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Abigail Williams: In The Shadow Of 1000 Suns

Abigail Williams gehören auf den Thron und nicht wie ihre Namensgeberin auf den Scheiterhaufen
Wertung: 9/10
Genre: Symphonic Black Metal
Spielzeit: 46:39
Release: 24.10.2008
Label: Candlelight Records

Orchestraler Black Metal - Tja, da denkt man zu allererst wohl an die guten, alten Dimmu. Doch es heißt ja nicht, dass nicht auch etwas, was gut und alt ist, nicht doch einmal von etwas Neuem, möglicherweise noch besseren übertroffen werden kann.

Schon die EP „Legend“ brachte es 2007 auf über 15000 verkaufte Einheiten und nun holen Bandkopf Ken Sorceron (Gesang, Gitarre) und seine Mitstreiter Tommy "Plaguehammer" Haywood Jr. (Bass), Sam "Samus" Paulicelli (Drums), Mike Wilson (Gitarre), Ashley "Ellyllon" Jurgemeyer (Keyboard) und last, but not least Bjorn "Bjornthor" Dannov (Gitarre) mit „In The Shadow Of 1000 Suns“ zu ihrem ersten Full Length-Schlag aus.

Zu den absoluten Stärken der Amis zählt erstens die Tatsache, dass sie in ihren Reihen drei Gitarristen wähnen, was eine unglaubliche Sounddichte darstellt. Zum zweiten möchte ich hier die Dame an den Tasten besonders hervorheben: Ellyllon schafft mit ihren Keyboard – und Pianoeinsätzen für schier unglaublichen Tiefgang und ist dabei mächtig stimmungsbildend.

Das Intro, das kurz und schmerzlos “I“ getauft wurde, gibt einen allerersten, klitzekleinen Einblick auf die orchestrale Ausrichtung des Albums, in das wir mit „The World Beyond“ eintauchen und damit auch in die Black Metallischen Abgründe mit hineingezogen werden. Nicht erwartet hätte ich dann an dieser Stelle dieses geniale Gitarrensolo in bester Schwedentodtradition, das von Blastbeats begleitet wird. Die Keyboards erschaffen eine richtig intensive, unheilvolle Atmosphäre … sehr gut gemacht. In dem Moment, wo die schreiende Frauenstimme erklingt, leidet man förmlich mit.

Eingangs des tempomäßig doch recht abwechslungsreichen “Acolytes” geben alle Musiker ihr Bestes, bis Ken´s fauchende Stimme (klasse übrigens) ertönt. Lediglich gegen Ende des Stückes gehen die Synthieklänge dann doch ein bisschen auf die Nerven.

Neben dem sehr wohlklingenden Fauchen kommt man in “A Thousand Suns” auch in den Genuss von Cleanvocals. Welch eine bedrohliche Stimmung die Keyboards hier wieder vermitteln, ist nahezu unerreicht, einfach Weltklasse!

Noch mehr das Attribut `Weltklasse` nimmt allerdings der beste Song auf dem Album “Into The Ashes“ für sich in Anspruch. Mit Pianoklängen starten wir in dieses klangliche Meisterwerk, das die in der Einleitung angesprochenen Norweger wirklich sehr alt aussehen lässt. Dann folgt ein Part bester schwarzmetallischer Kunst. Für das Songwriting vergebe ich für diesen Song die Höchstwertung, denn die Band macht absolut alles richtig und entfesselt mit diesem Werk wahre Begeisterungsstürme.

Mal nicht ganz mit dem Gaspedal, das bis zum Bodenblech durchgedrückt wird, geht es ab mit “Smoke And Mirrors“. Hier kann man eher von einem Midtemposong sprechen, der dann aber mit einer unglaublichen Wucht an die Trommelfelle dringt, drei Gitarren und einen begnadetem Drummer sei dank. Klasse anzuhören sind auch diese Doppelgitarrenläufe.

Einen kurzen Moment der Ruhe, der Reflexion bekommen die Ohren in dem instrumentalen „A Semblance Of Life“, welches eine gute Überleitung darstellt zu „Empyrean: Into The Cold Wastes“, wo dann wieder die schiere Raserei an der Tagesordnung ist und sehr schön aufzeigt, welch eine gute Musikerin die Jungs mit Ashley in ihren Reihen haben.

So, genug geruht, weiter geht´s im Eiltempo, und zwar mit dem sehr starken „Empyrean: Into The Cold Wastes“. Hört euch einfach nur an, wie genial diese Pianoeinschübe in das Konstrukt eingefügt wurden, das ist einfach nur gut. Im Mittelteil zeigt das Monster sogar so etwas wie Groove, einfach stark. Kirchenglocken im Regen bilden den Schluss dieses sehr guten Songs.

„Floods“ weiß mit klanglicher Tiefe zu gefallen, mit mächtig bedrohlicher Stimmung, mit einfach sehr gut gemachtem Black Metal melodischer Schule. Ein hochkarätiges schwedentodinspiriertes Gitarrensolo gibt es dann noch oben drauf.

Eher Richtung des klassischen Elchtodgenres wähnt man sich eingangs „The Departure“, klingt richtig gut.

Welch eine Schlusssequenz man hier zu hören bekommt … Einfach klasse, diese Streicher, die von einem Piano begleitet werden.

Eine bestens ausgetüftelte Produktion macht aus dem hervorragenden Songwriting ein sehr gutes Album, das für meinen Geschmack besser kaum sein könnte.

Fazit: So muss orchestraler Black Metal klingen. Gegen „In The Shadow Of The 1000 Suns“ können Bands wie Dimmu und Konsorten schlicht und einfach einpacken.

Abigail Williams gehören auf den Thron und nicht wie ihre Namensgeberin auf den Scheiterhaufen!

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