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Abandoned: Still Misanthrope

...und doch nicht menschenfeindlich...
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 23:38
Release: 03.03.2017
Label: Eigenregie

„Achtung, die Hesse komme“ - dass Abandoned noch leben, das hat man ja trotz der zehnjährigen Veröffentlichungspause mitbekommen, und jetzt liefern sie auch noch eine Old-School-Thrash-EP aus, sodass in einem nicht nur das „na endlich“, sondern auch gleichzeitig „nichts verlernt“-Gefühl aufkommt – unaufgeregt gut, mag man da locker in den Raum werfen. Woher denn der Titel „Still Misanthrope“ herkommt oder warum sie uns den menschenfeindlichen Stinkefinger zeigen, dass werden wir noch klären, fest steht aber, dass fernab sonstiger Ausflüge gen Masters Of Disguise und Roxxcalibur hier eben ordentlich geschreddert wird, ohne aber auf einige kleine Feinheiten verzichten zu müssen.

Mit „Holy Terror“ und „The Oncoming Storm“ haben Abandoned auch gleich zwei alte Nummern als Bonus beigefügt und sie einem soundlichem Facelifting unterzogen, wobei schnell feststeht, wie zeitlos Thrash Metal halt ist – (nun ja, Kritiker werden wohl eher rufen, dass eben auch nichts wirklich mehr Neues kommt; Anm. d. Red.). Beim Spagat seit „Thrash Notes“-Debützeiten von 2006 bis heute sind groovige Parts mit gelegentlichen Tempoverschärfungen, mitshoutbarem Refrain zum idealen Mattenschwingpart und klein kurzem Rock'n'Roll-Ausflug inklusive wie in „Holy Terror“ - heute auch inhaltlich genauso aktuell wie damals – oder eben dem Bass-dominierten Rausschmeißer noch immer schwer an der Tagesordnung und eben keineswegs altbacken.

Aber auch die vier Neunummern haben reichlich Zündstoff intus, allen voran der pfeilschnelle, mit groovigen Erholungsphasen krachende Moshpit-Knochentest „Creeper“ oder das zumindest lyrisch mit ein bisschen Punk-Ideologie kokettierende „Fuck You Bastard“, welches ganz klar im treibenden Thrash zuhause ist und als aggressiver Antreiber jede Clubmeute in Bewegung bringt.

Abadoned verfügen aber eben auch über ein wenig unplakative Abwechslung im Gepäck. So haben sie beim Opener „It's Alive“ einfach mal nichts verlernt, grooven auf der einen Seite wie thrashende Hölle, legen zwischendurch aber auch ein paar Tempoverschärfungen vor, die ganz nach gewollter Handbremsenlösung klingen, nur um nicht schon zu früh zu überziehen, sondern eher alle auf Betriebstemperatur zu bringen. Etwas experimenteller ist dagegen das Stakkato-geprägte “Cataclysmic Signs“ mit seinen ebenfalls groovigen Ausritten, einem phänomenalen Gitarrensolo schon im ersten Drittel und dem vielleicht am meisten überraschenden, klar angelegten Kalli-Gesang.

Ausgewogene Produktion, wie ihn Overkill & Co - gerade was den Basssound betrifft – bevorzugen, zeitlose Songs, Abadoned haben da einfach vielen Jungspunden etwas voraus – vielleicht nicht das Wilde, Dynamische, dafür aber die songschreiberische Konstanz und reichlich gute Ideen. Das darf man dann auch mit dem Kauf der CD supporten, eine Vinylversion wäre da natürlich noch deutlich prickelnder.

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