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Absu: Abzu

Bösartig, hektisch, verrückt
Wertung: 6.5/10
Genre: Black Metal/ Thrash Metal
Spielzeit: 36:58
Release: 10.10.2011
Label: Candlelight Records

Nach ihrem letzten Album „Absu“ von 2009 bringen Absu jetzt eine neue Scheibe mit dem Namen „Abzu“ heraus. So 08/15 wie sich ihre kreativen Ansprüche in Sachen Namensgebung zeigt, ist die Musik des Trios zum Glück nicht. Dafür sorgt eine seltene, wenn nicht sogar einzigartige Genre-Kombination. 

Nicht erst seit diesem Album schwören Absu auf eine ausgeklügelte Mischung aus Black- und Thrash-Metal-Elementen. Ein unnachgiebiges Schlagzeug trifft auf ein Gitarren-Schrammel-Massaker, welches von krächzenden, zornigen Vocals begleitet wird. So weit, so black. Den Reiz der Thrash-Elemente (oder soll man besser sagen die Kontroverse?) führen Absu gleich bei ihrem Opener „Earth Ripper“ vor Augen. Schrille, markerschütternde, aber vor allem hohe Schreie geben dem Album eine ungewohnte Würzung und rücken zumindest den Opener zusätzlich untermalt mit thrashigen Riffs in die klare Mitte der zwei Genres. Unkonventionell? Auf jeden Fall. Begeisternd? Da scheiden sich wohl die Geister. Die Innovation ihrer Idee kann Absu aber niemand absprechen,  auch wenn sie für viele gewöhnungsbedürftig sein wird. 

Was der Opener an anfänglich irritierenden Gegensätzen kombiniert, schafft der Rest des Albums hingegen nur in abgeschwächter Form. Auch wenn Absu ursprünglich der Death-Metal-Ecke entsprungen sind, scheinen sie ihre neuen Wurzeln eindeutig im Black Metal geschlagen zu haben. Gethrasht wird in den folgenden Stücken nur vorsichtig und wenn, dann kann man sich des nächsten überschrammelnden Gitarrenriffs sicher sein. Um aber weiterhin ein bisschen Chaos in der Hörerschaft zu stiften, binden die Texaner zeitweise virtuose Akustikgitarren-Klänge ein, die von Vis Crom perfekt inszeniert werden. „Circles Of The Oath“ erlangt dadurch eine mysthische und sogar südländische Atmosphäre, die man der Band so gar nicht zugetraut hätte. Denn wie unschwer zu überhören, machen sie vor allem anderen eins: ordentlich Dampf. Dabei überschreiten Absu aber auch gerne mal die Grenze des Verfolgbaren und knüppeln sich meist zum Leidwesen der Songs in unsauberer Blitzgeschwindigkeit durch ihre Songs. Nicht nur die Details, auch die Melodien und sogar viel von der Atmosphäre bleiben dabei auf der Strecke. 

Der Song „Abraxas Connexus“ sticht auf dem Album aber zum Glück positiv aus der Masse und rettet dadurch einiges an verlorengegangenem Inhalt. Absu fahren hierbei von Anfang an eine eingängige Rhythmik und nehmen sich in Sachen Hektik hörbar zurück. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: ein einnehmendes schwarzmetallisches Stück mit viel Finsternis und einer großen Prise Bösartigkeit, das den Ikonen Behemoth in Nichts nachsteht.

Im Großen und Ganzen können Absu aber einfach nicht ihre Drumsticks still halten und so bleibt „Abraxas Connexus“ der einzige Song, der ganz ohne verwischte Gitarre oder ein hektisch schepperndes Schlagzeug auskommt. „Abzu“ beinhaltet einfach zu wenig ausgleichende Elemente, um die Stücke auf einer Art Dauerhöhepunkt-Niveau spielen zu können. Musikalisch geht dem Album dadurch viel an Wirkung flöten, obwohl es der Band weder an Energie noch an Kreativität mangelt. Apropos Kreativität, den Abschluss des Albums bildet das rund 15-minütige Medley „Song For Ea“, welches Abschnitte aus alten Stücken der Band in sich vereint. Die Passagen sind musikalisch vielfältig wie auch überzeugend und heben die Qualitäten der Amerikaner zum Ende des Albums hin noch einmal hervor. Ob ein Medley aus alten Songs bei einem Album mit nur sechs Tracks und weniger als 40 Minuten Spielzeit aber wirklich so förderlich ist, bleibt fragwürdig. Um sich noch auf sieben Punkte zu retten, scheint die Zusammenstellung der Tracklist letztendlich dann doch ein wenig zu „absu“.

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