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Abattoir: Vicious Attack

Ungeschminkte Neuauflage des Debüts von 1985
Wertung: 8/10
Genre: Power/Speed Metal
Spielzeit: 27:42
Release: 22.06.2015
Label: Marquee Records

Man darf gespannt sein, wie sich die Veröffentlichungspolitik vom europäischen Marquee Records-Arm noch ausprägt – frisch in Irland gegründet haben sie sich direkt des Re-Releases des Klassikers „Depths Of Death“ von Sentinel Beast angenommen, am 22. Juni lassen sie nun mit „Vicious Attack“ den zweiten Kracher folgen, dieses Mal von den noch immer als „lebend, aber inaktiv“ geltenden Abattoir.

Das Debüt der Power/Speed Metaller aus Los Angeles feiert dazu dieses Jahr auch noch seinen dreißigsten Geburtstag, erschien die Platte doch schon im Juli 1985, zu einer Zeit, wo die Studiotechnik noch nicht so ausgereift wie heute war und nicht für durchgehend zufriedenstellende Ergebnisse sorgte: Absolute Soundfetischisten werden hier trotz aller Überarbeitungen immer wieder etwas finden, das ihnen sauer aufstößt. Eines kann man dem kompletten „Vicious Attack“-Album allerdings nicht verwehren: Die unbändige Rohheit der schneidigen Riffs, die immer auf den Punkt kommende Melodie ohne irgendwelchen Firlefanz, die durchgehend hohe Trefferquote beim Komponieren, was sich dann auf dem ein Jahr später veröffentlichten „The Only Safe Place“ noch ein wenig besser manifestierte.

Egal, Marquee Records haben nun die Rechte von Century Media abgeluchst – man erinnere sich, dass ja schon dieses Debüt via Century Media, die für die ganzen Combat-Classics zuständig waren, veröffentlicht wurde. Leider stehen wohl keinerlei Bonustracks zur Verfügung, auf die frühen Demos der Bands braucht man da nicht zurückgreifen, sind doch alle Songs von damals hier vertreten. Ein kurzweiliger, keine 28 Minuten währender purer Abriss, und so ganz nebenbei ein Lehrbeispiel des jungen Juan Garcia, der ja locker-flockig auch Agent Steel oder Evildead seinen prägenden Stempel aufdrückte.

Abattoir fingen damals sehr gut die ganze Aufbruchstimmung im Heavy Metal ein – die NWOBHM-Phase lag schon lange in ihren letzten Atemzügen, die Speed/Thrash-Metal-Bands hatten schon längst das Zepter übernommen und regierten mit ungebremster Energie im rohen Kostüm. Und genau da lässt sich „Vicious Attack“ verorten, welches sich irgendwo zwischen Rock'n'Roll und Speed Metal für damalige Zeiten überraschend erfolgreich über Indie-Wege einen Namen im Metalunderground bahnte und das Vehikel Motörhead-Coversong „Ace Of Spades“ eigentlich nicht nötig hatte, dennoch mit dieser aggressiven Version Abattoirs Wurzeln offenbarte.

Satt mit Schmackes ohne technische  Augenwischerei, sondern auf pure Riffgewalt aufgebaut, schieben sich Speedfetzer wie der Titeltrack „Vicious Attack“ oder auch der Opener „Screams From The Grave“ sofort in den Vordergrund, selbst Midtempo-Nummern wie „The Living And The Dead“ verlieren auch 2015 nichts von ihrer Old-School-Magie, sondern sind die Matrix für viele Generationen nach ihnen. Ganz oben anzusiedeln ist auch das fetzende „Stronger Than Evil“, diese ausgewogene Mischung aus flirrenden Soli, durchschlagskräftiger Riffarbeit und ungekünsteltem Gesang – herrlich auch heute noch, keine Frage.

Wer sich bisher mit dieser Scheiblette noch nicht auseinander gesetzt hat und sich in die Frühphase des heutigen Kult-Hypes versetzen will, wer keinen Bock hat, die alte Vinylpressung aus dem Regal zu fischen, der sollte hier gleich mal zuschlagen, denn auch wenn es nur gut 28 Minuten auf das Album geschafft haben – das Budget lag damals bei 3000 Dollar –, so ist hier keine Sekunde wirklich überflüssig. Zeitreisen können einfach schön sein.

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