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A Tale Of Amity: Alles Maskerade

Eine positive Überraschung in der deutschen Core-Szene
Wertung: 7/10
Genre: Metalcore, Poppunk
Spielzeit: 19:32
Release: 28.04.2012
Label: Eigenproduktion

Beim Lesen der Presseinfo der Düsseldorfer Truppe A Tale Of Amity rollen sich einem direkt die Fußnägel ein – da ist doch glatt die Rede von den „Backstreet Boys des Hardcore“ und der selbst gewählten Bezeichnung „Pop-Core“. Schon bereut man es mehr als nur ein bisschen, sich mal wieder ohne vorheriges Probehören eine x-beliebige Promo gekrallt zu haben, nur weil irgendwo in der Beschreibung von „Core“ die Rede war – allerdings hat man ja schon ganz andere Waschzettel gelesen, in der sich Bands noch merkwürdiger dargestellt hatten.

In Wirklichkeit sieht es nämlich so aus, dass die Band zwar einen gewissen Prozentsatz Pop mit eingebaut hat und auch mit deutschen Texten daherkommt, allerdings weiß Sänger Marco sehr gut, wann es an der Zeit ist, das Zuckerbrot weg- und die Peitsche auszupacken. Schreien kann der Mann nämlich mindestens genauso gut wie singen – wobei man ihm hier zugute halten muss, dass er selbst beim Klargesang deutlich mehr Eier beweist als die meisten seiner deutschsprachigen Genrekollegen. Auch die Instrumentalfraktion bricht gerne mal druckvoll aus etwaigen poppigen Strukturen aus, da hämmern die Drums wie wild und auch die Gitarren schreddern hier und da richtig schön durch die Boxen – da tendiert man doch eher Richtung Metalcore und weniger Richtung Popmusik.

Bereits zu Beginn der Platte, von der man nach der bandeigenen Info so ziemlich alles erwartet und vor allem befürchtet hatte, machen die Fünf ordentlich Boden gut: „A-Team“ startet mit einem dynamischen Drumsolo, bevor Marco loskeift – genial und sehr überraschend, wenn man sich erst einmal in seiner Skepsis verfahren hat. Die wird aber zum Glück recht flugs weggewischt, auch der klar gesungene Refrain mit Gangshouts kann daran zunächst nichts ändern. „Eine Nacht in…“ könnte sich mit seinem „Komm tanz, tanz, tanz mit mir“-Refrain direkt zum absoluten Tanzflächenfüller in einschlägigen Clubs mausern – schlecht wäre es nicht, bei dem ganzen Scheiß, der heutzutage selbst in den Metaldiscos gespielt wird.

„Denn wir wussten nicht, was wir wollen“ ist fast so etwas wie eine Ballade, zumindest der Gänsehaut auf den Zuhörerarmen nach zu urteilen, obwohl auch hier auf rockige Gitarren gesetzt wird. Dabei konzentriert man sich ebenfalls besonders auf den Refrain, den man auch nach gerade einmal zwei oder drei Durchläufen schon mitsingen kann. Das spricht allerdings nicht gegen die Qualität der Band, sondern für die Eingängigkeit des Songs, und das sogar fernab von Deutschcore-Klischees.

Mit „Kosmos“ hauen A Tale Of Amity noch mal einen richtig schönen Metalcore-Stampfer raus, in dem zumindest anfangs Marco rein schreitechnisch alles abfackelt und diverse Kollegen recht dumm dastehen lässt. Im Verlauf wird das Tempo leider etwas rausgenommen, was zwar immer noch gut klingt, aber man hätte sich doch noch mal über einen kleinen Ausraster der Truppe gefreut.

Tatsächlich überrascht „Alles Maskerade“ mit gutem Songwriting, einem äußerst talentierten Sänger und – vielleicht das Wichtigste - gänzlich unpeinlichen Texten. Ein bisschen mehr Hummeln im Arsch könnten wahrscheinlich nicht schaden, aber das dürfte sich als Geschmackssache erweisen. Fans von Bands wie zum Beispiel Callejon können hier gerne reinhören und sowieso dürften A Tale Of Amity so ziemlich alle ansprechen, die auf härtere Musik mit deutschen Texten stehen.

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