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Abinchova: Handgeschrieben 7“

Gelungener Vinyleinstand
Wertung: 8,5/10
Genre: Melodic Death/ Folk/ Pagan
Spielzeit: 3:43 + Präludium/ 5:42
Release: 21.10.2012
Label: Eigenproduktion

Die Schweizer Eidgenossen Abinchova haben offensichtlich ein kleines Faible, wenn es sich um das „Besondere“ ihrer Veröffentlichungen dreht. Lustig frönen sie dem DIY-Gedanken – allein schon die Debüt-EP „Hörensagen“ gab es in handgemachten Papierumschlägen, die dazu sich auch noch regelmäßig farbig unterschieden. Den ersten Longplayer „Versteckte Pfade“ hauten sie dann auch in Eigenregie als Digipak heraus, und mit der nun vorliegenden „Handgeschrieben“-EP lassen sie sich doch glatt auf neue Variante ein, kommt doch das Ganze als Vinylsingle in weiß daher.

Damit sind wir auch schon bei den Vinylrahmenbedingungen, die wie immer schnell abgefrühstückt sind: Limitiert auf 500 Stück dürfte sich also auch das Sammlerherz freuen, dazu dann wie schon erwähnt in weiß. Mit 52g ist die 7“ weit davon entfernt, als Flexi abgenutzt zu werden, die Vor- und Rückseite sind eindeutig durch Buchstaben gekennzeichnet, das Mittelloch musste allerdings bei dem vorliegenden Exemplar ausgeweitet werden, damit man das Scheibchen auch wieder vorsichtig vom Plattenteller heben kann. Der Hinweis, dass die Single bei 33rpm abgespielt werden muss, fehlt leider. Dafür ist die Single aber in einer sehr stabilen Papphülle untergebracht, die neben einem Sticker und einem Abinchova-Bierdeckel auch einen digitalen Downloadcode für „Handgeschrieben“ beinhaltet, allerdings nicht in die üblichen und schützenden Kunststoffhüllen passt.

Auf der A-Seite muss man allerdings erst das „Präludium“ über sich ergehen lassen – sicherlich ganz lustig gemeint, aber zumindest auf Vinyl ist ja die Skipfunktion deaktiviert, weswegen man die im Schwitzerdütsch gesprochene und mit Eluveitie-Annas Drehleier untermalte Einleitung durchaus vergessen kann. Und wenn hier schon Anna Murphy in den Fokus rutscht, so dann sicher auch, weil sie für die Produktion verantwortlich war, was sie auch ganz gut umgesetzt hat, ist der Sound der Vinylversion doch gut ausbalanciert und wird nicht matschig oder fade.

Der erste Song heißt „Wegweiser“, zu dem es auf YouTube ja auch einen netten Videoclip gibt, wo die Band den von einem (Pseudo-)Plattenvertreter angebotenen „Ich mache euch zu Stars“-Vertrag im Endeffekt ausschlägt – DIY sei Dank. Musikalisch bewegen sie sich dagegen durchaus im Eluveitie- oder auch Turisas-Fahrwasser, wobei sie die Folkelemente auf der 7“ ein klein wenig zurückgeschraubt haben. Hier regiert die melodische Deathgitarre, Frontmann Arnaud brüllt sich schön die Seele aus dem Leib und wird kurzzeitig durch den hohen Klargesang Noras ausgestochen. Wenn Nora auch zur Violine greift, schiebt sie sich nicht penetrant in den Vordergrund, sondern liefert lieber einen melodisch stützenden Unterbau für die bratenden Gitarren.

Die Flipside „Wandlung“ kommt dann wesentlich schwermütiger daher, dazu liefert die Violine deutlich mehr Wehmut ab. Auch hier sind die Folkelemente in den Hintergrund verschraubt, Gitarre und grölender Gesang dominieren die schon ohrwurmelige Melodie. Lobenswert sollte noch erwähnt werden, dass die fast sechs Minuten keineswegs langweilig daherkommen – heutzutage auch nicht mehr selbstverständlich.

Für Sammler erst recht allemal interessant, aber Abinchova können auch so einmal mehr überzeugen. Natürlich, die Verpackung muss auch stimmen, doch der Inhalt zählt dann im Endeffekt mehr, und hier haben die Melodic-Death-Folker zwei von der Grundstimmung unterschiedliche, aber stimmige Songs auf Vinyl gebannt. Acht Franken oder nach aktuellem Kurs ca. 6,50 Euro sind für das Vinyl vertretenswert, allerdings kommen noch Portokosten dazu. Wer die Schweizer unterstützen will, ordert selbstverständlich auf der Homepage bei der Band selbst.

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