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A Plumbers Nightmare: Bloodwinger

Die Schätze des Undergrounds
Wertung: 8.5/10
Genre: Deathcore
Spielzeit: 24:24
Release: 30.10.2010
Label: Eigenproduktion

Es finden sich doch die absurdesten Zufälle: Da war die Rede von der neuen Heart To The Core-Scheibe, man machte sich via E-Mail auf, um sich die neueste Runde zu beschaffen, und plötzlich hat man den Sänger von A Plumbers Nightmare am Telefon, der einem die EP seiner Band andrehen will, die auf der fünften HTTC vertreten ist. So kommt es, dass man statt sich um den Abwasch und sonstige niedere Tätigkeiten zu kümmern, mit der APN-EP "Bloodwinger" vorm Computer sitzt und sich wundert, wo die Leute manchmal ihr Lungenvolumen hernehmen. 

Der nordrhein-westfälische Sechser dürfte bisher vor allem eingefleischten Deathcore-Szene-Fans und Followern der deutschen Coreszene bekannt sein, "Bloodwinger" stellt nämlich den ersten Output überhaupt in CD-Form dar und der ist mittlerweile auch schon wieder anderthalb Jahre alt. Macht aber 
nichts, besser spät als nie: Mit von der Partie ist neben den beiden Sängern Manu und Stefan für zumindest zwei Tracks For-All-This-Bloodshed-Schreierin Rage, die sich vor ihren männlichen Kollegen aber so gar nicht verstecken muss. 

Ohne viel Federlesen startet "War Of Hearts" mit einem Intro, das ordentlich Spannung aufbaut, bis ein ohrenbetäubender Schrei die Riffs zerfetzt. Hachja, da kann man sich doch entspannt zurücklehnen und dem Treiben auf Platte zuhören. Da liefern sich sämtliche Beteiligten ein Schreiduell, das von Gekeife 
bis hin zu Growls und Pig Squeals alles beinhaltet, was man sich als Deathcore-Fan so wünscht. Fernab von ausgelutschten Riffs, das sei nur am Rande bemerkt. "Eye In The Sky" muss dann ohne Frauenpower auskommen, das tut der guten Stimmung aber keinen Abbruch, im Gegenteil. Man verfällt wieder mal dem Rausch der Geschwindigkeit und lässt sich auf rasanten Riffs 
davontragen. Angedeutete Breakdowns machen den Song spannend und erzwingen keine Pausen, wie das bei solchen Parts sonst der Fall ist - feines Songwriting, was die Jungs hier betreiben. Der Sound stimmt auch, was bei solchen Eigenproduktionen ja seltener der Fall ist - alle Instrumente bleiben brav an ihrem Platz, nichts scheppert im Vordergrund vor sich hin, keiner der beiden Sänger ist nach vorne gemischt. Da könnte man glatt in Begeisterungsstürme ausbrechen, wenn man nicht damit beschäftigt wäre, die Lautstärke so hochzudrehen, dass man das Gemecker der Nachbarn nicht mehr hören muss.

Spätestens bei "Earthquake" geht einem vom bloßen Zuhören die Puste aus - in welchem Tempo da geschrien wird, grenzt zwar nicht an einen Weltrekord, man kann aber unmöglich still sitzen, wenn die Worte so stakkatomäßig gegen die Fontanelle knallen. Live sorgt der Song sicherlich für einige gebrochene Nasen und zerschrammte Schienbeine, erst recht bei dem Instrumentalteil, bei dem sich grooviger Rhythmus und Gitarrensoli die Klinke in die Hand geben.

Für alle Migräneanfälligen unter uns empfiehlt sich hier übrigens keine Kopfhörersession: Man wird einfach nur akustisch weggebombt und danach fühlt sich der Schädel an wie nach einer mittelschweren Kollision mit einer Betonwand. Und das liegt nicht etwa an der Lautstärke, sondern an der schieren Wucht der Songs. Das passende Finale dazu bietet schließlich "Cockroaches & Crayons", das ebenso rasant durch seine Spielzeit von gut drei Minuten peitscht wie die übrigen Songs. Viel meckern kann man hier nicht. Neugierige könnten sich allerdings fragen, wie es wohl klingen mag, wenn die Jungs mal ein bisschen auf die Bremse treten - vielleicht hört man davon ja was beim nächsten Scheibchen, das schon in der Mache ist. Wer auf geilen Deathcore abseits von Klischees steht, sollte in A Plumbers Nightmare unbedingt und ohne Widerworte reinhören! 

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