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Absurd Minds: Noumenon

Allen Freunden anspruchsvoller EBM Musik empfohlen
Wertung: 8.5/10
Genre: EBM
Spielzeit: 54:21
Release: 11.11.2005
Label: Soulfood Music Distribution GmbH

Ziemlich genau zwei Jahre nach dem viel gelobten Vorgängeralbum “The Focus“, veröffentlichte das Trio von Absurd Minds im Herbst 2005 ihr neues Album mit dem mystisch klingenden Namen “Noumenon“. Die zu ihrer Gründungszeit Ende der 90er Jahre einst als „Project Pitchfork – Klon“ verschmähte Dark Elektro Formation um Sänger Stefan Grossmann, hatte sich aber mittlerweile im Laufe der Jahre jene Eigenständigkeit erarbeitet, die sie schon immer suchten und haben wollten. Sowohl bei sich selbst, als auch bei den Fans und Kritikern. Und eben genau jenes neue Werk “Noumenon“, unterstreicht einmal mehr gelungen die innovative und eigenständige Ader der drei Jungs. Inhaltlich und textlich „simpel“ waren jene Absurd Minds Titel noch nie gewesen. Dies ändert sich auch beim mittlerweile vierten Output der Band nicht: Sehr philosophisch, gezielt, wachsam und intelligent nach dem tieferen Sinn des Lebens und des eigenen Ichs fragend, beginnt wiederum mit dem vorliegenden Werk eine neue Ära der Absurd Minds-Erfolgsgeschichte.

Diese Tatsache, die den linearen Faden des aktuellen Albums angeht, macht es insofern einfacher, nicht einzelne Titel des Albums auf Grund ihres Inhaltes heraus picken zu müssen: Ungelogen geht es in sämtlichen 14 Titel um die Frage des menschlichen Seins im Universum. Fragen nach seiner Existenz und der Suche nach dem tieferen Sinn dabei. Aber ebenso wird bei all dem „großen und weitgefächerten“ Denken nicht die individuelle Note vergessen, was bedeuten soll, dass man sich bei all der Suche nach Antworten auf seine Fragen dabei nicht selbst vergessen sollte: Jeder Mensch steht für sich alleine, ein selbständig denkender und handelnder Mensch. Nur leider wird eben gerade dies in der heutigen Zeit viel zu schnell (und zu oft) wieder vergessen.

Somit sei also der Punkt, was die Textinhalte des neuen Absurd Minds Album anbelangt, im Grunde vorläufig abgehakt, da sie wie gewohnt hohe lyrische und anspruchsvolle Qualitäten in sich bringen (für die man sich ruhig etwas mehr Zeit als üblich nehmen sollte...)

Deswegen kommen wir nun sogleich zur musikalischen Seite des aktuellen Outputs: Der Opener “Gedanken-Reich“ ist sozusagen der obligatorische und einzig deutschsprachige Titel auf dem Album, der es perfekt versteht, uns in die tiefen und unendlichen Weiten von “Noumenon“ einzuführen. Im Grunde eine relativ eingängige und Absurd Minds-typische Elektronummer, die ganz und gar ohne Pathos und Phrasen auszukommen weiß (wie die restlichen Titel im Übrigen alle auch!). Was auf den ersten Blick die nachfolgenden drei Titel “Regain the thorn“, “Here and now“ und “Dependence“ mit einander verbindet, ist der extreme Ohrwurmcharakter und die jeweilige Tanzbarkeit der Stücke. Sehr flott und melodiös gehen die textlich nicht minder anspruchsvollen Stücke sogleich in die Ohren der geneigten Hörerschaft und eröffnen ihren potenziellen Hitcharakter. Titel Nr. 5 (“Lord“) stellt hingegen nun einen kurzen Break dar, welcher musikalisch sehr mystisch und sphärisch anmutet. “Stop the fall“ beginnt recht sanft mit seinen träumerisch anmutenden Melodiebögen, nur um sich dann nach einigen Augenblicken in einen fast schon Industrial-mässig klingenden Ohrwurm zu verwandeln, der in Zukunft ebenso durchaus einige Tanzflächen füllen wird! Mit “A man received the answer ´05“ haben wir eine komplette Neueinspielung des Klassikers vom “Deception“-Debüt Album aus dem Jahre 2000 vor uns: Ein unglaublich verspielter und eingängiger Elektrohammer (gemischt mit subtilen Elektrogitarren-Phasen, wie auch schon bei “Stop the fall“ im Einsatz), der uns hier präsentiert wird und welcher wahrlich seinesgleichen sucht. Rhythmisch treibend und musikalisch wie auch textlich anspruchsvoll. Definitiv eines der Highlights des Albums! Ganz andere Töne schlägt indessen das Trio “Inflamed“, “Agitation“ und “Permanence“ an: Beim erst genannten Titel ist besonders der recht deutliche Synthesizereinsatz hervorzuheben, der dem Song eine ganz besondere Note verleiht. “Agitation“ ist für Absurd Minds Verhältnisse recht düster und schwerfällig ausgefallen. Wie ein leichtes Donnergrollen legt sich die melodiös-harte Komposition (kombiniert mit einem hypnotisch anmutenden Gesang) an die Synapsen seines Hörers. “Permanence“ ist ebenfalls eine recht ungewöhnliche (aber wahrlich sehr gute) Nummer für Absurd Minds, mit seinen recht hastig gesungenen Vocals und einer ebenfalls sehr starken Synthesizer-Note in sich nennend.

Lediglich die beiden Titel “The promise“ und “Beyond the world“ fallen qualitativ ein wenig ab, was aber in diesem Fall nicht so viel heißen mag, nur weil sie im Vergleich zu den anderen Songs eher „brav und unauffällig“ daherkommen.

Summa Summarum sei auch die aktuelle Absurd Minds Platte wieder allen Freunden anspruchsvoller EBM Musik empfohlen, die auf eingängige, atmosphärische Melodien und deren Tanzbarkeit aus sind. Aber auch Neugierige dürfen hier sehr gerne mal einen Blick riskieren. Ebenfalls gibt es neben der regulären CD Version dieses Albums noch eine „Limited Edition“ zu erstehen, die noch eine zweite CD enthält, auf der sich insgesamt fünf Bonustracks (bzw. Remixe) befinden und dies gerade mal zum Preis einer regulären CD.

(Die Bonustracks sind nicht in die Gesamtspielzeit des Albums mit einbezogen worden.)

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