon zwei fulminante Granaten sicher.

Es ist ja aber auch kaum zu verhehlen, dass AC Angry nicht gerade das Rad neu erfinden. Bei der prächtigen Gute-Laune-Nummer „I Wanna Hurt Somebody“ schimmern tatsächlich im Refrain W.A.S.P.-Reminiszenzen durch, die auf dem Album wohl schwächste Nummer „Cry Idiot, Cry“ weckt auch mal gerne Erinnerungen an Soundgarden und auch das schon vom Vorgängeralbum bekannte Motorjesus-Feeling kommt bei dem bluesigen Heavyrocker „Take You Shake You Break You“ auf, wobei Frontmann Alan Costa spätestens im Refrain aber seine eigenen Stimmbandmuskeln spielen lässt.

Wer sich auf die ruhigere AC Angry-Seite freut, darf sich dann gleich einmal den schönen an Tesla gerichteten Gruß namens „No Way To Go But Down“ zu Gemüte führen, wenn das Quartett in die Akustiksaiten greifen und erst im catchy Refrain mit bezahlter Stromrechnung auf dicke Eier machen kann. Auch hier also wissen AC Angry zu gefallen, dabei passt auch der lässige Costa-Gesang, der einen leicht spöttelnden Ton gut umsetzt. Und wem das noch nicht reicht, darf dann gleich weiter auf „Son Of A Motherfucker's Son“ schielen, denn auch hier regieren erneut die akustischen Klampfen, wobei die Halbballade erst richtig durch das gefühlvolle Solo gewinnt.

AC Angry haben ihre Weg gefunden, das steht schon auf dem zweiten Album fest. Sie erfinden das Rad genauso wenig neu wie alle anderen Bands auch, aber aus jeder Note, jedem Saitenanschlag und jedem Riff strömt nur so die rotzrockige Energie, dass die Schwarte kracht. Da die Produktion von „Appetite For Erection“ dazu noch ein bisschen mehr auf den Punkt kommt als noch beim Debüt, dürften Fans oben genannter Bands jetzt nicht mehr an den Saarbrückern vorbei sehen.

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