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A Thousand Years Slavery: A Fury Named Spartan

Was als Film schon gut war, kann als CD nur bestens sein
Wertung: 8.5/10
Genre: Death Metal-Core
Spielzeit: 23:20
Release: 14.11.2008
Label: Conatus Records

Montreux in der Schweiz ist die Geburtsstätte der Band A Thousand Years Slavery. Alles begann im Jahre 2004, als sich die Formation zusammen fand. Nachdem die Musiker 2006 ihr erstes Demo mit drei Songs veröffentlicht hatten, ging es zusammen mit The Black Dahlia Murder auf die Bretter. Im letzten Jahr begaben sich die Jungs ins Studio, um ihre erste EP „A Fury Named Spartan“ einzuspielen. Und was ich als Film „300“ schon irre gut fand, macht Hoffnung auf die quasi musikalische Umsetzung. 

 

Ein sehr schönes Instrumental-Intro haben sich die Jungs für „Epicurean“ ausgedacht - ziemlich stimmungsvoll geht es mit ruhigen Tönen los, bis die ganze Band in das Thema einsteigt. Die Growls trifft Roan richtig gut – schön vollmundig malträtiert er sein Mikro. Und auch die Clean-Vocals, die bei so mancher Band häufig das Sorgenkind im Gesamtsound sind, klingen bestens. Schöne Metal-Gitarren von Cédric und Laurent beherrschen den Song und am Ende kommt man gar in den Genuss von Akustik-Klampfen. Ein schöner Einstieg in die Scheibe. 

 

Gewaltig, das ist die Headline, die einem beim Hören von „Drastic Oversleep“ unweigerlich in den Kopf schießt. Kurz darauf prescht das Stück durch das Drumming von Julien samt Cédrics Bass mit dem Hörer im Gepäck hinweg, unüberhörbar die Gitarrenarbeit, die in melodischer Hinsicht über die baltische See Richtung Schweden Ausschau zu halten scheint. Darauf folgt ein Moshpart, der es aber mal ganz gewaltig in sich hat. Mann, das macht Spaß, wenn sich die zwei Gitarren in bester Core-Manier duellieren.

 

Mit nur ganz kurzer Pause lauscht man in „An Eternal Tree“ einem Song, der etwas absolut Treibendes und Mitreißendes an sich hat; zudem man hier gitarrentechnisch wieder gern Richtung Schweden schaut. Der Moshpart animiert absolut zum Mitmachen. Überaus interessant und gelungen ist es außerdem, wie die Jungs diese Härte mit den Clean-Vocals kombinieren. 

 

Richtiggehend geplättet wird man vom Song „Une Etoile Incandescente“, welcher, wie der Titel schon unschwer erahnen lässt, in französischer Sprache vorgetragen wird. Geplättet ist man nicht etwa, weil dieses Stück vor Power strotzt und über alles und jeden hinweg fegt, sondern aus genau dem gegenteiligen Grund. Wir haben es hier mit einem fast schon ätherischen Stück zu tun. Die Vocals werden ausschließlich geflüstert. Ein unheimlich episches, wunderschönes und atmosphärisches Teil, das ich von den Jungs in der Form so nicht erwartet hätte. Klanglich hören wir lediglich eine Gitarre und gegen Ende zieht am fernen Horizont ein Gewitter auf.

 

Dieses Gewitter wütet dann mit dem Titeltrack „ A Fury Named Spartan“ der EP genau über den Köpfen des Hörers. Hier zelebrieren die Jungs wieder Deathcore vom Allerfeinsten. Dieser Song wird Spaß machen. Egal, ob man bangt oder sich im Moshpit befindet: Dieses Hammerteil wird nichts als verbrannte Erde hinterlassen. 

 

Den höchsten Anteil an elchtod-geschwängerten Melodien bekommt man im letzten Song „Betrayed Flavour“. Auch hier sind die Clean-Vocals wieder mehr als gelungen und auch das Gitarrensolo weiß wirklich zu begeistern. 

 

Die Produktion der Scheibe kickt amtlich Arsch. Übersteuert klingt hier gar nichts, viel mehr wurde aus allem das Beste heraus geholt. Das Ergebnis ist wirklich beeindruckend fett und kann sich mehr als sehen lassen. Vladimir Cochet hat an den Reglern einen erstklassigen Job abgeliefert.

Definitiv länger als nur knapp über zwanzig Minuten kommt einem die Scheibe vor, was eindeutig für die Qualität der Songs spricht. Man wird also bestens unterhalten. 

 

Fazit: A Thousand Years Slavery werden es sicher schaffen, sich im Haifischbecken des Metalcore durchzubeißen. Die Musik auf dieser EP ist eigenständig und nennt das gewisse Etwas ihr eigen, das vielen anderen Bands fehlt. Und ich habe die Bestätigung, dass ich nicht nur den Film „300“ irre gut finde, sondern auch sozusagen seine musikalische Umsetzung in Form der EP „A Fury Named Spartan“, die definitiv ungeduldig warten lässt auf das erste Full Length-Album der Jungs, das Ende diesen Jahres auf den Markt kommen soll. 

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