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Absu: Absu

Die Meister sind endlich wieder zurück - und wie
Wertung: 9/10
Genre: Black / Progressive Metal
Spielzeit: 53:45
Release: 13.03.2009
Label: Candlelight Records / Soulfood

„Über sieben Brücken musst du gehn, sieben dunkle Jahre überstehn…“, so heißt ein Songtext der Puhdys, doch auch alle Fans der amerikanischen Extreme Metaller haben diesen Spruch verinnerlicht, mussten sie doch bis zu dem aktuellen selbstbetitelten Werk sieben lange Jahre ohne ein weiteres musikalisches Lebenszeichen der Band verharren, bis man nun im achten Jahr nach dem letzten Album „Tara“ (2001) ein neues Machwerk in Händen halten und in den Schacht des CD-Players einführen kann.

Der Erfolgszug der Texaner begann im Jahre 1992 mit ihrem Debut "Barathrum: V.I.T.R.I.O.L.". Der Wechsel zum französischen Label Osmose Productions wirkte sich äußerst positiv aus, denn man kooperierte auch bei den folgenden Alben zusammen. 

Anno 2009 blasen die Texaner mit ihrem fünften Album „Absu“ nun also wieder zum Angriff. Auch wenn die Songtitel teilweise schon sehr befremdlich zu lesen sind, so ist man doch geplättet von dem Songwriting, das die Herren an den Tag legen. Man kann durchaus Parallelen zu dem Material der „Tara“ ausmachen; doch reicht das aktuelle viel weiter. Diese immer wieder aufkeimenden Einschübe progressiver und psychedelischer Klangfarbe runden das Material auf eine Weise ab, welche die Songs unverwechselbar und einzigartig macht. 

“Between The Absu Of Eridu & Erech” beispielsweise lässt gleich von Beginn an den Fuß voll auf dem Gaspedal. Kaum vorstellbar, dass sich die progressiven Parts so homogen in das schwarzmetallische Gesamtbild einfügen. Schon wenn die Jungs lediglich die hier enthaltenen Black Metal-Parts als Song verwurstet hätten, wäre dies ein erstklassiges Stück. Durch die Kombinationen jedoch kann man das Begeisterungspotenzial noch steigern. In dem Riffing eingangs von „Night Fire Canonization“ schwingt ganz nebenbei eine leichte orientalische Klangfärbung mit. Im Folgenden dominiert das abgehackte Riffing den Song. 
  
Durch einen diabolischen Groove-Faktor nimmt das Stück „Amy“ sofort vom Hörer Besitz, bevor das Material wieder eindeutig schwarzmetallische Fahrtrichtung aufnimmt.  
Von der Stimmung, die von „Nunbarshegunu“ ausgeht, könnte man das Stück auch mühelos in die nordeuropäische Region stecken. Ohne jeden Anflug für Barmherzigkeit und rasend schnell hämmert einem „13 Globes“ um die Ohren, so dass man nicht mehr weiß, wo hinten und wo vorn ist. Gnadenlos schnelles Stück, das in all seiner Schnelligkeit auch die außerordentlichen Fähigkeiten der Musiker im Zusammenspiel beweist. Am Ende wird das Stück ganz sanft heraus gefaded, was generell eher immer die schlechtere Wahl ist, aber hier passt sogar dies ins Konzept. 

Kommen wir zu einem Song, bei dem ich gern mal miterleben würde, wie die Fans ihn live einfordern: „Of The Dead Who Never Rest In Their Tombs Are The Attendance Of Familiar Spirits“. Genau, das ist der Songtitel. Der erste Punkt, der hier ein bisschen stört und besser in Szene hätte gesetzt werden können, ind die Keyboard-Chorsamples, die ein wenig billig wirken. Der zweite Punkt, mit dem man sich nicht unbedingt anfreunden kann, ist das psychedelische Keyboard-Geplänkel in den letzten Zügen des Songs. 

Als ein richtig erhabener Black Metal-Kracher startet “Magic(k) Square Cipher”, doch dann lassen die Jungs ihrem Faible für progressive Klänge freien Lauf. Hier werden die Vocals größtenteils abgehackt präsentiert, während die Grundstimmung schön infernalisch gehalten ist, wie auch im folgenden Song namens „In The Name Of Auebothiabathabaithobeuee“. Im Mittelteil dieses schwarzmetallischen Prachtstücks hat Michael Harris (Darkology) für ein pfeilschnelles und großartiges Gitarrensolo in die Saiten gegriffen.  

In dem seinen Vorgängern in nichts nachstehenden Song “Girra's Temple” stammt das Gitarrensolo von niemand Geringerem als Blasphemer (ex-Mayhem, Ava Inferi). 
Welch ein Einstieg in den Song “Those Of The Void Will Re-Enter”: Einem Soundtrack eines Films gleich wird die Stimmungskurve nach oben getrieben. Genial, wie im Mittelteil das Tempo fast gänzlich rausgenommen wird, um einem ganz ruhigen Zwischenstück Platz einzuräumen, nur um nahtlos ein irrwitzig schnelles Gitarrensolo anzuknöpfen – einfach großartig. Tempotechnisch und vom Zusammenspiel her wieder eine wahre Ohrenfreude, sodass auch dieses Stück - wie kann man es aufgrund der Worte, die hier schon über dieses Werk geschrieben wurden, anders erwarten? - zu einem richtig genialen Stück wird. 

Das Material, welches Absu auf diesem Album locker aus den Ärmeln schütteln, reicht bei manch anderer Band für zwei, wenn nicht gar drei Alben. So ist den Jungs auch mit “Sceptre Command” ein weiteres grandioser Song gelungen.

Jetzt erstmal etwas verschnaufen, denkt man, und bei den ersten Tönen von „Ye Uttuku Spells“ könnte man das auch glauben, denn dieser Song startet auch wirklich langsamer, lässt man die Parts außen vor, die das Material immer wieder auflockern und dem Ganzen einen teuflischen Drive verleihen. Zu guter Letzt setzten die Jungs bei “Twix Yesterday, The Day & The Morrow” auf Synthie-Klänge, was das Album sehr atmosphärisch ausklingen lässt; düster und geheimnisvoll.

Die Produktion des Materials lässt keine Wünsche offen. Alles, worauf es bei der Musik von Absu ankommt, wurde absolut ins rechte Licht gesetzt: Das überirdisch gute Drumming, die irrwitzig schnellen Gitarrenleads und die fies-kratzig-fauchigen Vocals kommen perfekt durch die Membranen.  

Fazit: Eindrucksvoller und grandioser kann ein Lebenszeichen nach acht Jahren Abstinenz wohl kaum sein. Absu sind zurück. Das wurde auch Zeit, ist absolut gut so, und das beweisen sie mit diesem großartigen Werk mehr als eindrucksvoll.

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