Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Absent/Minded: Alight

Schwerstmetall aus Franken
Wertung: 8,5/10
Genre: Sludge / Doom / Post Metal
Spielzeit: 45:52
Release: 29.01.2016
Label: Eigenproduktion

Mit dem inzwischen dritten Album legen die Post Metaller Absent/Minded ein weiteres Schwergewicht in ihrer Bandhistorie nach. Sechs bleischwere Stücke mit einer Gesamtspielzeit von gut 45 Minuten sind auf den Silberling gepresst worden, um dem Hörer das Blut in den Adern gefrieren zu lassen.

Schon der Einstieg in das Album ist gekennzeichnet von düstersten, todbringenden Klängen, die einen ganz klaren Weg für die nächsten 45 Minuten vorzeichnen. „Light Remains“ ist eine postapokalyptisch anmutende Komposition, die förmlich in Angst, Hass und Verzweiflung ertrinkt. Über sieben Minuten prügelt dieses Musik gewordene Monster auf den Hörer ein, bevor es wieder von ihm ablässt. Zum Einsatz kommen tiefste Gitarrenriffs, die gerne auch aus dem Doomsektor genommen werden. Dazu gesellt sich ein Drumming, welches durchaus auch das Prädikat „beeindruckend“ verdient hat. Schlagwerker Jürgen kann ganz langsam und schwer, aber er zieht auch gerne mal am Gashebel und lässt die Bassdrum mal ordentlich röhren.

Im weiteren Verlauf zeigt sich die Scheibe nicht mehr ganz so extrem düster wie zu Beginn. „Stargazin’“ hat aber einen sehr traurigen Hintergrund. Das Stück behandelt das Unglück der Raumfähre Challenger, die 1986 kurz nach dem Start in der Luft explodierte. Das komplette Lied kommt ohne eigentlichen Text aus und wird nur von (originalen?) Nachrichtentexten zur Katastrophe begleitet.

Schon hier zeichnet sich die Wandlungsfähigkeit und die Vielseitigkeit der fränkischen Post Metaller ab. Absent/Minded wollen sich auf keinen Fall in eine Schublade stecken lassen und lassen auch ein nicht geringes Potential an Sludge und Doom mit in ihre Werke einfließen. Die verschiedenen Genres halten sich oft so die Waage, dass man durchaus darüber streiten kann, ob es nun Post Metal mit Sludge- und Doom-Elementen ist, oder anders herum.

Was hier auf jeden Fall vorliegt, ist technisch und kompositorisch hochwertige Musik, die sich nicht zu verstecken braucht. Absent/Minded beherrschen die Gratwanderung zwischen den verwendeten Genres so gut, dass man fast ein eigenes Stilfach für die Combo aufmachen müsste.

Auf der anderen Seite ist es schon auch ganz schön anstrengend, den zeitweise bis zu zehn Minuten langen Liedern der Formation zu lauschen. Die Platte wird zwar zu keiner Sekunde ihrer Spielzeit langweilig, sie erfordert aber konstante Aufmerksamkeit des Zuhörers. Mit zunehmender Laufzeit kann dieser Umstand für das ungeübte Ohr durchaus anstrengend werden.

Die Platte ist weniger für Anhänger eines bestimmten Genres zu empfehlen. In erster Linie sollte sich jeder, der es extrem düster und tief braucht, einmal mit der Scheibe beschäftigen. Absent/Minded liefern zu intelligent konstruierten Kompositionen auch noch gut durchdachte Texte, die weder oberflächlich noch zu plakativ sind.

comments powered by Disqus

Top-Stimmung in der Markthalle auch an einem Mittwochabend

Auch die unsägliche Informationspolitik kann einem den Spaß nicht verderben

Stimmungsvoller Abend mit zwei motivierten Bands