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A Plumbers Nightmare: Medea

Im Vergleich zum Vorgänger noch eine Spur besser
Wertung: 9/10
Genre: Deathcore
Spielzeit: 08:16
Release: 29.06.2012
Label: Eigenproduktion

Die aus dem Kreis Bielefeld stammenden A Plumbers Nightmare erreichten die Pit’schen Gehörgänge zum ersten Mal Anfang des Jahres und erwärmten das winterliche eingefrorene Herzchen der Rezensentin mit der Erstlings-EP „Bloodwinger“, die brachiale 8,5 Punkte einheimsen konnte. Bereits zu diesem Zeitpunkt war die Rede von einer neuen Veröffentlichung, die sich zu der Zeit in Planung befand – eine weitere EP, nur ein kleines Häppchen für die Fans, über die Sänger Manu bereits im Voraus protzte, sie sei viel besser als der Erstling und überhaupt würden einem bei diesem „Über-Werk“ ja die Ohren schlackern. Denkste dir, dachte sich die Schreiberin, geiler als die erste Scheibe kann’s eh kaum werden – aber Pustekuchen.

„Medea“, benannt nach der Sagengestalt aus der griechischen Mythologie, die zwar durch äußerliche Schönheit becircte, aber ein gar rachsüchtig Weib war, kommt zwar mit gerade mal etwas über acht Minuten Spielzeit, zwei Liedern und einem Intro nicht gerade als Schwergewicht daher und ist eine Rezension eigentlich quantitativ kaum wert – aber der Sound! Schon „Bloodwinger“ war via Kopfhörer kaum zu ertragen, wenn man nicht seinen Gehörsinn einbüßen wollte, aber „Medea“ kommt tatsächlich noch eine Spur druckvoller ums Eck.

Der Sechser hat natürlich nicht nur die EP nach der guten alten Medea benannt, auch thematisch geht es in den beiden Songs um die Dame beziehungsweise deren nicht unerhebliche psychische Probleme. Zuallererst gibt es mit dem Intro aber einen sehr elektronischen Track auf die Ohren, für den sich der Künstler The Halcyon verantwortlich zeigt. Man könnte sich nun durchaus durch die synthetischen Klänge etwas aus der Bahn geworfen fühlen – A Plumbers Nightmare werden doch nicht zu einer Pussy-Keyboardcore-Truppe verkommen sein? Da müsste man ihnen ja direkt eine brennende Lunchtüte voller Scheiße vor die Haustür stellen! Weit gefehlt allerdings, denn das Intro ist durchaus kunstvoll gestaltet und leitet schon mal recht spannungsgeladen die Mini-Platte ein.

„One By One“, als musikalische Beschreibung der rachsüchtigen und hasserfüllten Welt der Medea, ist dann genau das: hasserfüllt. Die Drums prügeln, die Gitarren peitschen und die beiden Sänger Stefan und Manu liefern sich ein Duell der Extraklasse. Was da an Lungenkapazität drauf geht, darüber würde jeder Pneumologe die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Wir machen uns hier aber weniger Sorgen um die Gesundheit der beiden Sänger, sondern um unser eigenes Trommelfell – fiese Screams gab es auf „Bloodwinger“ auch schon zuhauf, aber derartig Animalisches ist man von der Truppe dann doch nicht gewöhnt. Da dürfen auch deftige Breakdowns nicht fehlen, man kann sich den Mosh geradezu vorstellen und möchte sich im selben Augenblick vor Begeisterung vollpieseln und sich den Kopf an einer Bretterwand zerschlagen. Genialer Einstieg, wollen doch mal sehen und hören, was das zweite Stück zu bieten hat.

„Catharsis“ braucht ein wenig länger, um sich im Ohr festzusetzen. Ein bisschen stockender, ein bisschen verfrickelter als „One By One“ hat der Song zwar die typische A-Plumbers-Nightmare-Arschtritt-Dynamik, man muss aber doch ein paar Mal reinhören, bis man den Breakdown mit anschließendem Gitarrenduell und den generellen Rhythmus zu schätzen weiß. Medea als Protagonistin sinniert hier über ihre Rolle, die sie unweigerlich gefangen genommen hat und aus der sie möglicherweise weder ausbrechen kann noch will – typischer Psychologiestudentenstoff, aber nichtsdestoweniger spannend und solche existenziellen Grundsatzdiskussionen machen sich in so brutalen Songs ohnehin immer sehr gut.

Man weiß gar nicht so recht, was man noch schreiben soll, zumal die EP ja sehr kurz ausgefallen ist – ein Minuspunkt für die Länge ist hier definitiv drin, auch wenn die Qualität natürlich stets der Quantität vorzuziehen ist. Im direkten Vergleich zu „Bloodwinger“ legen die Nordrhein-Westfalen aber ohne Zweifel noch ein Schippchen Brachialität obendrauf und überzeugen auch durch die gewählte Thematik.

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