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Abscess: Horrorhammer

Solide ... mehr aber auch nicht
Wertung: 5/10
Genre: Death / Grindcore / Punk
Spielzeit: 34:54
Release: 23.02.2007
Label: Peaceville

Übelst einen auffe Lauscherchen bekommt der geneigte Death und Grindcore- und auch Punk-Fan von der neuen Schlachtplatte der Kalifornier Abscess mit dem klangvollen Namen „Horrorhammer“.

Nach dem „Bandtod“ von Autopsy machte Chris Reifert mit Abscess weiter und die Band hat seitdem ganz fleißig was veröffentlicht.

Mit dem aktuellen und inzwischen siebten Album in der Bandgeschichte zeigen die Kalifornier wieder einen derben Mix aus Death Metal, Grindcore und Punk.

Hierbei werden beispielsweise schnelle Soli serviert mit grunzenden, fauchenden und gurgelnden Vocals. Die Geschwindigkeit variieren Abscess überraschenderweise dann doch in dem ein oder anderen Song einmal, was mich eher verwundert hat, denn ich hätte von der Scheibe erwartet, dass sich das Tempo durchgehend im roten Bereich bewegen würde.

Was für mich in Ordnung geht, sind die Vocals, die wie oben beschrieben mal grunzen, dann fauchen und auch mal gurgeln. Weiterhin empfinde ich die langsameren Passagen in manchen Songs recht angenehm.

Was aber meiner Ansicht nach gar nicht geht, sind diese punkigen Passagen. Sorry, das möge man mir bitte verzeihen, aber ich finde, man sollte Death Metal nicht derart mit Punk mixen. Das macht man ja mit richtig gutem schottischem Whisky und Cola schliesslich auch nicht …

Ausserdem muss ich sagen, dass diese Mucke extrem stimmungsabhängig ist: Ich persönlich kann mir das Album nicht anhören, wenn ich wirklich, ich sagte WIRKLICH schlecht drauf bin, denn das geht dann voll nach hinten los … will sagen, dass ich die CD dann aus dem Player schmeisse und fortan noch mieser drauf bin …

„Drink The Filth“ geht direkt heftig in die Vollen. Die Vocals scheinen direkt aus der Hölle zu kommen und das Tempo des Songs sowie das Solo ist trommelfellzerberstend …

„New Diseases“ hat dann noch einigermassen Wiedererkennungswert, auch wenn ich meine, das Eingangsriff schon mal irgendwo anders gehört zu haben. Ein wenig mehr Stimmung erzeugen hier die langsameren Parts. Positiv punkten auch hier wieder die Vocals.

„Poison Messiah“ startet zunächst etwas gesitteter, nur um dann wieder in die schnelle Spur zu wechseln. Der Song wird dann im Mittelteil etwas rockig und läd daher sicher zum Bangen ein. Alles in allem ein abwechslungsreicher Song.

In „Another Private Hell“ und dem folgenden „Exterminate“ zeigt sich ganz eindeutig die Vorliebe der Band für den Punk. Trifft aber ganz und gar nicht meine Vorliebe, daher enthalte ich mich einer Bewertung …

Es folgt der Song, welchen ich als den besten auf dieser CD ansehe: „When Witches Burn“ … ich weiß, dieser Songtitel ist alles andere als nicht klischeebehaftet, aber schon das Riff eingangs des Songs finde ich gut … ein Stück der langsameren Gangart, welches aber nicht minder in seinen Bann zu ziehen weiß.

“Four Grey Walls” rockt und kommt wieder mehr punkmässig angehaucht daher.

„Beneath A Blood Red Sun” beginnt dann wieder mit angezogener Handbremse ... gefällt anfangs daher schon, da es eine gewisse Stimmung erzeugt, aber dann wird es doch wieder grindcoremässig und punkig, auch wenn es zwischenzeitlich wieder langsamer wird.

Dann schwingen die Herren den „Horrorhammer”. Der Titelsong entpuppt sich als reines Instrumental, welches ganz okay ist.

„Hellhole“ entfesselt wieder all den kreativen Wahnsinn der Kalifornier. Das Hauptriff bleibt auch eine ganze zeitlang im Kopf des Hörers …

„March Of The Plague” beginnt schön mächtig und schön langsam … spätestens bei dem irrwitzigen Solo ist dann Schluss mit langsam … es wird wieder wahnsinnig schnell…

Das letzte Stück der Scheibe „The Eternal Pyre“ ist wieder ein punkiges Stück, dem ich leider auch nicht allzu viel abgewinnen kann …

Die Produktion ist gelinde gesagt recht dürftig. Ich könnte an dieser Stelle einige Demos von Undergroundbands aufzählen, die qualitativ um einiges besser ausgearbeitet wurden. Okay, der Großteil der Songs wurde live eingespielt, von daher passt dieses Rohe ja auch wieder …

Bei Scheiben anderer Bands schimpfe ich ja schon mal über die zu magere Spielzeit, aber hier genügen die 34:54 allemal. Noch mehr davon würden dann auch die Ohren mancher nicht verkraften …

Fazit: Grindcore-, Old School Death Metal, Punk- und nicht zuletzt Autopsy-Fans dürfte diese Scheibe Pipi in die Augen treiben.

Das Album lässt mich persönlich keine Freuden-Pogo-Tänze aufführen, aber dennoch liefern Abscess eine für dieses Genre solide Leistung … mehr aber auch nicht …

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