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A Spell Inside: Loginside

Trotz mangelnder Überraschungen ein gutes Album
Wertung: 7/10
Genre: Electropop
Spielzeit: 57:51
Release: 29.05.2009
Label: Dark Dimensions Labelgroup

Manchmal scheint das Musikmachen einem Kochrezept zu ähneln. Zumindest was A Spell Inside betrifft. Das 1989 gegründete Electropopduo aus Neuss geht auf dem neuesten Werk „Loginside“ nach folgendem Schema vor: Man nehme einen schnellen oder auch einen langsamen Beat vom Drumcomputer, verwende dazu eine melodische Hookline vom Synthesizer, die sofort ins Ohr geht, ebenfalls benötigt man einen Sänger mit einer wunderbaren, ausdrucksstarken Stimme und dann lässt man den Refrain des Liedes wie eine Hymne klingen. Das Ganze gut vermengen, einmal umrühren und fertig ist ein typisches A Spell Inside – Lied.

Schön und gut; dass dieses Konzept funktioniert, sieht man am Erfolg anderer Bands dieses Genres, wie beispielsweise Frozen Plasma oder natürlich auch VNV Nation. Kein Grund also, deswegen A Spell Inside Beachtung zu schenken? Mitnichten. Zum einen ist die mangelnde Abwechslung nicht unbedingt von Nachteil: Denn auch wenn viele Lieder im Gesamtkontext des Albums einfach untergehen, so sind sie doch einzeln betrachtet durchaus gut und hörenswert. Man kann sogar sagen, dass auf diesem Album kein einziger Totalausfall zu vermelden ist.

Zum anderen gibt es da doch einige Lieder, die sich durchaus von dem erwähnten typischen Schema abheben und damit dann doch für zumindest etwas Abwechslung sorgen. Bereits mit „Stärke 10“ wird allein durch die Verwendung eines deutschen statt eines englischen Textes der Versuch gemacht, die Ähnlichkeit der beiden vorhergegangenen Titel wieder auszugleichen.

Richtig aufhorchen werden die, die auf diesem Album nach Innovation und frischen Ideen suchen, allerdings erst in der Mitte des Werkes. Mit „Secrets“ tritt zum ersten Mal die Synthesizermelodie in den Hintergrund, um einer nicht weniger melodischen Basslinie Platz zu machen, die sich zudem noch nahezu durch das komplette Lied zieht.

Der klare Höhepunkt des Albums findet sich dann im darauffolgenden Titel, „Reality“. Auch dieser beginnt mit einer pumpenden, druckvollen Basslinie, um bald darauf von einer absoluten Ohrwurmmelodie abgelöst zu werden. Warum A Spell Inside gelegentlich auch als „Dark Electro“ bezeichnet werden, ist im Falle von „Reality“ absolut nicht ersichtlich, denn anstelle von Düsterkeit verbreitet dieses Lied richtig gute Laune.

Zwei Tracks später versuchen sich die Neusser am 80er-Jahre-Stil zu orientieren. Chorartig verzerrte Vocals und ein Beat, der eher an rhythmisches Klatschen, als an ein Schlagzeug erinnert, animieren durchaus zum Mitwippen und zeigen: Dieser Versuch ist gelungen. Zuletzt bleibt noch der nachfolgende Titel, „I Will“ zu erwähnen, der ebenfalls mit verzerrten Vocals und einer gleichermaßen melodischen Basslinie und Synthesizermelodie daherkommt.

So ist A Spell Inside mit „Loginside“ zwar kein richtig großer Wurf gelungen, aber ich möchte es doch als eine Art „Würfchen“ bezeichnen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Der Wille, sich von musikalischen „Vorschriften“ zu lösen, ist durchaus vorhanden. Nur manchmal wäre – um wieder auf die anfängliche Kochsprache zurückzukommen – eine bessere Würzung ratsam gewesen.

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