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A Perfect Day: The Deafening Silence

Nicht neu, dafür aber souverän
Wertung: 8/10
Genre: Melodic Heavy Metal
Spielzeit: 47:09
Release: 18.03.2016
Label: Scarlet Records

Falls jemandem der Name Labyrinth etwas sagt: die hier besprochene Formation besteht zu exakt fünfzig Prozent aus Mitgliedern eben jener italienischen Heavy-Metal-Band. Für die Entstehung von A Perfect Day nennt Gründer Andrea Cantarelli als Hauptgrund das „Erforschen neuer musikalischer Territorien“. Allzu weit weg von ihren musikalischen Ursprüngen bewegen sich die Italiener aber auch auf ihrem Zweitwerk nicht wirklich. Der große Unterschied besteht wohl in der noch einmal wesentlich deutlicher hervortretenden Melodik, die die neuen APD-Songs auszeichnet.

Mit erhöhtem Fokus auf Melodik steigen selbstverständlich auch die Erwartungen an den Mann hinterm Mikro. Marco Baruffetti und Gigi Andreone, die sich den Job auf „The Deafening Silence“ teilen, zeigen sich dieser Herausforderung aber allemal gewachsen, mehr noch, brillieren geradezu mit grandiosen Performances in Songs wie „Age Of Innocence“, „My Lonely Island“, oder „Angel“ als Höhepunkte einer durch die Bank weg mehr als soliden Leistung. Eben jene brillante Performance trägt die Platte dann auch, bisweilen unterstützt von herzzerreißend gefühlvollen Gitarrensoli wie auf „The Deafening Silence“ oder „The Fooling Glass“. Ansonsten fokussiert sich die Instrumentalabteilung darauf, ein solides Fundament für den Gesang zu legen. Unnötige Spielereien sucht man vergebens, als zu simpel lassen sich die Songs aber auch nicht beschreiben – die so oft beschriebene goldene Mitte eben.

Durch die Bank weg traditionell wollten APD ihr Zweitwerk aber allem Anschein nach auch nicht gestalten, und so findet sich im Verlauf der Platte auch die eine oder andere Variation. Neben fast schon unerwartet harten Riffs, die „In The Name Of God“ oder „A New Dawn“ eröffnen und der bluesigen Ballade „Angel“ stechen dabei vor allem ein paar elektronische Spielereien („Before Your Eyes“, „My Lonely Island“) heraus, die Puristen Schreckschauer über den Rücken und Schmerzenstränen übers Gesicht laufen lassen werden. Ob das nun sein muss, kann man wie so oft diskutieren, wirklich konsequent wirkt die Einbindung besagter Elemente aber nicht und so ist das Ergebnis mehr eine verwunderte Irritation als eine moderne Erweiterung des aufpolierten, aber eben doch sehr traditionellen Sounds.

Von diesen Kleinigkeiten und einem nicht ganz rund wirkenden Refrain der Schlussballade abgesehen gibt es aber quasi keine Kritikpunkte am Zweitling der Italiener. Zwar erfindet das Quartett das Rad nicht neu, was die Vier auf „The Deafening Silence“ abliefern, bewegt sich dafür aber auf höchstem Niveau und wird überdies von einer rundum gelungenen Produktion unterstützt, die einen selbst die Bassläufe Note für Note glasklar nachverfolgen lässt. Wer auf melodischen Metal, oder eher Rock, steht, kann also getrost zugreifen. Enttäuschen werden die Italiener niemanden, der nicht mehr als solide, stark verpackte Standardkost erwartet.

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