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A Time To Stand: You Are Here

Ein guter erster Eindruck
Wertung: 7/10
Genre: Poppunk, Melodic Hardcore
Spielzeit: 17:13
Release: 30.07.2011
Label: Eigenproduktion

Super Ding: Eine weitere Do-It-Yourself-Combo, die meint, sich aus den heimischen Kellergewölben erheben zu müssen, um der Welt ihren popgepunkten Melodic Hardcore aufs Auge zu drücken. Ja, die Jungs von A Time To Stand bieten wahrlich nichts Seltenes auf ihrem EP-Debüt "You Are Here", aber was sie bieten, kann sich durchaus hören lassen, auch wenn die Einleitung die Leser jetzt in die Irre geführt haben mag.

Klar bekommt man auf der EP eine allzu bekannte Mischung geboten, die aber von dem Quintett sympathisch und vor allem begeistert umgesetzt wird. Dass ATTS Fans ihrer eigenen Musikrichtung sind, merkt man hier schon ganz deutlich, und auch der jugendliche Übermut schwappt noch durch die Lautsprecher.

Mit gerade einmal etwas über 17 Minuten ist der Erstling zwar quantitativ etwas mau, dazu muss man sich aber die Aufnahmebedingungen ins Gedächtnis rufen, schließlich haben die Paderborner "You Are Here" quasi zuhause in den eigenen vier Wänden aufgenommen und das ohne professionelle Hilfe. Dafür ist der Sound auch ziemlich gut geraten, obwohl die Gitarren teils etwas druckvoller hätten sein dürfen und auch der Gesang hätte stellenweise etwas mehr Biss vertragen können. Dieses Manko machen ATTS aber tatsächlich größtenteils mit ihrer Spielfreude wett, sodass zum Beispiel ein etwas träger Drumsound kaum ins Gewicht fällt.

Insgesamt klingt die Truppe immer so ein bisschen wie eine Mischung aus A Day To Remember und Sum 41, was vor allem im direkten Vergleich zwischen dem Opener "A Day To Set Your Four Year Glory" und "The Beast" deutlich wird: Ersteres beginnt schon mit hymnenhaften Gitarren und klingt so amerikanisch wie anscheinend nur eine Paderborner Band klingen kann, dann setzen die immer wieder beliebten galoppierenden Gitarren und Drums ein. Obwohl der Track gerade mal eine knappe Minute lang ist, kann er schon mehr begeistern als manch andere Band auf einem ganzen Album. "The Beast" startet dagegen mit deftigen Schreien, die ebenso wie der folgende klare Gesang eine Spur zu weit in den Hintergrund gemischt wurden. Sehr schade, aber zum Glück kann der Song trotzdem auf ganzer Linie überzeugen.

Auch "Eyes To The Sky", das etwas stärker die Metalcore-Schiene bedient, geht enorm schnell ins Ohr, nistet sich zu Anfang ein bisschen weiter in der Hardcore-Ecke ein, nimmt aber spätestens bei den Gitarren wieder die Poppunk-Spur auf. Mit "It's A Sad And Beautiful World" haben A Time To Stand noch mal einen wirklich starken Song mit Ohrwurm- und Mitsing-Refrain ausgepackt, der auf jeden Fall beträchtlich zum Wiedererkennungswert der Combo beiträgt. Bei gerade mal sieben Songs so viele gute und sehr gute Songs und keinen einzigen Totalausfall zu produzieren, ist auf jeden Fall bei einem Debüt ein Kunststück und uns gute sieben Punkte wert. Mit einem etwas besseren Sound könnte noch das ein oder andere Pünktchen mit draufkommen, aber auch im jetzigen Zustand sind ATTS schon eine Empfehlung für alle Poppunk- und Melodic-Hardcore-Fans.

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