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Abyzz: Empusa

Lasche Produktion und die Gitarren retten den Gesamteindruck nur bedingt
Wertung: 5.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 45:52
Release: 30.12.2009
Label: Eigenproduktion

Drei Full Length-Alben in 13 Jahren kann man gemeinhin nicht gerade als hohe Quote bezeichnen. Qualität braucht Zeit, könnte man entgegenhalten, und außerdem haben die Herren von Abyzz neben „Terror Mundi“, „Warmasutra“ (ein großartiger Titel übrigens!) und der bereits vor einem knappen Jahr erschienenen dritten Scheibe „Empusa“ ja auch noch zwei EPs und ein Demo rausgehauen. Die „Make it or break it“-Platte kam bereits im Dezember 2009 heraus, und hier kredenzen uns die fünf Herren aus der Nähe von Jena Death Metal ohne melodiöses Geschnörkel – behaupten sie zumindest. Zwar ist kein Keyboard zugegen, aber was die beiden Gitarristen Sebastian und Krusty da teilweise raushauen, grenzt schon hartnäckig an Tastengeklimper.

Eins muss man der Combo ja lassen, hartnäckig sind sie. Seit 1994 krebst das Quintett jetzt schon im Untergrund herum und noch immer hat sich kein Label erbarmt, die Jungs unter seine Fittiche zu nehmen. Dass „Empusa“ ebenso wie die vorherigen Scheiben in Eigenproduktion entstand, merkt man der Platte leider Gottes an – der Sound an sich ist relativ ausgeglichen, aber genau das ist das entscheidende Manko: Es gibt keine Höhen und Tiefen, der einzige Fixpunkt, an den man sich akustisch klammern kann, ist das stets präsente Organ von Sänger Arno, aber auch das passt sich dem Rest des Sounds insofern an, dass es mehr oder weniger immer dieselbe Tonlage zur Schau stellt. Die Drums wummern nicht halb so sehr, wie man es von anderem Death Metal nun mal gewöhnt ist und wie es vor allem der Atmosphäre zuträglich wäre, und die Gitarren kommen zwar durchaus mit interessanten Melodien und Kopfnicker-Riffs, aber ohne die nötige Power daher. Erst beim vorletzten Track spürt man annährend die Energie, die in der Band steckt – das kann und darf so nicht passieren.

Dabei startet „Empusa“ nach einem kurzen Intro gar nicht mal übel: „Hekate“ weist zwar schon die relativ dünnen Gitarren auf, die uns im Verlauf des Albums noch öfter über den Weg laufen werden, aber Arnos gegrunzte Aggressionen schallen mit Nachdruck aus den Boxen. So richtig will der Funke aber nicht überspringen, die zeitweisen kurzen Gitarrensoli klingen eher uninspiriert als feurig und auch Drummer Bolzen scheint nicht so richtig viel Spaß hinter seiner Schießbude zu haben.

Ganz merkwürdig ist auch: Egal wie weit man den Lautstärkeregler nach rechts dreht, man hat immer trotzdem das Gefühl, als käme nicht der ganze Sound aus den Boxen. Vielleicht ist das gewollt? Eine neue Form von Akustik, womöglich? Hoffen wir, dass das kein Trend wird, davon kriegt man nämlich verflucht schnell Kopfschmerzen – obwohl „Creation Divine“ beispielsweise durch ein feines Gitarrenriff überzeugen kann, bevor ebenjene Gitarre Arnos Gesang völlig plattwalzt und man den armen Mann trotz Gegrunze so gar nicht mehr hört. Dass der Song trotzdem als Anspieltipp durchgeht, sagt jetzt natürlich nichts über den Gesangsstil des Herrn aus, sondern huldigt einfach nur dem Lichtblick in Form einer Gitarre.

Gute Ansätze wie das „My Existance“-Intro mit seinen bedrohlichen Gitarrenspuren bilden zumindest kleine Highlights im etwas konfusen Gesamtbild. Wenn man sich hier mal eine Kopfhörersession antut, fällt das geniale Riff zwar noch mehr auf, dafür dröhnt einem der Bass aber bis unter die Schädeldecke. Bei „Alone“ gibt’s sogar sowas wie klaren Gesang auf die Ohren, der eigentlich mehr ein gesprochener Text ist und dem Song in Kombination mit den dumpfen Drums einen sehr düsteren Touch gibt. Ausgerechnet das grammatikalisch herrlich verworrene „And Now You’re Die“ (nein, das heißt wirklich so, ich habe mich nicht verschrieben) liefert dann das letzte Highlight der Platte. Schade, dass der Satz nach jeder Strophe vorkommt, aber die Gitarren und Arnos hier thrashig angehauchtes Gekeife entschädigen dafür und irgendwie macht dieser kleine Ausflug in die Abgründe der englischen Sprache die Jungs auch schon wieder sympathisch.

Fazit: Völlig abgesehen von der sehr merkwürdigen Produktion, die „Empusa“ qualitativ ordentlich nach unten drückt, ist auch das Dauergrunzen von Sänger Arno relativ gewöhnungsbedürftig. Technisch haben Abyzz ordentlich was auf dem Kasten, nur an der spannenden Umsetzung hapert es irgendwie. Ein großes Lob muss man allerdings den beiden Gitarristen aussprechen, die zwar nicht immer Akzente setzen können, aber zumindest das ein oder andere Lied über den Durchschnitt retten.

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